Guten Tag, bei der Produktion versilberter Korpuswaren wurde gerne das Prinzip der sog. "Gewichtsversilberung" angewendet. Man überlegte sich, wieviel Gramm pro Stück man auftragen wollte, multiplizierte mit der Stückzahl, die gleichzeitig im Bad hängen sollte, das Ganze dann mal 2 genommen, dann hatte man das ca. Gewicht der Feinsilber-Anode, die verwendet werden mußte. Dann Bad anschalten, für konstante Temparatur und Durchmischung des Bades sorgen, warten bis sich die Anode komplett aufgelöst hat - fertig. Dann wußte man, daß sich das halbe Gewicht der Anode auf die im Bad befindlichen Stücke verteilt hatte und man - hoffentlich - die gewünschte Grammzahl pro Stück erreicht hatte. Im Idealfall. Wieviel der Niederschlag im konkreten Fall wog bzw. wiegen sollte, bestimmte halt die Firma vorab. Als Standardwert kann man gut die bekannte "I/O"-Versilberung der
WMF nehmen, lt. Aussage der Firma "für Gegenstände des praktischen Gebrauchs und für grössere Ziergeräte". Das I/O bedeutete 1 Gramm Feinsilber auf eine Fläche von 10 x 10 cm niedergeschlagen. Man musste nur einmal bestimmen, wie groß die Fläche des zu versilbernden Objekts war, dann ergab sich sozusagen alles weitere. Gut möglich dass die 4 hier auf dem Stück bedeutet, dass 4 Gramm Feinsilber auf dem ganzen Stück verteilt wurden. Das wäre für so eine Mokkakanne nicht sehr viel, könnte aber passen. Zur Kontrolle musste das fertige Stück nur gewogen werden (drum "Gewichtsversilberung"), dann wusste man, ob man geschlampt hatte oder nicht. Heute ist vieles durch Computer einfacher geworden, aber Galvanik ist immer noch diffizil und gelegentlich ein bißchen eine Zitterpartie. Gruß Marker