Eine gute, kniffelige Frage. Müsste man sich wohl eingehender mit beschäftigen. Eines der Probleme ist ja, dass man selbst (gerade?) die Bilder von so hochrangigen Leuten wie Waldmüller nicht ohne Bedenken als historische Quellen für Trachten nehmen kann (wo ich mich leider auch nicht auskenne..). Da ist ja immer die Frage: Was wurde für die beabsichtige pittoreske Wirkung etwas oder gar stark verändert, komponiert, erfunden? Bei Waldmüller tauchen diese roten Kopftücher in der Tat so häufig auf, dass ich fast geneigt bin, an eine Schrulle oder ein Markenzeichen zu glauben... Schaut man mal generell herum bei Frauen mit Kopftüchern in der Kunst der Zeit, - viel schwarz, noch mehr weiß, bei Leibl etwa, auch gemustert, aber kaum rot...
Aber vielleicht liege ich auch falsch? Tatsächlich finde ich ad hoc ein paar Beispiele für rote Kopfbedeckungen im Mährischen:
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Ein weiteres Problem dabei auch, dass historische Druckwerke und Fotos überwiegend Festtagskleidung abbilden, aufwändige Hauben etc, keine schlichten Alltagskopftücher, die für den pittoresken Waldi u follower wohl eher interessant waren... Dazu eine verbürgte große Variabilität selbst bei Trachten einer Gegend. (Siehe diesen Artikel dazu:
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Das spräche evtl. für eine persönliche Vorliebe?
Das Kopftuch-Motiv bei F.G.W. unter besonderer Berücksichtigung der historischen Quellen und künstlerischen Praxis...uiuiui
