Auktionen - schriftliche Gebote
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- Hobbysammler Offline
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Auktionen - schriftliche Gebote
Liebe Leute
Hätte da mal eine Frage an diejenigen, welche sich mit dem Auktionswesen etwas auskennen.
Ich meine nicht die online Plattformen, sondern die klassischen Auktionshäuser.
Fast alle Häuser bieten ja die Möglichkeit der Abgabe eines schriftlichen Höchstgebotes auf
einen Artikel. Normalerweise agiert der/die AuktionatorIn stets im Sinne des Interessenten, heisst,
er/sie erhöht die Schritte immer soweit, bis der Höchstbietende noch als einziger im Rennen ist.
Und er erhält dann den Zuschlag, auch wenn sein Maximalgebot noch nicht ausgeschöpft war.
So steht es fast überall in den Auktionsbedingungen der Häuser.
Einfaches Beispiel: Das höchste abgegebene Gebot liegt bei 3000 Euro. Es sind noch drei weitere
Gebote eingegangen zB. in den Höhen 2500, 2600 und 2700 Euro. Somit müsste der Höchstbietende
den Zuschlag bei 2800 Euro kriegen. Liege ich soweit richtig?
Wie kann man nun sichergehen, dass das Auktionshaus nicht vorgaukelt, es seien noch Gebote in
der Höhe von 2800 und 2900 Euro eingegangen, also fiktive Gebote "erfindet", um den Erlös zu
erhöhen, so dass der Höchstbietende den Artikel schliesslich für sein Maximum kaufen muss und
nicht zum nächsten Erhöhungsschritt nach dem zweithöchst Bietenden? Prüft das jemand (zB.
der obligatorische Kontrollbeauftragte der Behörde), oder muss man sich da auf die Ehrlichkeit
und die Seriosität des Auktionshauses verlassen? Wäre ein solches Gebaren widerrechtlich?
Ich hoffe, man kann mir folgen, was ich meine...
LG
Hätte da mal eine Frage an diejenigen, welche sich mit dem Auktionswesen etwas auskennen.
Ich meine nicht die online Plattformen, sondern die klassischen Auktionshäuser.
Fast alle Häuser bieten ja die Möglichkeit der Abgabe eines schriftlichen Höchstgebotes auf
einen Artikel. Normalerweise agiert der/die AuktionatorIn stets im Sinne des Interessenten, heisst,
er/sie erhöht die Schritte immer soweit, bis der Höchstbietende noch als einziger im Rennen ist.
Und er erhält dann den Zuschlag, auch wenn sein Maximalgebot noch nicht ausgeschöpft war.
So steht es fast überall in den Auktionsbedingungen der Häuser.
Einfaches Beispiel: Das höchste abgegebene Gebot liegt bei 3000 Euro. Es sind noch drei weitere
Gebote eingegangen zB. in den Höhen 2500, 2600 und 2700 Euro. Somit müsste der Höchstbietende
den Zuschlag bei 2800 Euro kriegen. Liege ich soweit richtig?
Wie kann man nun sichergehen, dass das Auktionshaus nicht vorgaukelt, es seien noch Gebote in
der Höhe von 2800 und 2900 Euro eingegangen, also fiktive Gebote "erfindet", um den Erlös zu
erhöhen, so dass der Höchstbietende den Artikel schliesslich für sein Maximum kaufen muss und
nicht zum nächsten Erhöhungsschritt nach dem zweithöchst Bietenden? Prüft das jemand (zB.
der obligatorische Kontrollbeauftragte der Behörde), oder muss man sich da auf die Ehrlichkeit
und die Seriosität des Auktionshauses verlassen? Wäre ein solches Gebaren widerrechtlich?
Ich hoffe, man kann mir folgen, was ich meine...
LG
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- wa213 Offline
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Auktionen - schriftliche Gebote
Viele Auktionshäuser sehen Schritte von etwa 10% vor, du würdest also eher 3000€ zahlen müssen.
Natürlich kann man es nie genau sagen, aber einem Verteigerer ist es zB verboten selbst zu bieten. Die Auktion lebt auch davon, dass man mal ein Schnäppchen macht, es würde sich schnell herumsprechen, wenn bei einem Versteigerer die Gebote immer voll ausgereizt würden, da würden dann nur noch vorsichtige Gebote abgegeben, oder in der Auktion geboten. So wie man bei manchen Auktionshäusern, die bei den Beschreibungen ungenau sind oder beschönigen weniger bietet.
Gerade Auktionshäuser leben von ihrem guten Ruf, ein abschreckendes Beispiel war vor einigen Jahren Auktionata, die hatten falsche Beschreibungen und Schätzpreise und daher innerhalb weniger Monate kaum noch Bieter, da kam dann auch noch raus, dass der Geschäftsführer selbst geboten hatte. Das Unternehmen hat einen dreistelligen Millionenbetrag an Investorengeldern verbrannt und wurde dann insolvent.
Natürlich kann man es nie genau sagen, aber einem Verteigerer ist es zB verboten selbst zu bieten. Die Auktion lebt auch davon, dass man mal ein Schnäppchen macht, es würde sich schnell herumsprechen, wenn bei einem Versteigerer die Gebote immer voll ausgereizt würden, da würden dann nur noch vorsichtige Gebote abgegeben, oder in der Auktion geboten. So wie man bei manchen Auktionshäusern, die bei den Beschreibungen ungenau sind oder beschönigen weniger bietet.
