Hallo Annett,
Deine Uhr ist ein wirklich wunderschönes Stück Zeitgeschichte.
Annett hat geschrieben: ↑Donnerstag 15. Januar 2026, 19:23
So viel Neuanfänge. Traurig, das sie dann doch ein Ende gefunden hat.
So ging es allen anderen Schwenninger Uhrenfabriken leider auch. Nachdem in den 1970er Jahren die Quarz-Uhren aus Fernost Einzug hielten, kam die gesamte Uhrenindustrie meiner Heimatstadt - nach und nach - zum Erliegen.
Ich möchte Dir gerne noch einige Informationen zur Uhrenindustrie Schwenningens geben. Vielleicht interessiert es Dich ja.
Sehr sehenswert, falls Du mal im Schwarzwald bist, ist das kleine, aber feine Schwenninger Uhrenindustrie Museum mit funktionsfähigen Originalmaschinen, die bei einer Führung auch zum Laufen gebracht werden.
Auch das Uhrenmuseum in Furtwangen kann ich nur wärmstens empfehlen.
Schwenninger Uhrenindustrie Museum:
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Furtwangener Uhrenmuseum:
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Deutsche Uhrenstrasse Schwarzwald Baar:
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- Industriegeschichte: Im 19. Jahrhundert begann in Schwenningen die industrielle Uhrmacherei. Mit der Gründung der Württembergischen Uhrenfabrik durch Johannes Bürk (ab etwa 1855) entwickelte sich der Ort schnell von einem handwerklichen Dorf zu einer industriellen Stadt.
- Weltweite Bedeutung: Schwenningen wurde zeitweise als „größte Uhrenstadt der Welt“ bezeichnet, weil hier mehr Uhren produziert wurden als in vielen anderen Uhrmacherzentren zusammen.
Kleine Werkstätten und Zulieferer
• Viele Schwenninger Familienbetriebe produzierten Uhrwerke, Zahnräder, Federn und Gehäuse. Sie bildeten das Rückgrat der Uhrenindustrie, auch wenn sie keine großen Marken waren.
Zeitleiste
18. Jahrhundert
• In Schwenningen dominiert noch die Landwirtschaft.
• Erste Kontakte zur Schwarzwälder Uhrmacherei entstehen, aber noch keine eigene Industrie.
1822
• Gründung der Firma Kienzle (später einer der bekanntesten deutschen Uhrenhersteller).
• Beginn der gewerblichen Uhrenproduktion in Schwenningen.
1855
• Johannes Bürk gründet die Württembergische Uhrenfabrik.
• Entscheidender Schritt von handwerklicher zu industrieller Massenproduktion.
1860–1880
• Rasantes Wachstum: viele neue Uhrenfabriken entstehen.
• Schwenningen entwickelt sich vom Dorf zur Industriestadt.
Um 1900
• Schwenningen gilt als eines der wichtigsten Zentren der deutschen Uhrenindustrie.
• Tausende Arbeitsplätze in Uhrenfabriken und Zulieferbetrieben.
1910–1930
• Blütezeit der Industrie.
• Export von Uhren in alle Welt.
• Schwenningen wird oft als „größte Uhrenstadt der Welt“ bezeichnet.
1950–1960er Jahre
• Letzte große Hochphase nach dem Zweiten Weltkrieg.
• Hunderte Firmen produzieren Uhren, Wecker und Uhrwerke.
1970er Jahre
• Quarzkrise: günstige elektronische Uhren aus Asien verdrängen mechanische Uhren.
• Nahezu alle Schwenninger Firmen müssen schließen.
1980–1990er Jahre
• Ende der klassischen Uhrenindustrie in Schwenningen.
Uhrenfirmen in Schwenningen
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1. Kienzle Uhren
• Gegründet: 1822 in Schwenningen
• Produkte: Taschenuhren, Wecker, Armbanduhren
• Eines der ältesten Unternehmen der Stadt, prägte die Schwenninger Uhrenindustrie über 150 Jahre.
2. Württembergische Uhrenfabrik Bürk & Söhne
• Gegründet: 1855 von Johannes Bürk
• Produkte: Präzisionsuhren, Maschinen zur Uhrherstellung
• Motor der Industrialisierung der Uhrenproduktion in Schwenningen.
3. Haller Uhren
• Produkte: Regulatoren, Großuhren
• Lokaler Hersteller mit Fokus auf hochwertige mechanische Uhren.
4. Pfeil Uhren
• Produkte: Wecker und Kleinuhren
• Kleine, aber regional bekannte Manufaktur.
5. Erhard & Söhne
• Produkte: Wecker, Wanduhren
• Familienbetrieb, wichtig für die regionale Produktion bis Mitte 20. Jh.
6. Urgos
• Gegründet: 1920 in Schwenningen
• Produkte: Mechanische Uhrwerke, vor allem für Wecker und Wanduhren
• Entwickelte sich schnell zu einem der größten Hersteller in Schwenningen - Bekannt für präzise und robuste Uhrwerke.
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende