Unbekannter Stempel auf altem Silbertablett

Bestimmung, Wertschätzung, Tipps zur Pflege und Hersteller Bestimmung von Tafelsilber.

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Goldfinger
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Unbekannter Stempel auf altem Silbertablett

Beitrag von Goldfinger » Montag 9. Juli 2007, 13:29

Hallo,

ich habe hier ein Silbertablett, vermutlich aus der Zeit vor dem 2ten Weltkrieg, mit folgender Punzierung.

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Weiß jemand wie hoch der Silbergehalt ist, bzw. was sagt der Stempel aus?

Besonderheit: Das Tablett wurde aus 2 Teilen, Ober- und Unterseite hergestellt und am Rand verlötet oder verklebt.
Form oval, Breite 46cm, Gewicht 1017g

Grüße
Andreas

Peter1810
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Beitrag von Peter1810 » Donnerstag 12. Juli 2007, 16:09

Guten Tag,
es handelt sich um die Firma Quist in Esslingen Württemberg.
Die Marke wurde in den 20er/30er Jahren des vorigen Jahrhunderts benutzt.
Das IAN heißt 1 A Nickelsilber .
Nickelsilber wurde von Quist z.T. auf galvanischen Weg versilbert . Wenn dies bei Ihrem Stück der Fall ist , so müsste nach einiger Zeit ohne zu putzen das Material schwärzlich anlaufen.
Die Versilberung dürfte wenn vorhanden im 100 – 120 er Bereich liegen. Siehe ff.
Mit freundlichen Grüßen.
Peter

Silberauflage
Auf galvanischem Wege werden minderwertigere Metalle mit einer dauerhaften Silberschicht überzogen und sind somit von echtem Silber optisch nicht zu unterscheiden. Lediglich der Versilberungsgrad gibt Aufschluss.
So geben beispielsweise die eingeschlagenen Kennzeichnungen 60 g, 90 g oder 120 g den Versilberungsgrad für ein Dutzend genormte Besteckteile an.
Eine andere Kennzeichnung ist die Angabe der Silberschichtdicke in µm (sprich: Mikrometer);
Beispiel: 37 µm = 0,037 mm, was einer Silberauflage von 90 g entspricht. (Zur Erinnerung: 1.000 µm = 1 mm)

- 90er Silberauflage
(90 g Silber je 24 dm ²;=12 Esslöffel und Gabeln; Schichtstärke 34 µm)
- 100er Silberauflage
(100 g Silber je 24 dm ²;=12 Esslöffel und Gabeln; Schichtstärke 45 µm)

Nickelsilber

Neusilber , neuzeitlicher Sammelbegriff für Legierungen mit silberähnlichem Aussehen und einem Anteil von 45-65 % Kupfer, 10-25 % Nickel und 10-45 % Zink.

Legierungen als Silberersatz waren in China schon vor unserer Zeitrechnung bekannt. Heutige chinesische Legierungen führen den Namen * Packfong/Packtong. Das von den Büchsenmachern in Suhl (Thüringer Wald) bereits 1770 verwendete Neusilber wurde "Weißkupfer" genannt. Fabriksmäßig stellte Dr. Gleitner in Schneeberg (Chemnitz) 1821 den ersten Silberersatz her, gefolgt von den Gebrüdern J. Henninger in Berlin 1924 und anderen Betrieben. Aufgrund der Ähnlichkeit der einzelnen Legierungen verwendeten die Hersteller zur Unterscheidung verschiedene Namen, z. B. Alfénide, Algerisches Metall, Alpaka, Ambrac, Argentan, Argent d'Allemagne, Argentor, Argyrolith, Berndorfer Silber, Chinasilber, Christofle Metall, Englisches Silber, German silver, Hotelsilber, Kunstsilber, Maillechort, Maldior, Packfong/Packtong, Semilargent, Sterlingmetall, Weißkupfer, Wiener Neusilber.

Goldfinger
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Beitrag von Goldfinger » Freitag 13. Juli 2007, 23:55

Hallo Peter,

vielen Dank für die ausführliche Antwort und richtig, es war stark angelaufen.

Im Stillen hatte ich gehofft etwas Höherwertiges in den Händen zu halten. Na ja, nun weiß ich jedenfalls woran ich bin.

Grüße
Andreas

Peter1810
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Beitrag von Peter1810 » Samstag 14. Juli 2007, 10:09

Hallo Andreas,
das Stück ist mit Sicherheit nicht ohne Wert oder Geringwertig. Stücke von Quist aus dieser Zeit sind z.T. sehr gesucht und erzielen wenn dies Zutrifft und der Zustand gut ist durchaus gute Preise. Ich müßte es natürlich sehen um näheres sagen zu können.
Mfg
Peter

Goldfinger
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Beitrag von Goldfinger » Dienstag 17. Juli 2007, 11:44

Hallo Peter,

sorry, dass ich mich jetzt erst wieder melde.

Peter1810 hat geschrieben:… das Stück ist mit Sicherheit nicht ohne Wert oder Geringwertig… Ich müßte es natürlich sehen um näheres sagen zu können.…


Könntest Du bitte etwas zu dem ungefähren Wert sagen?

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Maße 46 x 32cm
Gewicht 1017g

Zustand: Gebraucht mit Gebrauchsspuren
Auf dem unteren Foto ist eine kleine Beschädigung am Rand zu sehen.

Grüße
Andreas
mail(Klammeraffe)a-schnabel.de

Peter1810
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Beitrag von Peter1810 » Sonntag 5. August 2007, 14:38

Hallo Andreas,
ich bin selbst im Besitz dieses Models. Es ist das seinerzeit sehr beliebte Chippendale Muster. Es geht also vom Muster auf den Englischen Schreiner Thomas Chippendale zurück der im ausgehenden 18 Jhd. ein Standardwerk "the cabinet makers directory" herausgab, in dem u.a. dieser Stil gezeigt wurde. Es ist dadurch aber kein sogenanntes Art Deco Design welches heute mehr gesucht wird.

Trotzdem lohnt es sich das Stück z. Bsp via Ebay u.a. auf enlischsprachigen Seiten (UK, USA, Canada) anzubieten. Der zu erzielende Preis dürfte bei 15 - 30 Euro mit ein wenig Fortüne bei 40 Euro liegen.

Ich besitze das Tablett mit dem passenden Tee und Kaffe Kern in versilberter Ausführung.

Mfg. Peter

Goldfinger
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Beitrag von Goldfinger » Sonntag 5. August 2007, 16:19

Hallo Peter,

ich habe das Tablett inzwischen für 20 Euro verkauft.
Vielen Dank für Deine Hilfe.

Wünsche Dir noch einen schönen Sonntag

Andreas

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