Hallo zusammen
hier nun die Antwort des historischen Museums von Basel.
Ich möchte mich nochmals bei Allen bedanken, die hier mitgeholfen haben
"Sie haben den Ursprung Ihrer Eisenplatte eigentlich schon selbst gefunden, nämlich ein grosses, geschnitztes, rundes Holzmodel, 1603 datiert, das seit 1896 im Historischen Museum Basel verwahrt wird. Es ist eines der grössten, qualitätvollsten und bekanntesten Model unserer Sammlung. Deshalb existieren davon vermutlich etliche Abformungen, die in früherer Zeit zur Verwendung durch Kunsthandwerker und Konditoren hergestellt wurden.
Das Original misst im Durchmesser 42-42,8 cm. Üblicherweise hat man solche Holzmodel in Basel zum Ausformen von Änisbrötli benutzt. Auch wenn dieser Name mit der Verkleinerungsform darauf hindeutet, dass dieses Backwerk meist ein kleines Format hatte, so sind doch auch grosse Formate nicht ausgeschlossen. Formen dieser Art können für verschiedenste Esswaren benutzt werden: für Änisbrötli, Lebkuchen oder Marzipan. Bei kleineren Formen lässt sich auch nachweisen, dass solche Model zur Anfertigung von Reliefauflagen im Glockenguss oder auf Keramik verwendet wurden. Kürzlich habe ich
Die in Marzipan erfolgte Ausformung auf dem Titelbild von „Das süsse Basel“ wurde damals durch das Leckerli-Huus gemacht. Von einem ähnlichen Model habe ich kürzlich eine glasierte und gebrannte Ausformung in Ton gesehen; die Verwendung als Model für den Eisenguss ist mir bisher noch nicht begegnet. Zu datieren ist so ein Objekt kaum; ich vermute aber, dass es in das 19./20. Jahrhundert gehört und zu Dekorationszwecken angefertigt wurde. Den starken Rostspuren nach zu urteilen, ist Ihr Objekt vermutlich im Aussenbereich angebracht gewesen.
Es tut mir leid, dass ich Ihnen nichts Genaueres mitteilen kann.
Ich danke Ihnen sehr für die Zusendung der Fotos, die eine zuvor unbekannte Verwendung dieses Models belegen."