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Zuckerdose mit Adler

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Beitrag von AndreZ »

Gravirung soweit ich es lesen kann: Gravierung: "zum 14L.Juli 1855 von S.H. & H.F. St Flensburg "
ich denke mal "zum 14 Lebensjahr Juli 1855 " war wohl Geburtstagsgeschenk.
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Beitrag von nux »

marker hat geschrieben: Samstag 28. Februar 2026, 07:09 Das dürfte in Dänemark ähnlich gewesen sein - es gibt doch zich Landmeister, die die Kopenhagener Marke stempeln liessen ?!
umptata, Parademarsch... das erste ist eine Spekulation und wären auch drei Paar Schuhe; die passen m.M. nur so alle nicht.

Der dänische Staat umfasste auch die Herzogtümer, ja - aber nicht überall galt alles an dänischen Gesetzen bzw. es gab Ausnahmen für einzelne Regionen oder bestimmte Zeiten.
Man kann noch nicht mal alles von Sønderjylland in Hinsicht auf Silber / Goldschmiede einheitlich betrachten. In Haderslev z. B. ging es - weil die tatsächlich eine Zunft hatten - ganz anders zu als anderswo.
Oder auch, dass im Königreich Dänemark Goldschmiede nur in Städten und einigen größeren Orten ansässig/tätig sein durften: an der Westküste gab es auch zahlreiche Goldschmiede außerhalb, in kleinsten Dörfern sogar. Für Trachtenschmuck oder um Seefahrer bedienen zu können. Nord- und Sydschleswig wiederum machte auch stilistisch Dinge noch wieder anders etc.

Aber egal ob Königreich oder Herzogtümer - irgendeine dänische Stadtmarke auf einen Import drauf zu schlagen / geschlagen zu haben: das halte ich für eine doch sehr gewagte These. Meisterzeichen waren obligatorisch, ob als nur-Verkäufer zu nutzen vllt. möglich, daher da wie sonstwo ja noch denkbar sein, aber vonner Stadt? glaub nicht. Einzelfälle sicher nie ganz auszuschließen, auch Fehlinterpretationen wie hier fast nicht, aber. Zumal viele auch in Jütland nicht und in Süden eh kaum eines Beschauzeichen waren...

Was genau meint 'Kopenhagener Marke'? abgesehen davon, dass es weitere Stadtmarken mit drei Türmen gab (Aalborg, Randers, Svendborg f.e.), ist das Vorkommen auf entweder Silber aus Kopenhagen und später anderswoher zeitabhängig. Die Kopenhagener Stadtmarke als auch Beschauzeichen gab es ab 1608. In diesem Jahr wurde durch Christian IV. sowohl in Kopenhagen als auch in der Provinz (wo das aber nur bedingt funktionierte) das Guardein-System eingeführt. Diese Beschaumeister kontrollierten den Silberfeingehalt, der überall gleich sein hatte, und bestätigten das mit 'ihren' Zeichen zusätzlich eingeschlagen. Dafür wurde eine Gebühr erhoben und in Kopenhagen stempelte (bis 1852) der Guardein daher zusätzlich ein Monatszeichen für 'bezahlt' eben dann.
Die Drei-Türme-Marke garantierte bis 1893 einen Silbergehalt von 13½ Lot = 844/1000, bezeichnet als Kopenhagener Probe ::: Københavns prøvesølv - und bis 1893 bedeuteten die drei Türme, dass das Silber von einem Meister in Kopenhagen gefertigt worden war. Nicht woanders.

Ab 1893 war die Stempelung von Silber ​​durch den Guardein freiwillig und erst ab da stand der Stempel mit den drei Türmen allen Silberschmieden in Dänemark als Garantiemarke erlaubt zur Verfügung. So sie denn dahin fuhren und Arbeiten prüfen & punzieren ließen. Gleichzeitig wurde der Mindestfeingehalt auf 828/1000 Teilen Silber gesenkt (entsprechend 13¼ Lot). Verzichtete ein Meister auf die Stempelung mit der Drei-Türme-Marke (in Gebrauch bis 1972), musste er zusätzlich zu seiner Meistermarke den Feingehalt des Silbers angeben und ab dem Jahr auch in Tausenderteilen wie 828, 830 (prøvesølv, mit remedium bis 826) (925 sieht man daher nicht zusammen mit einer Drei-Türme-Punze).
Ob nun -zig Meister aus der Provinz das nutzten, weiß ich nicht; da es aber quasi als Qualitätsgarantie etabliert galt, sicher doch so einige dann

marker hat geschrieben: Samstag 28. Februar 2026, 07:09 Lese da I.H.B&C. Schoubye nennt unter No. 148 einen Johan Herman Beyreis
der 'kecke' Goldschmied? der, der 1859 verantwortlich war, dass der Dänische König als Super-Mitglied die Flensburger Schützengilde St. Nicolai verlassen musste, aber er blieb, weil nicht rausgewählt wurde. Na ja - Gesellschaft dann polizeilich geschlossen.
Könnte sein, wenn das die Buchstaben sind, auch kaum Alternativen lt. Literatur, aber irgendwo dokumentiert - ?? den gab es m.W. bis 1883 auch noch, ob danach? der 'Sohn' scheint ansonsten nur in einer Volkszählung auf und eben in dem Skript.

edit: und wenn jetzt auf der Dose das nicht nachdatiert wurde, sondern original ist - finde 1855 stilistisch auch wieder noch gedanklich fast angenehmer: gab es da diesen Goldschmied schon aktiv? frühere (vor den 1870er Jahren kann ich eben nicht einsehen, djvu geht irgendwie nicht mehr)
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Beitrag von nux »

gut getroffen...
AndreZ hat geschrieben: Samstag 28. Februar 2026, 15:10 soweit ich es lesen kann:
und ich denke

