Alter Glas Bierkrug mit Adlergravur und Drachen am Deckel - Wie alt und woher ?
Einblicke in die faszinierende Welt des antiken Glases!
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Damit wir dir bestmöglich bei der Bestimmung deiner Glasobjekte helfen können, beachte bitte folgende Regeln:
Bilder des gesamten Objekts: Stelle gute Bilder des gesamten Objekts vor neutralem Hintergrund, möglichst bei Tageslicht, zur Verfügung.
Makroaufnahmen von Stempeln und Signaturen: Fotografiere alle Markierungen als Makroaufnahme einzeln, damit die Details gut erkennbar sind.
Informationen zur Herkunft und Historie: Teile alle vorhandenen Informationen zur Herkunft und Historie des Stücks mit. Gib möglichst die Abmessungen mit an.
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- NOH123 Offline
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Alter Glas Bierkrug mit Adlergravur und Drachen am Deckel - Wie alt und woher ?
Ich war mal wieder in den Niederlanden bei einer Haushaltsauflösung und dort fand ich diesen alten Glasbierkrug mit Zinndeckel
Auffällig ist, dass das Glas nicht so dick ist, wie bei anderen Glaskrügen
Diverse gravierte Verzierungen, unter anderem ein großer Adler (s. Foto)
Am Deckel ist ein Drache als Öffnungshebel angebracht
Gesamthöhe mit Deckel 22,5 cm
Durchmesser Trinkrand 7 cm
Wie alt mag der Krug sein und woher könnte er stammen ?
Auffällig ist, dass das Glas nicht so dick ist, wie bei anderen Glaskrügen
Diverse gravierte Verzierungen, unter anderem ein großer Adler (s. Foto)
Am Deckel ist ein Drache als Öffnungshebel angebracht
Gesamthöhe mit Deckel 22,5 cm
Durchmesser Trinkrand 7 cm
Wie alt mag der Krug sein und woher könnte er stammen ?
- Sammelvirus Offline
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Alter Glas Bierkrug mit Adlergravur und Drachen am Deckel - Wie alt und woher ?
Ich schätze um 1880-1900 vermutlich im bayrischer Wald oder Böhmen hergestellt. Dort ist/war eine große Glasindustrie. Die Motive sind typisch. Der Adler als Motiv kommt relativ selten vor und ist auch relativ gut geschliffen. Die meisten Bierkrüge sind noch einfacher ausgeführt. Es gibt aber auch wesentlich besser geschliffene Exemplare.
Mach mal ein Bild von der Unterseite des Kruges. Wenn das Glas mundgeblasen ist (wovon ich ausgehe) sollte hier deutlich der Abriss erkennbar sein oder die Fläche wurde plangeschliffen.
Natürlich wurden auch in späterer Zeit noch Bierkrüge in dieser Art hergestellt.
Mach mal ein Bild von der Unterseite des Kruges. Wenn das Glas mundgeblasen ist (wovon ich ausgehe) sollte hier deutlich der Abriss erkennbar sein oder die Fläche wurde plangeschliffen.
Natürlich wurden auch in späterer Zeit noch Bierkrüge in dieser Art hergestellt.
- NOH123 Offline
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Alter Glas Bierkrug mit Adlergravur und Drachen am Deckel - Wie alt und woher ?
Hier ein Foto der Unterseite, einen Abriss erkenne ich nicht
- Schmidtchen Online
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Alter Glas Bierkrug mit Adlergravur und Drachen am Deckel - Wie alt und woher ?
Weder plangeschliffen noch ein Abriss erkennbar.
Somit denke ich später.
Ich würde auch sagen geschliffen und geätzt.
Könnte Kristallglas sein.
Also schon was hochwertiges.
Ich würde auch mal in den Deckel gucken.
Ist er gegossen oder gedreht.
Das sind so die beiden Merkmale an denen man ein antikes Stück erkennt.
Somit denke ich später.
Ich würde auch sagen geschliffen und geätzt.
Könnte Kristallglas sein.
Also schon was hochwertiges.
Ich würde auch mal in den Deckel gucken.
Ist er gegossen oder gedreht.
Das sind so die beiden Merkmale an denen man ein antikes Stück erkennt.
