Stahlstich aus England
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- Jonas Offline
- Neuling
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- Registriert:Sonntag 10. Februar 2019, 09:53
- Reputation: 10
Stahlstich aus England
Hallo zusammen,
mir ist vor kurzem ein Stahlstich offensichtlich englischer Herkunft in die Hände gefallen, der den "neuen Marktplatz" in Hamburg zeigt.
Schön koloriert und hochwertig gerahmt.
Erwähnt wird als "drawer" ein Captn.Batty und als "engraver" wird Thomas Higham genannt. Das ganze ist auch datiert "published" April 1828 durch Jennings und Poultry.
Thomas Higham lebte von 1795 bis 1844, so weit bin ich bereits gekommen. Das erwähnte Datum passt zeitlich voll zum Leben von Higham, so weit ist alles plausibel.
Update:
Robert "Captn." Batty lebte von 1789 bis 1848, war zunächst in der Armee und reiste später durch Europa (u. a. auch Deutschland) und fertigte eine Vielzahl von Zeichnungen, von denen etliche in Stahlstiche übertragen wurden.
Da das mittlerweile nicht mein einziger Stahlstich aus England ist möchte ich etwas mehr über diese Art von Bildern lernen.
Zuerst: Wie kann man diese Bilder richtig datieren? Das Bild wird doch nicht wirklich von 1828 sein?
Und ich suche empfehlenswerte Seiten, wo man sich besser über die Künstler und ihre Bilder belesen kann.
mir ist vor kurzem ein Stahlstich offensichtlich englischer Herkunft in die Hände gefallen, der den "neuen Marktplatz" in Hamburg zeigt.
Schön koloriert und hochwertig gerahmt.
Erwähnt wird als "drawer" ein Captn.Batty und als "engraver" wird Thomas Higham genannt. Das ganze ist auch datiert "published" April 1828 durch Jennings und Poultry.
Thomas Higham lebte von 1795 bis 1844, so weit bin ich bereits gekommen. Das erwähnte Datum passt zeitlich voll zum Leben von Higham, so weit ist alles plausibel.
Update:
Robert "Captn." Batty lebte von 1789 bis 1848, war zunächst in der Armee und reiste später durch Europa (u. a. auch Deutschland) und fertigte eine Vielzahl von Zeichnungen, von denen etliche in Stahlstiche übertragen wurden.
Da das mittlerweile nicht mein einziger Stahlstich aus England ist möchte ich etwas mehr über diese Art von Bildern lernen.
Zuerst: Wie kann man diese Bilder richtig datieren? Das Bild wird doch nicht wirklich von 1828 sein?
Und ich suche empfehlenswerte Seiten, wo man sich besser über die Künstler und ihre Bilder belesen kann.
-
- lins Offline
- sehr erfahrenes Mitglied
- Beiträge: 6018
- Registriert:Mittwoch 5. August 2015, 14:05
- Reputation: 19336
Stahlstich aus England
Hi Jonas,
Dein Stich stammt möglicherweise aus einem Buch, die Größe müsstest Du mal überprüfen
[Gäste sehen keine Links]
Einfach runterscrollen, etwa 25 Seiten.
Die Kolorierung genauer zu sehen, scheitert an der Qualität der Bilder und an der Glasscheibe.
Da es davon möglicherweise mehrere, auch jüngere Auflagen gibt, lässt sich das Alter Deines Stiches nicht genau sagen. Aber erst solltest Du schauen, ob Du an dem Blatt selber noch Hinweise findest. Auch über das benutzte Papier. Dazu müsstest Du die Rahmung öffnen.
Und, ob sich rechts unten auch das "printed.." findet. Und bessere Fotos von der Kolorierung, Ausschnitte.
Gruß
Lins
Dein Stich stammt möglicherweise aus einem Buch, die Größe müsstest Du mal überprüfen
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Einfach runterscrollen, etwa 25 Seiten.
Die Kolorierung genauer zu sehen, scheitert an der Qualität der Bilder und an der Glasscheibe.
Da es davon möglicherweise mehrere, auch jüngere Auflagen gibt, lässt sich das Alter Deines Stiches nicht genau sagen. Aber erst solltest Du schauen, ob Du an dem Blatt selber noch Hinweise findest. Auch über das benutzte Papier. Dazu müsstest Du die Rahmung öffnen.
Und, ob sich rechts unten auch das "printed.." findet. Und bessere Fotos von der Kolorierung, Ausschnitte.
Gruß
Lins
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- nux Offline
- sehr erfahrenes Mitglied
- Beiträge: 16210
- Registriert:Montag 2. Juli 2018, 20:39
- Reputation: 27362
Stahlstich aus England
Hallo
das erste, was man bei einer solchen Druckgraphik beurteilen (können) sollte, ist, ob es ein Original-Abzug von einer Druck-Platte ist. Also, in dem Fall, ob Du überhaupt wirklich einen Stahlstich da hast.
Das erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, dass ein Bild 'aus der Zeit' ist. So, wie die Fotos hier sind oder auch dort [Gäste sehen keine Links] - kann man dazu keine Aussage machen.