Zum 14ten Juli 1855
von S. St. & H.F. St.
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Beitrag von marker »

Guten Tag, mange tak für die ausführliche Erläuterung ! Nur nochmal zum Verständnis: gab es die Bestimmung, dass nur im Land verarbeitetes Silber gepunzt werden durfte ? Gruss marker
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Beitrag von nux »

marker hat geschrieben: Samstag 28. Februar 2026, 16:59 gab es die Bestimmung, dass nur im Land verarbeitetes Silber gepunzt werden durfte ?
keine Ahnung, wahrscheinlich nicht, weil überflüssig ... das wird so langsam mehr zur Logik-Sache ... wie das angehen? umgekehrt vllt...

um etwas 'zu punzen' muss es ja irgendeinen oder irgendwelche entsprechenden Stempel für einen oder mehrere bestimmte Zwecke geben und auch zugehörige Vorschriften.
Es braucht(e) dann wen, der kontrolliert/prüft und das bestätigt - aber womit? da war m.W. nichts und keiner vorgesehen für 'ins Land gebracht'.

Das war ja nun auch kein 'interessanter Markt' - um 1770 waren das gerade mal etwa 800 000 Leutchen und von wohlhabend die Meisten eine Ecke weg. Erst 1811 offiziell 1 Million und 1882 2 Millionen Einwohner erreicht. Silber hatte man auch selber genug, denn durch die Zugehörigkeit Norwegens wurde das Königreich tatsächlich zu einem nicht unbedeutenden Silberproduzenten. 1624 bereits begann in Kongsberg der Silberbergbau (gab Zeiten des Stillstands, aber lief bis 1957 dann). Neben Silber für heimischen Gebrauch zu Schmuck, Gerät und Geld u.a. lieferte das genügend um auch die gestiegene Nachfrage nach Silber in Europa auch zu Münzzwecken zu decken; d.h. es wurde viel Rohware exportiert.

Grundlage der ganzen Stempelei war/ist in DK aber zuerst, von Anbeginn an einfach nur das minimale Muss von oben: 'Meistermarke' drauf und Silber 'gut' sein, d.h. der Feingehalt der/den staatlichen Vorgabe(n) entsprechen. Geringere Gehalte waren ggf. zulässig, mussten dann aber (vor 1893) gestempelt angegeben werden. Stadtmarken konnten oder sollten oder mussten, sofern vorhanden/vorgesehen. Aber da müsste man wirklich ganz im Detail in jede einzelne købstadt und deren Regularien rein, in der Gold-/Silberschmiede tätig waren / sein durften. Ob es da ggf. Prüfmechanismen gab. Denn die hatten ja das Sagen in Sachen Handwerk [Gäste sehen keine Links]

Hinzu kommt das ganze komplizierte Drumherum [Gäste sehen keine Links] - bis es dann schrittweise mehr Freiheiten gab.
Im Zusammenhang mit der neuesten Überarbeitung vom Bøje gibt es eine Liste der Städte und Gemeinden wo was überhaupt stattfand.

Kopenhagen selbst - da geht es dann 1429 los mit der Guldsmedelaug, der Goldschmiedezunft - ein PDF zur Geschichte da auch verlinkt [Gäste sehen keine Links] - und wie man da mit importierten Sachen aus anderen Ländern vor oder nach 1893 umging - oder auch nicht - kann ja wer möchte mal erforschen 😉 - bis dato war die Drei-Türme-Marke ja eigentlich nur für Kopenhagener Goldschmiede.

Nach 1893 konnte also wer wollte egal von wo auch immer im Lande in Kopenhagen vorstellig werden und sich vom stadsguardein dann eben auch eine 'Kopenhagenermarke' drauf stempeln lassen. Erst dann wurde das zur allg. Feingehaltsgarantie und Qualitäts-Aushängeschild (das wiederum besonders auch zu Exportzwecken !!) und sparte die numerische Angabe. Wer das nicht wollte, blieb bei seinem MZ (seit 1893 glaub auch die Registrierpflicht) und stempelte den Feingehalt in Tausenderteilen mit einem S dahinter für Silber. Es blieb bei null Kontroletti auch da. Wie man mir verschiedentlich erklärt hat, reichte es also für deutsche Hersteller völlig aus, wenn sie nach DK liefern wollten, dem Genüge zu tun und 'guten' Feingehalt zu haben, das S mitzubringen (830S, 835S oder höher), ihren Namen oder MZ dabei und das war's. Kann stimmen oder auch nicht; aber mehr weiß dazu nunmal nicht.

Ob und warum auch ausländische Firmen oder (vermutlich fast eher) dänische Importeure sich eine Drei-Türme-Marke holten: wird so sein, weil zumindest ein Bsp. erinnere ich - diese langwierige & krause istdochnichtMemmert-Sache mit der Gingko-Schale von @silberfreund. Die ein 900M drauf hatte, wohl ein Bruckmann-Modell war, aber eben ohne Herstellermarke da in DK nicht erlaubt wäre. Die hatte eine Drei-Türme-Marke bekommen; ob auch einen Guardeinstempel erinnere ich nicht mehr.

Aber auch: bin kein Spezi für das Land, aber paar basics sollten schon gehen. Und: das alles betraf so die Herzogtümer eh nicht oder kaum... Ausgangspunkt war ja Flensburg...
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