- NOH123 Offline
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Alter Glas Bierkrug mit Adlergravur und Drachen am Deckel - Wie alt und woher ?
Hier der Blick in drn Deckel
-
- nux Offline
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Alter Glas Bierkrug mit Adlergravur und Drachen am Deckel - Wie alt und woher ?
Hallo zusammen,
Hier das muss eigentlich (eine Art von, gibt ja nicht nur eine Sorte) Kristallglas sein, weil ansonsten hätte man es wahrscheinlich nicht gravieren können [Gäste sehen keine Links]
Was ist ein Abriss überhaupt? wo und warum kommt er vor? wo sowieso nicht? Auch formgeblasenes Glas kann mundgeblasen sein, hat aber keinen, weil? Der Abriss kommt ja nicht von der Glasmacherpfeife, sondern von einem Hefteisen an der anderen Seite eines Objekts, mit dem es von dieser abgenommen und z.B. wieder in den Ofen zum erneuten Erhitzen oder in einen anderen zum tempern gelegt wird. An der Verbindungsstelle, wenn es vom Eisen abgeschlagen wird, da bleibt am Boden des Glasobjektes dann diese kleinere oder größere Bruchfläche. Die kann man auskugeln, mit einem entsprechenden Schleifrad. Oder aber auch verschmelzen wie im folgenden Film, wo frei geblasen wird [Gäste sehen keine Links] - hat man eben den Fall, kann man weder Abriss, noch diesen ausgeschliffen noch frei- oder formgeblasen sicher identifizieren.
Formgeblasenes Glas, in eine gewässerte Holzform [Gäste sehen keine Links] - oder in Bronze mit bleibender Struktur [Gäste sehen keine Links]
Die dabei entstehende Strukturen im Boden können wie bei Gussglas vielringförimig aussehen.
Das i.F. mit dem Kürbis ist (nur) eine sog. 'optische Form', sie gibt dem Glasklops außen eine erste Struktur mit, die sich aufblasen verändert, das Ergebnis nennt man 'optisch geblasen' [Gäste sehen keine Links]
Der überwiegende Teil (bis auf die geraden Linien) des Dekors hier ist 'geschnitten', 'gerutscht' - mehr Gravur- als Schliff-Techniken. Gemacht mit sog. Kupferrädchen, mit Schleifmitteln wie Korundpulver in einer öligen Emulsion
Gucken z.B. das und das folgende [Gäste sehen keine Links] - ein PDF von Walter Siegl dazu mit historischen Bsp. [Gäste sehen keine Links]
Kein (Brillant-) Schliff von Mustern, wie man ihn von Bleikristallgläsern bspw. kennt - Kerben, Oliven/Kugeln, Walzen etc. - mit Stein- oder Keramikscheiben, auch diamantierten [Gäste sehen keine Links] - oder [Gäste sehen keine Links]
Geätzt ist hier m.M. nix davon. Glas ätzen - gibt es wiederum verschiedene Möglichkeiten und das Aussehen hinterher. Die regelmäßigen graphischen Muster, wie sie von Pantographen aufgebracht werden, da sind z.B. die Linien ausgeätzt. Bei Mattglas, 'satiniertem' Glas wird entweder ein Motiv eingeätzt oder umgekehrt ausgeätzt bzw. mit stehenbleiben und wegmachen Motive und Muster herausgearbeitet. Noch krasser, massiver das Material ab-Ätzen bei z.B. Gallé-Vasen u.a. solcher Sachen, die tw. auch kein Überfangglas i.e.S. waren, sondern pâte de verre. Modern gibt es das auch als Imitat mit Glaslack - ein paarmal in der Spülmaschine und wechbegibtessich
ach ja noch... Glasmacher nicht verwechseln mit Glasbläsern; letztere arbeiten 'an der Lampe', also an einem Brenner und fertigen Dinge aus vorgefertigten Glasrohlingen [Gäste sehen keine Links]
