Hallo Raschdie,
ich habe mich jetzt noch einmal zu dem Muster umgehört. Leider konnte ich den Musternamen nicht in Erfahrung bringen, jedoch sind vielleicht folgende Informationen interessant:
Der versierte Bestecksammler Oskar M. Zurell beantwortete meine Anfrage nach dem Muster wie folgt:
"Meine Einschätzung ist, dass das Muster aus den frühen 20er Jahren ist
- eine Art von interpretativer Antwort auf ein skulpturstilistisch
ähnliches Modell der Firma Gebrüder Köberlin.
Nach den Wirren des Ersten Weltkrieg wurde die bereits vorher
einsetzende Abwendung vom van de Velde'schen und anderem »Jugendstil«
wieder aufgenommen. Stilistisch fand damit die Hinwendung zu einer Art
von »Neoklassizismus« und »Neo-Biedermeier« statt; dem dann kurzzeitig
das »Art déco« folgte. Bevor Anfang der 30er Jahre eine Art von
»Neo-Barock« einsetzte, der bis in die 50er Jahre Bestand behielt.
1911 hatte
Bruckmann schon 'mal ein Besteck mit Endgirlande (Modell
4601) herausgebracht. Nachfolgend wurden dann 1914 in der Kölner
Werkbundausstellung Teile eines Silber-Service gezeigt (Modell 11660,
nach Entwürfen von J.M. Lock, Atelierleiter 1906-1954). Das war also
bereits vor Rosenthal's 1916 introduziertem »Maria« Service. Dem
folgte spätestens 1919 die endgültige Markteinführung des Bestecks
»Modell 5751« (Entwurf 1913-1914?; vermutlich jedoch erst 1916-1917).
Das Besteckmodell war der abschliessende Teil eines Komplett-Programms.
Das
Bruckmann'sche »Modell 5751«-Thema wurde u.a. von der Fa. W.
Binder in Schwäbisch Gmünd aufgegriffen: Es ist ein Muster mit
prismatischer Abflachung des Stieles, und einer eckigen Endgestaltung
durch eine Girlande mit Granatäpfeln. Die "Antwort" von
Wellner darauf
war, dass die Granatäpfel durch Rosen ersetzt wurden.
Vermutlich hat u.a. das zur Übernahme der Rose als (Girlanden-) Motiv
bei sächsischen Herstellern geführt?
Ja, wer könnte sonst noch Auskunft geben?
Vielleicht hat die Stadt Döbeln ein »Stadtmuseum«, »Stadtarchiv« oder
einen »Heimatkundlichen Verein« (Vielleicht ist das was?:
[Gäste sehen keine Links]) mit Archivbeständen (Katalogen der
Döbelner Hersteller; denn Döbeln war durchaus eines der Zentren
sächsischer Besteck- und Metallwaren-Industrie)."
Freundliche Grüße
Johanna Gehrlein