nostalgiker hat geschrieben: ↑Freitag 20. März 2026, 18:30
Ist das Alter auch 1863 bis 1885 ?
Hallo,
nicht ganz, denn hattest Du den Adler genau angeguckt, verglichen? gelesen, was ich in dem anderen Beitrag geschrieben hatte? von 'unterschiedlich' und den Link aufgemacht? hat Dein Adler was in den Krallen? auf dem Kopf? das also ist ein anderer; sieht auf den ersten Blick aus wie der 1875 registrierte, der bis 'um 1900' in Gebrauch war. Dann muss man überlegen, ob das Stück, was man sieht, dahin passt.
was ich eh nicht weiß, ist, welche Quelle @Sartre für die Jahreszahlen-Abgrenzungen bei Tielsch verwendet. Ich richte mich bei den schlesischen Manufakturen Krister, Tielsch, Ohme u.a. i.A. nach den Markenverzeichnissen des polnischen Porzellanmuseums in Wałbrzych / Waldenburg. Und da ist es so, dass es Anfangsjahre für die Verwendung von bestimmten Bodenmarken gibt, dort aber dargestellt ist, dass manche parallel in Gebrauch waren oder gewesen sein sollen. Oft keine scharfe Angrenzung i.S.v. diese endet, die andere fängt an.
Dazu immer ein zweiter Blick bei PM&M - und dann es gibt noch eine Quelle, zum Abgleich: Frank K. Tarrikk Riemann (Carl Tielsch - Altwasser. Porzellan aus Preussisch-Schlesien, 2006) der den 'ersten' C.T. Adler zwar auch ab 1863 schon vermerkt; diesem aber ebenfalls eine Laufzeit bis 1890 zuordnet. Und zu dem ab 1875 ebenfalls schreibt, dass der gleichzeitig mit dem davor (wie auf dem rosa Service) im Einsatz war.
Ohne uralte Verkaufsunterlagen so es noch welche gibt oder sehr spezialisierte Sammler glaube ich kaum, dass jemand den Formnamen dieser vierpassigen Vase (noch / hier) kennt; das Dekor steht drauf, das ist die vierstellige Nummer 8388. Das- hat man im 19. Jh. aber nicht gemacht. Eigentlich sieht das mehr nach 20er, 30er Jahre aus, aber Marken lügen nicht?
- da die gleiche in Grün, ohne Dekorhinweis
[Gäste sehen keine Links] - mögliche Pressmarke da T.2.
mit Blumen, auch da noch kein Jugendstil oder keiner mehr? - Markenabb. anbei
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in Weiß mit Gold die kleine und die größere
[Gäste sehen keine Links] so mochte man es in den 'goldenen Zwanzigern'
und dann sieht man auch das
[Gäste sehen keine Links] - klarer Fall von Art Deco-Dekor.
Und nun? des Rätsels Lösung ist eine / die 'Retro-Marke'. Die eben aussieht wie die 1875-1900 und genau so ohne Orts-/Landesbezeichnung auftritt - verwendet nach dem was bekannt ist ca.1920 - ca.1925
С.Т. - sollte nach dem WKI die guten Zeiten wieder aufleben lassen. Dieser Stempel ist sehr zartfarbig blau und 'Brandblasen' sieht man i.Ggs. zu den alten nie. Und eben die 'modernen' Dekornummern und Interna dabei in diesem rotbraun oder auch blaugrün. Aus irgendwo diesen etwa 5 Jährchen stammt auch Deine Vase...
NB. was meint 'Unterglasur' oder 'Aufglasur' denn - wann im Produktionsprozess bei Porzellan passiert was und bedeutet eben dies oder jenes? für Marken, Stempel , Malerei oder Dekore?
Gruß
nux