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A–Tukan–4-Punze auf einem Bibus-Zigarettenetui aus Mährisch-Trübau

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A–Tukan–4-Punze auf einem Bibus-Zigarettenetui aus Mährisch-Trübau

Beitrag von ttrebess »

Ich hatte kürzlich dieses Zigarettenetui der Firma Franz Bibus & Sohn aus Mährisch-Trübau in der Hand. Stilistisch würde ich es der Neuen Sachlichkeit zuordnen und etwa in die Zeit zwischen 1927 und 1932 datieren. Das Etui wiegt 145 g.

Das Etui trägt eine Kombination aus drei Marken, die insgesamt dreimal eingeschlagen wurde: zweimal auf dem seitlichen Gehäuserand und einmal auf dem Drücker. „FB“ dürfte für Franz Bibus beziehungsweise Franz Bibus & Sohn stehen, „800“ bezeichnet den Silberfeingehalt.

Rätsel gibt mir jedoch die dritte Punze auf. Sie zeigt offenbar einen nach links blickenden Tukan, flankiert von einem „A“ links und einer „4“ rechts.

Soweit ich es bisher nachvollziehen kann, wurde die Tukan-Punze in Österreich 1922 eingeführt. Gleichzeitig wurden offenbar die Kennbuchstaben der Prüfbezirke geändert, sodass Wien fortan nicht mehr mit „A“, sondern mit „W“ gekennzeichnet wurde. Tukan-Punzen mit „W“ und anderen Bezirksbuchstaben lassen sich durch Vergleichsstücke belegen. Einen Tukan mit der Kombination „A–4“ konnte ich bislang jedoch nicht nachweisen.

Kann jemand diese spezielle A–Tukan–4-Punze zuordnen und den Verwendungszeitraum näher eingrenzen?

Soweit mir bekannt ist, wurde 1903 in Mährisch-Trübau wegen der dortigen Silberwarenproduktion eine Expositur des Punzierungsamtes eingerichtet. Diese führte die Amtskennung „A2“. Könnte das „A“ der vorliegenden Tukan-Punze möglicherweise auf diese Kontrollstelle verweisen, während die „4“ die Feingehaltsstufe für 800er Silber bezeichnet?

Für Hinweise auf Vergleichsstücke, Punzentafeln oder weiterführende Literatur wäre ich sehr dankbar.

Als Hintergrund zur Firma Franz Bibus & Sohn, zur Silberwarenproduktion in Mährisch-Trübau und zur besagt A2-Punze:

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A–Tukan–4-Punze auf einem Bibus-Zigarettenetui aus Mährisch-Trübau

Beitrag von nux »

Hallo,

hattest du in der Hand oder ist es Deins?

abgesehen zuerst von dem seltsamen Tukan mit A: hier ist irgendwie mehr durcheinander. Denn Mährisch Trübau / Moravská Třebová wurde im Jahr 1919 im Vertrag von Saint-Germain der 1918 neu gegründeten Ersten Tschechoslowakischen Republik zugesprochen. Bis 1938, da änderte sich ja wieder was. Und die hatten ab 1921 eigene Punzen [Gäste sehen keine Links]

Der Tukan mit der 4 für einen Silber-Feingehalt von 800/1000 Teilen - das Punzierungsgesetz der 1. Republik Österreich beschlossen 1921 und mit der Durchführungsverordnung 1922 so eingeführt [Gäste sehen keine Links] - auf der Seite sind auch die Buchstaben für die Städte der Beschau aufgeführt; gleich wie da mit genannt [Gäste sehen keine Links]

Kein A dabei / vorgesehen. Richtig glauben kann ich es nicht, aber möglicherweise ein verbogenes H? 1939-1944 - oder ein fehlerhaftes Punzeisen aus der Anfangszeit ? oder später? weiß nicht, ob man das hier wird klären können

Die Sache mit dem A2, Beschauamt Wien Außenstelle eh nicht - weiß zum einen nicht ob das alles überhaupt stimmt, registriere mich nicht extra/lade mir deswegen da nichts runter, was eh nicht lesen kann - denn die A-Codierungen vor 1922 sind da mit aufgeführt [Gäste sehen keine Links] (oder auch an entsprechender Stelle im Gesetzestext, s. ÖNB) - da ist Mährisch Trübau nicht dabei und eine andere Stadt bei der Zahl.

