marker hat geschrieben: ↑Samstag 28. Februar 2026, 07:09
Das dürfte in Dänemark ähnlich gewesen sein - es gibt doch zich Landmeister, die die Kopenhagener Marke stempeln liessen ?!
umptata, Parademarsch... das erste ist eine Spekulation und wären auch drei Paar Schuhe; die passen m.M. nur so alle nicht.
Der dänische Staat umfasste auch die Herzogtümer, ja - aber nicht überall galt alles an dänischen Gesetzen bzw. es gab Ausnahmen für einzelne Regionen oder bestimmte Zeiten.
Man kann noch nicht mal alles von Sønderjylland in Hinsicht auf Silber / Goldschmiede einheitlich betrachten. In Haderslev z. B. ging es - weil die tatsächlich eine Zunft hatten - ganz anders zu als anderswo.
Oder auch, dass im Königreich Dänemark Goldschmiede nur in Städten und einigen größeren Orten ansässig/tätig sein durften: an der Westküste gab es auch zahlreiche Goldschmiede außerhalb, in kleinsten Dörfern sogar. Für Trachtenschmuck oder um Seefahrer bedienen zu können. Nord- und Sydschleswig wiederum machte auch stilistisch Dinge noch wieder anders etc.
Aber egal ob Königreich oder Herzogtümer - irgendeine dänische Stadtmarke auf einen Import drauf zu schlagen / geschlagen zu haben: das halte ich für eine doch sehr gewagte These. Meisterzeichen waren obligatorisch, ob als nur-Verkäufer zu nutzen vllt. möglich, daher da wie sonstwo ja noch denkbar sein, aber vonner Stadt? glaub nicht. Einzelfälle sicher nie ganz auszuschließen, auch Fehlinterpretationen wie hier fast nicht, aber. Zumal viele auch in Jütland nicht und in Süden eh kaum eines Beschauzeichen waren...
Was genau meint 'Kopenhagener Marke'? abgesehen davon, dass es weitere Stadtmarken mit drei Türmen gab (Aalborg, Randers, Svendborg f.e.), ist das Vorkommen auf entweder Silber aus Kopenhagen und
später anderswoher zeitabhängig. Die Kopenhagener Stadtmarke als auch Beschauzeichen gab es ab 1608. In diesem Jahr wurde durch Christian IV. sowohl in Kopenhagen als auch in der Provinz (wo das aber nur bedingt funktionierte) das Guardein-System eingeführt. Diese Beschaumeister kontrollierten den Silberfeingehalt, der überall gleich sein hatte, und bestätigten das mit 'ihren' Zeichen zusätzlich eingeschlagen. Dafür wurde eine Gebühr erhoben und in Kopenhagen stempelte (bis 1852) der Guardein daher zusätzlich ein Monatszeichen für 'bezahlt' eben dann.
Die Drei-Türme-Marke garantierte bis 1893 einen Silbergehalt von 13½ Lot = 844/1000, bezeichnet als Kopenhagener Probe ::: Københavns prøvesølv - und bis 1893 bedeuteten die drei Türme, dass das Silber von einem Meister in Kopenhagen gefertigt worden war. Nicht woanders.
Ab 1893 war die Stempelung von Silber durch den Guardein freiwillig und erst ab da stand der Stempel mit den drei Türmen allen Silberschmieden in Dänemark als Garantiemarke erlaubt zur Verfügung. So sie denn dahin fuhren und Arbeiten prüfen & punzieren ließen. Gleichzeitig wurde der Mindestfeingehalt auf 828/1000 Teilen Silber gesenkt (entsprechend 13¼ Lot). Verzichtete ein Meister auf die Stempelung mit der Drei-Türme-Marke (in Gebrauch bis 1972), musste er zusätzlich zu seiner Meistermarke den Feingehalt des Silbers angeben und ab dem Jahr auch in Tausenderteilen wie 828, 830 (prøvesølv, mit remedium bis 826) (925 sieht man daher nicht zusammen mit einer Drei-Türme-Punze).
Ob nun -zig Meister aus der Provinz das nutzten, weiß ich nicht; da es aber quasi als Qualitätsgarantie etabliert galt, sicher doch so einige dann
marker hat geschrieben: ↑Samstag 28. Februar 2026, 07:09
Lese da I.H.B&C. Schoubye nennt unter No. 148 einen Johan Herman Beyreis
der 'kecke' Goldschmied? der, der 1859 verantwortlich war, dass der Dänische König als Super-Mitglied die Flensburger Schützengilde St. Nicolai verlassen musste, aber er blieb, weil nicht rausgewählt wurde. Na ja - Gesellschaft dann polizeilich geschlossen.
Könnte sein, wenn das die Buchstaben sind, auch kaum Alternativen lt. Literatur, aber irgendwo dokumentiert - ?? den gab es m.W. bis 1883 auch noch, ob danach? der 'Sohn' scheint ansonsten nur in einer Volkszählung auf und eben in dem Skript.
edit: und wenn jetzt auf der Dose das nicht nachdatiert wurde, sondern original ist - finde 1855 stilistisch auch wieder noch gedanklich fast angenehmer: gab es da diesen Goldschmied schon aktiv? frühere (vor den 1870er Jahren kann ich eben nicht einsehen, djvu geht irgendwie nicht mehr)