Stahlstiche gehören zu den Techniken, die unter Tiefdruckverfahren zusammengefasst werden [Gäste sehen keine Links]
auch dort [Gäste sehen keine Links]
Stahlstich [Gäste sehen keine Links]
Radierung [Gäste sehen keine Links]
Sehr anschaulich dort für Stiche [Gäste sehen keine Links]
im Unterschied zu Radierungen [Gäste sehen keine Links]
Diese Verfahren hinterlassen fast immer alle eines, nämlich einen Eindruck im Papier. Man sieht einen Druckrand; das Motiv selbst ist eingetieft. Und - Papier: häufig eben Bütten, welches eine eigene Struktur außerdem aufweist.
Bei dem sw-Exemplar kann man es links am Rand noch einigermaßen gut sehen [Gäste sehen keine Links] auf [Gäste sehen keine Links]
wenn man sich dazu etwas von den Fotos aus der eBucht vergrößert, dann sieht man aber auch, dass die Strukturen schon übereinstimmen.
Ist kein solcher Rand vorhanden, das Papier sehr glatt (und manchmal im Original nicht, dann aber außerdem ein Titel oder einer in anderer Schrift vorhanden), muss man ganz genau gucken, was es sein könnte. Oft stammen solche Blätter aus Büchern, die in der Zeit oder auch später noch wieder aufgelegt worden sein können. Daher sollte man versuchen, den Ursprung zu finden.
Zum Vergleich/als Grundlage auch noch andere Werke [Gäste sehen keine Links]
daraus erklärungshalber zwei herausgegriffen
dies [Gäste sehen keine Links]
und das [Gäste sehen keine Links]
das erste ist ein Original-Abzug eines Stahlstichs und das zweite eine handkolorierte Lithographie, ein Steindruck (Flachdruckverfahren). Also eine Vervielfältigung eines Druckes wiederum mittels eines anderen Druckverfahrens.
Also nochmal für alle zum Mit- oder Nachlesen [Gäste sehen keine Links]
ah ja - da steht auch was genau dazu "Arbeitsweise und Entstehung am Beispiel "Hanoverian and Saxon Scenery"
1825 besuchte Batty das Königreich Hannover, die Stammlande seines britischen Königs Georg IV: Das dabei mitgeführte Skizzenbuch mit der rückseitigen Signatur "S III" und dem Vorsatz von Battys Namenszug füllte er mit 53 Bleistiftzeichnungen und dem handschriftlichen Vermerk "1. bis 25. August 1825". Die Skizzen entstanden in der Reihenfolge des Reisewegs, jede Skizze wurde mit Ort und Datum versehen: Von Hamburg über Bremen (Markt, Weserbrücken), Verden und Nienburg nach Hannover und weiter über Bückeburg und Minden weseraufwärts bis nach Kassel. ... "
Im englischen wiki steht dazu etwas anders "He published in 1822 French Scenery; in 1823 German Scenery and Welsh Scenery; in 1826 Scenery of the Rhine, Belgium, and Holland all of which have been much esteemed; in 1828 Hanoverian, Saxon, and Danish Scenery; and in 1832 Select Views of the principal Cities of Europe.
Da also ein digitalisiertes Exemplar der Erstausgabe von "Hanoverian and Saxon Scenery", Jennings 1829 und unter Punkt 2 im Inhaltsverzeichnis das gezeigte Motiv genannt [Gäste sehen keine Links]
dort die Liste mit den beteiligten Graveuren, die an der Umsetzung der Zeichnungen von Batty für dieses Buch beteiligt waren [Gäste sehen keine Links]
Demnach gab es aber wohl nur eine Ausgabe, bzw. alle genannten sind aus dem Jahr [Gäste sehen keine Links]
Die Grundlage, Robert Battys Skizzenbuch, gibt es auch als Reproduktion [Gäste sehen keine Links]
Deine Aufgabe nun: erst nochmal genau gucken, mit Licht & Lupe, ja?
Was genau zu Künstlern willst Du denn wissen - es gibt soviel alte & neuere Literatur und zu englischen 'engravers' kannst Du allein schon im englischen wiki schon Manches finden
[Gäste sehen keine Links]
[Gäste sehen keine Links]
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oder auch [Gäste sehen keine Links]
Gruß
nux
das erste, was man bei einer solchen Druckgraphik beurteilen (können) sollte, ist, ob es ein Original-Abzug von einer Druck-Platte ist. Also, in dem Fall, ob Du überhaupt wirklich einen Stahlstich da hast.
Das erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, dass ein Bild 'aus der Zeit' ist. So, wie die Fotos hier sind oder auch dort [Gäste sehen keine Links] - kann man dazu keine Aussage machen.
