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Westerwälder Humpen Krug alt Zinnmontur Bäcker ?

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Westerwälder Humpen Krug alt Zinnmontur Bäcker ?

Beitrag von nostalgiker »

Hallo,

hier nun frisch geputzt neue Bilder.

Das Tierchen -Löwe- ? (in der Marke) hält wohl einen Reif, in dem die Buchstaben I.K.M. zu sehen sind.
Das ganze scheint in einem 'Wappenschild' zu sein.

vielleicht hilft das weiter
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Danke und Gruß Stefan

Ergänzung : ich kann mir (laienhaft) vorstellen daß dieser Deckel früher oder später dazu kam. ??
Die 'Kugel' oben ist achteckig, und ich glaube die Handhabe fehlt ganz, (abgebrochen und beigeschliffen ?)
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Westerwälder Humpen Krug alt Zinnmontur Bäcker ?

Beitrag von nux »

nostalgiker hat geschrieben: Freitag 26. Juni 2026, 17:15 Das Tierchen -Löwe- ? (in der Marke) hält wohl einen Reif, in dem die Buchstaben I.K.M. zu sehen sind.
Das ganze scheint in einem 'Wappenschild' zu sein.
ja, bewehrt und rotbezungt der Leu wird anzunehmen sein. Das ist schon eine nicht un-typische Optik für eine Meistermarke bei Zinn. Und es gab Gegenden, wo statt mit Meister- und Stadtzeichen ein Meister dreifach seine stempelte. Frag mich da nicht im Detail; das ist ein Sach-Gebiet wo auch nur an der Oberfläche kratze. Kann wie gesagt sein, der Löwe aus einem Stadt- oder Landeswappen stammt und hier ein vereinigtes Zeichen vorliegt. Kann - muss nicht. Die Initialen IKM konnte weder der @ Zinnsammler nachweisen, noch hab ich da frei was.

Es ist aber auch irgendwie historisch so eine Sache - ob früher oder später der Deckel: könnte daher oder auch woanders her oder randlich sein. Da aber in der Region selbst den Krug gefunden, dürfte der Umkreis nicht so groß sein. Oder aber von einem Hausierer von weither mitgebracht? denn die kamen da auch hin.

Westerwald und Taunus - die Nassauischen Gebiete, ob Grafschaften, die Fürstentümer oder das Herzogtum - waren ziemlich arme Gegenden. Das Kannebäckerland ist ja auch genau da ... und was fällt an den Wappen auf, die auf das Haus Nassau zurückgehen? ja, genau. Kann regional sein oder auch nicht - dieses Wappentierchen ist eines der häufigsten
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Nur grob: wenn auch einige Rohstoffe bergbaulich gefördert wurden, gingen die meist in andere Regionen; Weiterverarbeitung (die meist die wichtigere Wertschöpfung darstellte) fand kaum oder gar nicht statt . Zinn wurde m.W. auch nicht oder in relevanten Mengen gewonnen. Liest man 'alte Bücher', so werden teils wandernde Zinngießer, Kesselflicker und Hausierer mehr als ortsansässige Handwerker erwähnt. Jedenfalls im 18. Jh / um 1800 - sofern es überhaupt Literatur gibt. Bei sowas muss man nach wie vor oft noch in Bibliotheken und versuchen Wirtschaftsberichte der einzelnen Gebiete rauszu'pulen'. Oder natürlich genau das auch, was die Silber-Forscher machen: Kirchenbücher durchgehen. Da sind Geburten und Hochzeiten und Todesfälle und Namen und Berufe drin ... Religion war da glaub je hälftig katholisch und evangelisch; bräuchte man beide Sorten. Online gibt es Archion, aber das kostet.

Einen Namen hab ich z.B. für Höhr mal gefunden - Zinngießer Peter Trees III, das war dann schon 1893 und Regierungsbezirk Wiesbaden und Preußen - aber wird noch 2 davor gegeben haben. Bzw. 1911, als Reinhold Hanke den Betrieb übernahm, war lediglich noch von der Steinzeugfabrik Trees die Rede. Tja, weiß nicht.
Einen anderen 1751 in Wiesbaden, den Zinngießer Senfft. Jacob Rinaldi, Zinngießer und Kesselflicker in Heuchelheim (Amt Hadamar) 1872. 1891 in Wiesbaden ein ausgewiesener Franzose aus Pau, Zinngießer Josef Deikon. Auch in Höhr 1891 J. Bapt. Hirschmann.
1841 1 ohne Gehilfe, 3 Zinngießer mit - 'auf dem platten Lande' im Herzogtum Nassau [Gäste sehen keine Links]

worauf hinaus will: wenn man erstmal einen Namen hat, hat man tw. Chancen eine Familie rückwärts in die Zeit zu folgen oder was annehmen zu können. Hier beim IKM, einem Johann Konrad M. z.B.
Kann oder auch nicht; Gesellen wanderten ja und ließen sich u.U. woanders nieder (wo hübsche Maiden ihnen sangen frohe Lieder...) nur ein Bsp. nicht konkret, nur zum Üben /Verständnis - ein Blick ins Nürnberger Künstlerlexikon offenbar etliche Angehörige der Zinngießerfamilie Marx, Johann und dann x y z - und tw. wo überall die auch unterwegs waren [Gäste sehen keine Links]

Wenn der Deckel aus der Gegend wäre, da aber so wenige Zinngießer in waren - das ist Prökelkram und auch Zufall bis Glück da rauszufinden wie die Zinngießer hießen. Zumal man die Orte nicht Möglich, aber u.U. nicht erfolgreich.
Online eh eingeschränkt, aber man kann ja noch eine/zwei Ebenen tiefer - in Hessen ins Lagis [Gäste sehen keine Links] - da kann man auch nach Berufen und Personen forschen. Im 19. Jh. kann man (aus anderen Teilen Hessens) z.B. 14 ausgewanderte Zinngießer auftun. Und da gibt es den Hinweis auf das digitalisierte Geburten-, Ehe- und Sterberegister.

usw. usw.

ach so ja, noch ein goodie für Dich - weiß nicht, warum da Waldenburg als Herkunft angegeben ist - aber da ist noch ein Krug mit Brezel als für einen Angehörigen einer Bäckerinnung bezeichnet [Gäste sehen keine Links] - auch keine ausgeprägte Daumenrast. Die Töpferstadt Waldenburg / Sachsen (nicht verwechseln mit W. in Bayern oder W. in Schlesien) - da sind keramische Arbeiten schon seit dem 14. Jh. bekannt - aber m.W. haben die um 1800 noch kein Kobaltblau verwendet. Abgesehen davon, dass Waldenburger Steinzeug doch ein unterschiedliches Gepräge hat - ah ja da steht was: nach 1900 wurden die erst grau-blau; vorher war braun-salzglasiert angesagt [Gäste sehen keine Links]
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Westerwälder Humpen Krug alt Zinnmontur Bäcker ?

Beitrag von nostalgiker »

Hallo,
nux hat geschrieben: Freitag 26. Juni 2026, 21:08 Wenn der Deckel aus der Gegend wäre, da aber so wenige Zinngießer in waren - das ist Prökelkram und auch Zufall bis Glück da rauszufinden wie die Zinngießer hießen. Zumal..
Vielen und herzlichen Dank,
ja, das, meinerseits mit dem : beim Zinndeckel anzufangen Weiteres zu erfahren war laienhaft, und doch aber nun lehrreich darin.

Gruß Stefan
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