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Guten Tag zusammen,
ich wende mich an die Foren Gemeinschaft mit der Bitte um Hilfe bei meinem neuen Projekt, einem Schrankkoffer. Ich habe den Koffer von einem sehr netten Herrn aus der Bremer Gegend erstanden, und zuerst daran gedacht ihn ins Kinderzimmer zu stellen. Aber bei dem Zustand bringe ich das nicht übers Herz und er wird wohl im Wohnzimmer landen.
Zurerst die positiven Seiten:
Der Koffer ist, soweit ich das erkennen kann, unverbastelt, trocken, und bis auf Ladenschlüssel und Hauptschlüssel komplett.
Negatives:
Beim Deckel der Hängeseite ist ein Zapfen abgebrochen.
Bei der untersten Klappe der Ladenseite fehlt ein Knopf für die Abdeckung.
Schlüssel fehlen
Äußere Metallscheuerleisten haben Risse.
Flugrost, an einzelnen Nieten und Schranieren erheblicher Rost
Unterhalb der Klappe auf der Ladenseite ist der Innenbezug eingerissen.
Aufgabenstellung
Es liegt mir fern den Koffer umzubauen oder auch nur zu streichen. Meine Vorstellung ist es, die vorhandenen Fehler zu fangen, den Bestand zu konservieren und zu reparieren wo nötig.
Und jetzt der Hauptgrund warum ich hier bin:
Material- und Werkzeugkunde
Ich habe handwerklich einiges gemacht aber ich hatte noch nie mit einem derartigen Materialmix auf so engem Raum zu tun. Dazu kommt, daß ein Auseinandernehmen fast unmöglich ist, weil nichts geschraubt sonder alles genietet und geklebt zu sein scheint.
Womit habe ich es zu tun?
Ich glaube der Außenkoffer ist mit Ecken aus Stahl, Scheuerleisten aus Aluminum und Flächenbeplankung aus geprägtem Aluminium gemacht. Die Schlösser und Schnallen sind angelaufen, also Eisen, vernickelt, verchromt? Die Griffe sind aus Leder, das fest aber nicht hart ist.
Der Korpus und die Laden sind aus einem sehr leichten (Birke?) und dünnen Sperrholz. Der Innenbezug und die Laden sind mit einem Leinenstoff flächig beklebt, die Ladengriffe sind nicht angelaufen, die Nieten und die Knöpfe der Klappe schon, ebenso die Ausklappstangen für die Kleiderbügel. Die Riemen in den Laden und auf der Hängeseite sind aus Stoff, in der Ecke der Hängeseite sind kurze Lederriemen mit Schnalle. Die Klappe auf der Hängeseite ist gepolstert. Die Sperrleiste auf der Ladenseite ist unter Umständen Stahl, vielleicht aber auch nur sehr dick verchromt, jedenfalls ist sie an einer Stelle angelaufen. Dort wo die Kofferhälften schließen ist auf der Hängeseite eine nicht angelaufene Metallschiene, auf der Ladenseite eine Art Textil- oder sehr alte Gummidichtung. Der Vorhang auf der Hängeseite und die Abdeckung der Klappe sind aus einem sehr weichen, festen Vorhangstoff. Die Belederung und die Lederriemen scheinen original und sind nicht gerissen oder fleckig.
Und nun zu meinen Fragen:
Liege ich mit den Materialien richtig?
Womit arbeite ich?
Welche Putzmittel kann ich wie verwenden?
Ich habe an Kernseifenschaum gedacht, wenig Chemie und möglichst trocken.
Beim Metall bereiten mir besonders die Übergänge Sorgen. Reinigen ja, aber ich will keine Patina (siehe Fotos, Lackbeschriftung) abtragen und ich möchte keine Flecken durch falsche oder zu scharfe Putzmittel oder Politur verursachen.
Die Schlüssel werden einen Gang zum Schlösser nötig machen.
Zuletzt noch meine persönliche Einschätzung des Koffers:
Mir ist egal was er wert ist, ich geb ihn die nächste Zeit nicht her. Leider habe ich bisher keinerlei Stanzen, Marken oder Plaketten gefunden. Es gibt Ähnlichkeiten zu Modellen der großen Anbieter beiderseits des Atlantiks.
Der gute Erhaltungszustand und die Bauweise lassen den Koffer für mich eher jünger wirken also späte 30er vieleicht sogar ein Nachkriegsmodell. Der Koffer war gut unterwegs, leider sind alle Aufkleber entfernt worden, erkennbar sind noch die mit (Lack) Farbe aufgebrachten Schriftzüge BRUNN, Neuburg a.d. Donau, abgekratzt Wien.
Ich füge allgemeine Fotos bei.
Ich danke Ihnen / Euch schon jetzt für Ihren / Euren Input.
Beste Grüße aus Wien
Gustav

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