Stahlstiche gehören zu den Techniken, die unter Tiefdruckverfahren zusammengefasst werden [Gäste sehen keine Links]
auch dort [Gäste sehen keine Links]
Stahlstich [Gäste sehen keine Links]
Radierung [Gäste sehen keine Links]
Sehr anschaulich dort für Stiche [Gäste sehen keine Links]
im Unterschied zu Radierungen [Gäste sehen keine Links]
Diese Verfahren hinterlassen fast immer alle eines, nämlich einen Eindruck im Papier. Man sieht einen Druckrand; das Motiv selbst ist eingetieft. Und - Papier: häufig eben Bütten, welches eine eigene Struktur außerdem aufweist.
Bei dem sw-Exemplar kann man es links am Rand noch einigermaßen gut sehen [Gäste sehen keine Links] auf [Gäste sehen keine Links]
wenn man sich dazu etwas von den Fotos aus der eBucht vergrößert, dann sieht man aber auch, dass die Strukturen schon übereinstimmen.
Ist kein solcher Rand vorhanden, das Papier sehr glatt (und manchmal im Original nicht, dann aber außerdem ein Titel oder einer in anderer Schrift vorhanden), muss man ganz genau gucken, was es sein könnte. Oft stammen solche Blätter aus Büchern, die in der Zeit oder auch später noch wieder aufgelegt worden sein können. Daher sollte man versuchen, den Ursprung zu finden.
Zum Vergleich/als Grundlage auch noch andere Werke [Gäste sehen keine Links]
daraus erklärungshalber zwei herausgegriffen
dies [Gäste sehen keine Links]
und das [Gäste sehen keine Links]
das erste ist ein Original-Abzug eines Stahlstichs und das zweite eine handkolorierte Lithographie, ein Steindruck (Flachdruckverfahren). Also eine Vervielfältigung eines Druckes wiederum mittels eines anderen Druckverfahrens.
Also nochmal für alle zum Mit- oder Nachlesen [Gäste sehen keine Links]
ah ja - da steht auch was genau dazu "Arbeitsweise und Entstehung am Beispiel "Hanoverian and Saxon Scenery"
1825 besuchte Batty das Königreich Hannover, die Stammlande seines britischen Königs Georg IV: Das dabei mitgeführte Skizzenbuch mit der rückseitigen Signatur "S III" und dem Vorsatz von Battys Namenszug füllte er mit 53 Bleistiftzeichnungen und dem handschriftlichen Vermerk "1. bis 25. August 1825". Die Skizzen entstanden in der Reihenfolge des Reisewegs, jede Skizze wurde mit Ort und Datum versehen: Von Hamburg über Bremen (Markt, Weserbrücken), Verden und Nienburg nach Hannover und weiter über Bückeburg und Minden weseraufwärts bis nach Kassel. ... "
Im englischen wiki steht dazu etwas anders "He published in 1822 French Scenery; in 1823 German Scenery and Welsh Scenery; in 1826 Scenery of the Rhine, Belgium, and Holland all of which have been much esteemed; in 1828 Hanoverian, Saxon, and Danish Scenery; and in 1832 Select Views of the principal Cities of Europe.
Da also ein digitalisiertes Exemplar der Erstausgabe von "Hanoverian and Saxon Scenery", Jennings 1829 und unter Punkt 2 im Inhaltsverzeichnis das gezeigte Motiv genannt [Gäste sehen keine Links]
dort die Liste mit den beteiligten Graveuren, die an der Umsetzung der Zeichnungen von Batty für dieses Buch beteiligt waren [Gäste sehen keine Links]
Demnach gab es aber wohl nur eine Ausgabe, bzw. alle genannten sind aus dem Jahr [Gäste sehen keine Links]
Die Grundlage, Robert Battys Skizzenbuch, gibt es auch als Reproduktion [Gäste sehen keine Links]
Deine Aufgabe nun: erst nochmal genau gucken, mit Licht & Lupe, ja?
Was genau zu Künstlern willst Du denn wissen - es gibt soviel alte & neuere Literatur und zu englischen 'engravers' kannst Du allein schon im englischen wiki schon Manches finden
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[Gäste sehen keine Links]
oder auch [Gäste sehen keine Links]
Gruß
nux
- Jonas Offline
- Neuling
- Beiträge: 17
- Registriert:Sonntag 10. Februar 2019, 09:53
- Reputation: 10
Stahlstich aus England
Vielen Dank für die ausführlichen Antworten und die vielen Vergleichsbilder!!!
Zu meinem Bild:
Ich habe ohne den Rahmen zu öffnen erstmal keine der Anzeichen für ein Original von 1828 gefunden. Ob es nun aus einem Buch stammt oder eine spätere Reproduktion ist, das ist mir nicht so wichtig. Der Rahmen ist von hinten aufwändig mit Papier verklebt und ließe sich nicht zerstörungsfrei öffnen, daher lasse ich alles an Ort und Stelle.
Zu meinem Bild:
Ich habe ohne den Rahmen zu öffnen erstmal keine der Anzeichen für ein Original von 1828 gefunden. Ob es nun aus einem Buch stammt oder eine spätere Reproduktion ist, das ist mir nicht so wichtig. Der Rahmen ist von hinten aufwändig mit Papier verklebt und ließe sich nicht zerstörungsfrei öffnen, daher lasse ich alles an Ort und Stelle.
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