Vielen Dank euch beiden für die ausführlichen Rückmeldungen – insbesondere für die Hinweise zu den benötigten Fotos und auch für die Korrektur zu Louis de Fontaine. Die Vermutung „Schauenburg“ war ohnehin nur ein erster Gedanke und soll die Suche keinesfalls in eine bestimmte Richtung lenken.
Die gewünschten besseren Aufnahmen kann ich leider erst in ein paar Tagen machen, wenn ich wieder vor Ort bin.
Eine deutlich bessere Nahaufnahme des Gesichts habe ich allerdings bereits und hänge sie diesem Beitrag schon einmal an. Vielleicht lässt sich daran zumindest etwas besser beurteilen, wie fein bzw. sicher das Gesicht tatsächlich gemalt wurde und ob der Eindruck eher für ein älteres Original oder für eine spätere Kopie spricht.
Zur von nux angesprochenen Provenienz über das Haus und seine früheren Bewohner habe ich inzwischen ebenfalls weitergesucht. Das scheint mir momentan sogar erfolgversprechender zu sein als die reine Suche nach einem ähnlichen Gesicht.
Das Gemälde wurde in einem normalen Wohnhaus in Osnabrück gefunden, das ungefähr um 1960 von Hermann Uhlendorf gebaut wurde. Es war zusammen mit älterem Inventar im Haus vorhanden. Deshalb versuche ich gerade herauszufinden, ob das Bild möglicherweise schon länger im Besitz der Familie Uhlendorf war.
Dabei gibt es eine interessante mögliche Verbindung zur Windmühle in Lechtingen. Wilhelm Uhlendorf hatte die Mühle Anfang des 20. Jahrhunderts übernommen und starb 1910 nach einem Unfall. Anschließend übernahm sein Bruder August Uhlendorf den Betrieb.
Zur Geschichte der Familie und der Mühle findet sich hier einiges:
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Gerade die Familienverhältnisse sind dabei offenbar etwas komplizierter; verschiedene Onlineangaben scheinen sich bei den Ehefrauen bzw. späteren Eigentumsverhältnissen teilweise zu widersprechen. Das möchte ich deshalb noch anhand besserer genealogischer Quellen prüfen, bevor ich daraus etwas Sicheres ableite.
Warum ich aber inzwischen relativ stark vermute, dass der Hermann Uhlendorf aus dieser Familie tatsächlich mit dem späteren Hermann Uhlendorf unseres Hauses zusammenhängen könnte:
In einer genealogischen Quelle wird in dieser Familie außerdem ein Sohn Hermann Uhlendorf erwähnt, der als Kind offenbar in besonderem Maße betreuungsbedürftig war. Interessant ist für mich vor allem, dass später in Osnabrück wiederum ein Hermann Uhlendorf als Maschineningenieur erscheint und die weiteren Lebensdaten auffällig gut zu dem Hermann passen, der das spätere Wohnhaus errichtete.
Später findet sich in Osnabrück wiederum ein Hermann Uhlendorf, Maschineningenieur, bei dem Anfang Juli 1950 die Geburt eines Sohnes angezeigt wurde. Das ist deshalb bemerkenswert, weil Herbert Uhlendorf, der Sohn von Hermann und Maria Uhlendorf und spätere Bewohner des Hauses, am 27. Juni 1950 geboren wurde – also gerade einmal etwa eine Woche vor dieser Anzeige.
Auch das Alter der Eltern passt zu einer eher späten Familiengründung: Maria Uhlendorf wurde 1913 geboren und war bei Herberts Geburt knapp 37 Jahre alt. Für Hermann gibt es einen möglicherweise passenden Osnabrücker Geburtseintrag aus 1901 aus einer Uhlendorf-Familie mit Bezug zum Müllerhandwerk. Sollte sich bestätigen, dass dies derselbe Hermann ist, wäre er bei der Geburt seines Sohnes bereits ungefähr 49 Jahre alt gewesen.
Das ist natürlich noch kein genealogischer Beweis. Die Kombination aus
* Uhlendorf-Familie im Osnabrücker Müllerumfeld,
* einem dort ausdrücklich genannten Sohn Hermann,
* dem späteren Hermann Uhlendorf als Maschineningenieur in Osnabrück,
* der zeitlich exakt passenden Geburtsanzeige seines Sohnes 1950,
* und der späteren Verbindung von Hermann, Maria und Herbert mit unserem Haus
finde ich inzwischen aber zumindest auffällig genug, um diese Spur weiterzuverfolgen.
Sollte das tatsächlich dieselbe Familie sein, wäre für mich besonders interessant, ob das Gemälde möglicherweise älterer Familienbesitz war und erst über mehrere Generationen in das in den 1960er Jahren gebaute Haus gelangte. Damit müsste der dargestellte Herr selbstverständlich weder ein Uhlendorf noch überhaupt mit der Familie verwandt sein – er könnte genauso gut aus einem eingeheirateten Familienzweig oder einem früher übernommenen Nachlass stammen. Aber zumindest hätten wir dann erstmals einen konkreten Ansatz für die Herkunft des Bildes.
Weitere Wappen, Siegel oder alte Unterlagen mit eindeutigem Bezug zum Gemälde habe ich bislang leider nicht gefunden.
Die besseren Gesamt- und Detailaufnahmen reiche ich wie gesagt in einigen Tagen nach. Die vorhandene Nahaufnahme des Gesichtes ist unten schon einmal beigefügt.
Vielen Dank nochmals – gerade der Hinweis, zunächst Haus- und Familiengeschichte zu verfolgen, war sehr hilfreich.
Viele Grüße
Sebastian

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