ah - noch was Neues - der Deckel könnte eher ein Zinkguss sein - solche 'kristallinen' Muster kennt man ja auch von verzinkten Blechen. Daher auch keine Zinngießermarke und eine eher schlichte Ausführung
Das Tier auf der Daumenrast wahrscheinlich eine Greifenschlange; Wappenfigur und auch beliebte Groteske in der Neorenaissance im Historismus - da ein Zinndeckel auf einem Glaskrug der Josephinenhütte datiert 1897 zum Vergleich (leider nur noch ein Reliktbild) [Gäste sehen keine Links]
oder auf einem Mettlacher Steingut-Krug [Gäste sehen keine Links]
Aufgrund der Machart - weil alle Arten Tiere waren da immer schon beliebt als Motive - auch der Ranken, würde ich Böhmen eher als Ursprung annehmen - zum was Anschauen [Gäste sehen keine Links]
Aber: auf Grund von Migrationsgeschichten, wo auch Glasmacher und Glasschleifer von dort woandershin (z.B. Bayern, Thüringen u.a.) aber auch nach weit weit weg auswanderten, ist es oft nicht eindeutig zu sagen, wann & wo manche Gläser nun wirklich entstanden sind oder auch nur sein könnten. Zinn- und Zinkguss-Deckel konnte man oft auch separat kaufen und sich was nach Wunsch gestalten (lassen, in Läden). Und außerdem kann oder könnte es u.U. auch in späteren Jahren noch Neuauflagen von 'alten Modellen' zu Exportzwecken gegeben haben; das ist nicht völlig gesichert. Gibt auch 'wilde' Objekte, wo Menschen, die das mal gelernt oder sich angeeignet haben, das gar nicht beruflich, sondern als Hobby machten. Für sich, für andere und wo auch immer sie waren oder blieben. Ohne echte Provenienz, also wer hatte das Dingen seit wann und woher, oder Marken/Signaturen ist das generell nicht so einfach.
Gruß
nux
macht euch doch bei Glas vllt. alle mal mit Begriffen und Fertigungstechniken, deren Aussehen und warum wie was wo aussieht doch noch etwas besser vertraut. Anderen raten & helfen geht dann besser & sicherer.Schmidtchen hat geschrieben: ↑Sonntag 16. November 2025, 14:50 würde auch sagen geschliffen und geätzt.
Hier das muss eigentlich (eine Art von, gibt ja nicht nur eine Sorte) Kristallglas sein, weil ansonsten hätte man es wahrscheinlich nicht gravieren können [Gäste sehen keine Links]
Was ist ein Abriss überhaupt? wo und warum kommt er vor? wo sowieso nicht? Auch formgeblasenes Glas kann mundgeblasen sein, hat aber keinen, weil? Der Abriss kommt ja nicht von der Glasmacherpfeife, sondern von einem Hefteisen an der anderen Seite eines Objekts, mit dem es von dieser abgenommen und z.B. wieder in den Ofen zum erneuten Erhitzen oder in einen anderen zum tempern gelegt wird. An der Verbindungsstelle, wenn es vom Eisen abgeschlagen wird, da bleibt am Boden des Glasobjektes dann diese kleinere oder größere Bruchfläche. Die kann man auskugeln, mit einem entsprechenden Schleifrad. Oder aber auch verschmelzen wie im folgenden Film, wo frei geblasen wird [Gäste sehen keine Links] - hat man eben den Fall, kann man weder Abriss, noch diesen ausgeschliffen noch frei- oder formgeblasen sicher identifizieren.
Formgeblasenes Glas, in eine gewässerte Holzform [Gäste sehen keine Links] - oder in Bronze mit bleibender Struktur [Gäste sehen keine Links]
Die dabei entstehende Strukturen im Boden können wie bei Gussglas vielringförimig aussehen.
