Silberschale
Forumsregeln
Damit wir dir bestmöglich bei der Bestimmung deines Tafelsilbers helfen können, beachte bitte folgende Regeln:
Bilder des gesamten Gegenstands: Stelle Bilder des kompletten Objekts oder Sets zur Verfügung.
Makroaufnahmen der Punzen: Fotografiere alle Punzierungen als Makroaufnahme einzeln, damit die Details gut erkennbar sind.
Informationen : Gib zu Anfragen alle vorhandenen Informationen an, z.B. Gewicht, Abmessungen und Fundort bzw. Herkunft
Wertbestimmung:
Beachte bitte, dass eine exakte Wertbestimmung im Forum schwierig ist, da der Silberpreis und der Geschmack der Käufer variieren. Wir helfen dir aber gerne, Informationen zu Hersteller, Herkunftsland und Alter zu finden, um den ungefähren Zeitwert besser einschätzen zu können.
Anfragen ohne Bilder des gesamten Gegenstands können leider nicht beantwortet werden.
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Silberschale
Hoffentlich bin ich im richtigen Unterforum, wenn ich hier eine Silberschale aus Familienbesitz vorstelle in der Hoffnung, ein paar Fragezeichen, die für mich schon lange mit ihr verbunden sind, erledigen zu können.
Es handelt sich um eine leicht ovale Schale mit breitem, schräg emporstrebenden, geflochtenen Rand, der abwechselnd je vier Portraits und Attribut(?)konstellationen trägt.
Die Maße (in mm) sind:
Rand (L x B): 227 x 204
Boden hochgezogen (L x B x H): 144 x 122 x 9
Boden (Standfläche) (L x B): 120 x 100
Höhe der Schale: 45
Portraits (H x B): 38 x 24
Gewicht ist 220 g
An Punzen finden sich drei, einigermaßen abgeschliffen; die mittlere lese ich als 800, die beiden äußeren sind mir unbekannt (was überhaupt nix heißen will, da blutiger Anfänger).
Da erhoffe ich mir von den Experten hier wenigstens den ein oder anderen "educated guess", gerne natürlich auch zielgenaue Aussagen.
Meine anderen Fragen sind:
Kann man das Alter / die Entstehungszeit und/oder die Herkunft wenigstens ungefähr eingrenzen? (Hierzu die Information, daß es unter meinen Vorfahren einen Zweig gab, der im 18. Jhdt. Hofvergolder beim Landgrafen in Cassel (Kassel) war - läßt die Schale irgendwelche Bezüge dazu erkennen?)
Kann man die dargestellten Personen irgendwie namhaft machen? (Ich nenne meine Vermutungen später gerne, möchte aber jetzt noch nicht vorgreifen und damit vielleicht die Gedanken beeinflussen.)
Nach der langen Vorrede hier ein paar Bilder (hoffentlich gut genug, sonst bitte Hinweise geben, welche Details besser herauskommen sollten). Weitere Bilder muß ich wohl auf folgende Beiträge aufteilen (oder wie bekomme ich mehr als vier Bilder hinzugefügt?)
Würde mich jedenfalls sehr über Auskünfte oder Hinweise freuen!
Dank und Gruß
Peter
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Silberschale
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Silberschale
Hallo,
mir scheint das sog. Hanauer Silber zu sein; der Stil spricht Bände... es sind in dem Fall nichtmal (nur) Pseudopunzen - rechts das was aussieht wie ein Fragezeichen wohl die Sichel-Marke der Fa. Schleissner. Links sind Halbmond und Krone über etwas anderes geschlagen, was aber einer von denen verwendete Pseudostempel aber sein könnte, wie eine Art Blume oder Rose vgl. bei J.D. Schleissner da die erste auf Abb. 4 [Gäste sehen keine Links]
Merke: metrische Feingehaltsangaben in DE nicht vor kurz nach der Mitte des 19. Jh.; Halbmond und Krone als Symbol für Silber erst ab 1888 in Kraft --> kein 18. Jh.
Dass das auch keine später erfolgte Nachstempelung ist, hat wiederum etwas mit der Machart/Ausführung zu tun - auch die verweist auf eben später mit schon tw. maschinell bearbeitet (gestanzt, geprägt)
Hanauer Silber ist ein Begriff für die Erzeugnisse einer ganzen Reihe von Silberwarenfabriken und -manufakturen, die im Historismus beginnend Nachahmungen 'alten Silbers' herzustellen. Um das echt alt aussehen zu lassen, verwendete man auch wie historisch aussehende Punzen aller Arten und Sorten auch anderer Länder. Das Thema Falsifikate spielt da durchaus auch rein.
Gruß
nux
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Silberschale
Die rechte Punze (Sichel) stimmt tatsächlich gut mit den Beispielen aus Deinem Link überein, das ist doch ein großer Fortschritt!
Leider bin ich ziemlich unbeleckt in der Materie, daher muß ich nachfragen:
Pseudopunzen, soll das heißen, frei Schnauze und jedes Mal anders? oder nicht offiziell (von welcher Instanz?) festgelegt?
Und was Du mit 'der Stil spricht Bände' sagen willst, erschließt sich mir auch nicht - meinst Du: überladen, eklektizistisch, disparat? oder: stimmig hinsichtlich der Vorbilder und ihrer (Nach)Gestaltung?
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Silberschale
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Silberschale
nicht offiziell, ja, Fantasie, nachgeahmt, immer wieder anders, auch in Kombinationen, manchmal auch mehr als ein Hersteller beteiligt.
Das ist auch etwas umfangreich, um das hier immer wieder zu schreiben - da geb ich Dir schlicht was zu lesen, wo der Teil in Hanau auch erwähnt ist [Gäste sehen keine Links] - auch das noch knapp zusammengefasst; die Thematik ist viel viel umfangreicher
Hanauer Silber, vor allem frühes kann ungeheuer nah an Originalen sein; es gibt aber auch Sachen wie diese hier - ähnliche Sachen stammen aus Holland - die sage mal zu süßlich für wirklich historisch sind. Und nicht (kpl.) handgemacht. Ein ähnliches Bsp. (Händlerpreise außen vor) [Gäste sehen keine Links] - gibt auch die ganzen 'barocken' oder so anmutenden Sächelchen noch mit Putti oder Schäferszenen oder, oder
Hier Richtung Zopfstil oder Louis Seize, eine Spielart des Rokoko (ohne Rocaillen, mehr klassizistisch schon) - mit Festons/Girlanden, Schleifen, Blumenkörben, Füllhörnern, Musikinstrumenten- oder Jagdgeräten-Ensembles. Wo tw. munter auch stilgemixt wird (was im Historismus eh schon der Fall fast überall war, auch bei Möbeln z.B.). Da Hanauer Silber bis 1925 entstanden selbst jetzt schon antik ist, ist es manchmal nicht ganz einfach das auseinanderzuklauben.
Dieses 'Erkennen' ist so wie mit Zinnsachen des wiederum Historismus-Revivals der 1960-80er Jahre oder noch späteren italienischen Nachahmungen: man sieht es einfach, wenn man auch nur bissl drüber weiß und gesehen hat
nur mehr mal mehr Körbchen aufgerufen zum Vermitteln solcher optischer Eindrücke [Gäste sehen keine Links]
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