Bliebe die Frage, ob dieses FB mit einer (wie/wo/wann auch immer) österreichischen Beschau dem Franz Bibus überhaupt zuzurechnen wäre - denn wäre/ist ja keine heimische Produktion dafür. Welche österreichischen Hersteller kämen in Betracht? gab ja schon auch welche mit den Initialen

Noch dazu eine deutschsprachige website zur Historie des Unternehmens, da ist auch eine tschechische Punzierung mit dabei [Gäste sehen keine Links]

dann warten wir mal, was andere hier noch dazu sagen.

Gruß
nux
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A–Tukan–4-Punze auf einem Bibus-Zigarettenetui aus Mährisch-Trübau

Beitrag von marker »

Guten Tag, A war das Zeichen des Wiener Filialpunzierungsamtes I, das mit der Reorganisation der Punzierungsämter in Wien 1922 "aufgelassen" (geschlossen) wurde. Die Dose (4 für 800er Silber) lässt sich also recht präzise auf 1921/22 datieren, welcher Wiener Silberschmied das aber war (evtl. Felix Bauer ?) , vermag ich nicht festzustellen. Gruss marker
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A–Tukan–4-Punze auf einem Bibus-Zigarettenetui aus Mährisch-Trübau

Beitrag von ttrebess »

Hallo nux,

die von Dir verlinkte Website von Annette Ahrens beruft sich auf die von mir verlinkte originale Ausarbeitung zur Wiener Expositur, die ein A2 stempelte. Hier ist noch ein Link zu einem Objekt mit Dianakopfpunze und A2 Prägung, die für Mährisch-Trübau steht.

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Ich glaube, heute ist vergessen, welchen Ausstoß an versilberten und von Silberobjekten diese Region hatte - und das meiste davon wurde über Wien weiterverhandelt.

Hallo Marker,

herzlichen Dank für diese Information. Ich habe aus stilistischen Erwägungen nicht an eine solch frühe Datierung glauben können. Trotzdem denke ich, dass „FB“ für Franz Bibusch aus Mährisch Trübau steht. Dann müsste die Punze jedoch anders erklärt werden.
Ich könnte mir vorstellen, dass das Etui für den Direktexport nach Österreich hergestellt und deshalb werkseitig nur „⁠800⁠“ und ⁠“FB⁠“ gepunzt wurde. Erst an der Zielbehörde erhielt es den Importstempel des Einfuhrlandes (wie die Wiener Tukan-Punze ⁠A4⁠).
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A–Tukan–4-Punze auf einem Bibus-Zigarettenetui aus Mährisch-Trübau

Beitrag von marker »

Guten Tag, tut mir leid, wenn ich das so deutlich sagen muss, aber diese Erklärung geht an der Realität vorbei. Das neue österreichische Feingehaltsgesetz hat diese Tukanpunze ausdrücklich für INLÄNDISCHE Produkte vorgesehen. Ausländische erhielten ganz andere Marken. Und selbst der härteste austriakische Beamte hat damals die CSSR nicht mehr als Inland gesehen. Es gibt da keinen Zweifel: das ist eine inländische Werkstatt gewesen. Gruss marker
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A–Tukan–4-Punze auf einem Bibus-Zigarettenetui aus Mährisch-Trübau

Beitrag von ttrebess »

Hallo Marker,
na dann weiß ich ja jetzt mehr. Herzlichen Dank dafür! Die FB-Punze lässt sich damit jedoch schlecht erklären, es sei denn, ein austriakischer Silberschmied hätte diese Punze „übernommen“.
Gruß ttrebess
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