Das i.F. mit dem Kürbis ist (nur) eine sog. 'optische Form', sie gibt dem Glasklops außen eine erste Struktur mit, die sich aufblasen verändert, das Ergebnis nennt man 'optisch geblasen' [Gäste sehen keine Links]
Der überwiegende Teil (bis auf die geraden Linien) des Dekors hier ist 'geschnitten', 'gerutscht' - mehr Gravur- als Schliff-Techniken. Gemacht mit sog. Kupferrädchen, mit Schleifmitteln wie Korundpulver in einer öligen Emulsion
Gucken z.B. das und das folgende [Gäste sehen keine Links] - ein PDF von Walter Siegl dazu mit historischen Bsp. [Gäste sehen keine Links]
Kein (Brillant-) Schliff von Mustern, wie man ihn von Bleikristallgläsern bspw. kennt - Kerben, Oliven/Kugeln, Walzen etc. - mit Stein- oder Keramikscheiben, auch diamantierten [Gäste sehen keine Links] - oder [Gäste sehen keine Links]
Geätzt ist hier m.M. nix davon. Glas ätzen - gibt es wiederum verschiedene Möglichkeiten und das Aussehen hinterher. Die regelmäßigen graphischen Muster, wie sie von Pantographen aufgebracht werden, da sind z.B. die Linien ausgeätzt. Bei Mattglas, 'satiniertem' Glas wird entweder ein Motiv eingeätzt oder umgekehrt ausgeätzt bzw. mit stehenbleiben und wegmachen Motive und Muster herausgearbeitet. Noch krasser, massiver das Material ab-Ätzen bei z.B. Gallé-Vasen u.a. solcher Sachen, die tw. auch kein Überfangglas i.e.S. waren, sondern pâte de verre. Modern gibt es das auch als Imitat mit Glaslack - ein paarmal in der Spülmaschine und wechbegibtessich
ach ja noch... Glasmacher nicht verwechseln mit Glasbläsern; letztere arbeiten 'an der Lampe', also an einem Brenner und fertigen Dinge aus vorgefertigten Glasrohlingen [Gäste sehen keine Links]
ah - noch was Neues - der Deckel könnte eher ein Zinkguss sein - solche 'kristallinen' Muster kennt man ja auch von verzinkten Blechen. Daher auch keine Zinngießermarke und eine eher schlichte Ausführung
Das Tier auf der Daumenrast wahrscheinlich eine Greifenschlange; Wappenfigur und auch beliebte Groteske in der Neorenaissance im Historismus - da ein Zinndeckel auf einem Glaskrug der Josephinenhütte datiert 1897 zum Vergleich (leider nur noch ein Reliktbild) [Gäste sehen keine Links]
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Aufgrund der Machart - weil alle Arten Tiere waren da immer schon beliebt als Motive - auch der Ranken, würde ich Böhmen eher als Ursprung annehmen - zum was Anschauen [Gäste sehen keine Links]
Aber: auf Grund von Migrationsgeschichten, wo auch Glasmacher und Glasschleifer von dort woandershin (z.B. Bayern, Thüringen u.a.) aber auch nach weit weit weg auswanderten, ist es oft nicht eindeutig zu sagen, wann & wo manche Gläser nun wirklich entstanden sind oder auch nur sein könnten. Zinn- und Zinkguss-Deckel konnte man oft auch separat kaufen und sich was nach Wunsch gestalten (lassen, in Läden). Und außerdem kann oder könnte es u.U. auch in späteren Jahren noch Neuauflagen von 'alten Modellen' zu Exportzwecken gegeben haben; das ist nicht völlig gesichert. Gibt auch 'wilde' Objekte, wo Menschen, die das mal gelernt oder sich angeeignet haben, das gar nicht beruflich, sondern als Hobby machten. Für sich, für andere und wo auch immer sie waren oder blieben. Ohne echte Provenienz, also wer hatte das Dingen seit wann und woher, oder Marken/Signaturen ist das generell nicht so einfach.
Gruß
nux
- NOH123 Offline
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Alter Glas Bierkrug mit Adlergravur und Drachen am Deckel - Wie alt und woher ?
Danke für eure Informationen. Die von nux musste ich mir dreimal durchlesen, da ich altersbedingt nicht so viel Input auf einmal vertragen kann
Also gehe ich mal von einem älteren, vermutlich deutschen, Kristallglasbierkrug aus. Auf jeden Fall machen sich die Gravuren im Glas sehr gut, wenn man ein Teelicht im Krug brennen lässt
Also gehe ich mal von einem älteren, vermutlich deutschen, Kristallglasbierkrug aus. Auf jeden Fall machen sich die Gravuren im Glas sehr gut, wenn man ein Teelicht im Krug brennen lässt
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