zum Bild 6: Also ein Carl Lambert wird in den Adressbücher von Gnesen 1875 genannt (Goldwaren), was dafür spricht, dass es sich um den Händler/Verkäufer handelt.
Der Hersteller dürfte dann Theodor Berthold Benjamin Schubert in Breslau sein. Das BZ zeigt den Johanneskopf, das Beschauzeichen von Breslau im 18. und 19. Jh.
Die Jahreszahlen (87) haben in der Tat eine Bedeutung. Ich bin nicht sicher, ob die in jedem Jahr geändert worden sind, denn es kommen nicht alle Jahre vor. Daneben ist dann oft noch der Ältermannbuchstabe (der fehlt hier aber), der über mehrere Jahre verwendet wurde bzw. handelt es sich um die Marke des Probiermeisters.
In Schlesien wurde nur in Ausnahmefällen 13 Lot verwendet, meist 12 Lot oder wie hier in der zweiten Hälfte des 19. Jh. auch 700, selten 11 Lot.
Bild 8 zeigt die Marke von IAL, was die Firmenmarke von Johann Adam Lemor. Die Firma wurde nach dem Tod des Gründers noch über mehrere Generationen fortgeführt und ja, die Jahreszahl ist dabei 79 für 1879.
Bild 9 zeigt als BZ zwei Kreuze und eine Krone. Das ist Danzig und auch hier gibt es einen Ältermannbuchstaben W des Probiermeisters und das Meisterzeichen ICR = Johann Carl Roggatz, geboren 1807, gestorben 1897.
Silber dieser Art ist nicht selten. Spannend wird es meist erst in der Zeit vor 1810.
Silberbesteck war in dieser Zeit längst nicht mehr die Handarbeit eines Goldschmiedemeisters, sondern wurde in großen Fabriken in großen Mengen hergestellt. Somit hält sich die Zahl der Sammler auch in Grenzen, sofern keine interessanten, seltenen und ungewöhnlichen Marken darauf zu sehen sind.