Gerade Auktionshäuser leben von ihrem guten Ruf, ein abschreckendes Beispiel war vor einigen Jahren Auktionata, die hatten falsche Beschreibungen und Schätzpreise und daher innerhalb weniger Monate kaum noch Bieter, da kam dann auch noch raus, dass der Geschäftsführer selbst geboten hatte. Das Unternehmen hat einen dreistelligen Millionenbetrag an Investorengeldern verbrannt und wurde dann insolvent.
- marker Offline
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Auktionen - schriftliche Gebote
Guten Tag, das ist reine Vertrauenssache, Kontrollinstanzen gibt es da nicht. Ich sag es mal so: es gab schon immer und gibt auch weiter solche und solche. Ich kenne ein oder zwei Häuser, bei denen mir seit Jahrzehnten (! wirklich) die Lots exakt zu meinen schriftlichen Höchstgebot zugeschlagen werden. Nie weniger. Das widerspricht jeder Wahrscheinlichkeit. Aber mal beweisen ... Und dann gibt es welche, wo mir ebenfalls seit irgendwann die Lots exakt einen Tick unter meinem Höchstgebot zugeschlagen werden. Kann ja mal sein, aber immer ? Und dann gibt es die, wo es mal zum Ausruf an mich geht, mal halt höher. Also wohl voll korrekt. Tja. Wie erwähnt: im Fall des Falles lieber telefonisch bieten oder dasein. So Corona das erlaubt. Gruß, marker
- Hobbysammler Offline
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Auktionen - schriftliche Gebote
Danke für die Erwägungen. Das ist und bleibt dann wohl ein Nachteil bei schriftlichen Geboten. Habe drum grad so einen Fall. Zwar den Zuschlag erhalten, aber eben zum Maximalgebot, welches deutlich über der unteren Schätzung liegt. Einiges deutet darauf hin, dass ich der einzige Bieter gewesen bin auf dieses Lot, aber eben... wie will man es beweisen.
Dann in Hinkunft vielleicht doch lieber telefonisch oder live.
LG
Dann in Hinkunft vielleicht doch lieber telefonisch oder live.
LG
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- Weinstock Offline
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Auktionen - schriftliche Gebote
Da bleibt dir nur selber in der Auktion bieten.
Eine Kontrolle gibt es nicht.
Eine Kontrolle gibt es nicht.
Das letzte Hemd hat keine Taschen, aber die Freude des Sammlers liegt darin ein besonderes Stück eine Zeit sein Eigen zu nennen.
- mia_sl Offline
- Reputation: 0
Auktionen - schriftliche Gebote
Zum ersten Satz, nein, das hilft nicht wirklich.
Zum zweiten Satz, ja, das kann man so sagen....
Das ist wirklich eine Frage des Vertrauens.
Hier bei Wikipedia wird unter Auktionsführung mal die korrekte Auktionsabwicklung beschrieben.
In dem Moment, wo ich ein schriftliches Gebot abgebe, verwaltet der Auktionator ja mein Gebot /Geld als Treuhänder.
Wenn das alles schriftlich im Auktionsbuch festgehalten ist, dannsollte man das auch nachverfolgen können....
Aber wenn man jahrzehntelange Erfahrungen mit Auktionshäusern hat, dann trifft man schon mal auf Unternehmen, die es augenscheinlich mit einer reellen Abwicklung nicht so genau nehmen.
Ich könnte jetzt mal hier aus dem Nähkästchen plaudern, was man bei Auktionshäusern schon alles erlebt hat.
Ich nenne jetzt mal keine Details, denn wer mich länger hier liest, könnte auf den Ort des Auktionshauses rückschliessen.
Das Hochtreiben der Gebote ist sehr beliebt, wobei dann ein schriftliches Vorgebot vorgetäuscht wird, wenn jemand sehr Interessiertes im Saal sitzt.
Und dann fragte man sich manchmal auch noch, warum die Preise manchmal so offensichtlich (plump) so gepuscht werden.....
Wenn die eigene „Familie“ der Einlieferer der Sachen ist....., kein Wunder, man verdient doppelt.
- Gast Offline
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Auktionen - schriftliche Gebote
Dem ist eigentlich nichts mehr hinzu zufügen - der allgemeine Ruf und die Reputation ist wichtig. Und ich kann nur schwer verstehen warum sich jemand nicht in den Saal begeben mag für die direkte Auktion - die ganzen Emotionen und die allgemeine Kauflust im Saal sorgen für die Besonderheit einer echten Auktion.mia_sl hat geschrieben: ↑Freitag 3. Juli 2020, 22:29 Zum ersten Satz, nein, das hilft nicht wirklich.
Zum zweiten Satz, ja, das kann man so sagen....
Das ist wirklich eine Frage des Vertrauens.
Hier bei Wikipedia wird unter Auktionsführung mal die korrekte Auktionsabwicklung beschrieben.
In dem Moment, wo ich ein schriftliches Gebot abgebe, verwaltet der Auktionator ja mein Gebot /Geld als Treuhänder.
Wenn das alles schriftlich im Auktionsbuch festgehalten ist, dannsollte man das auch nachverfolgen können....
Aber wenn man jahrzehntelange Erfahrungen mit Auktionshäusern hat, dann trifft man schon mal auf Unternehmen, die es augenscheinlich mit einer reellen Abwicklung nicht so genau nehmen.
Ich könnte jetzt mal hier aus dem Nähkästchen plaudern, was man bei Auktionshäusern schon alles erlebt hat.
Ich nenne jetzt mal keine Details, denn wer mich länger hier liest, könnte auf den Ort des Auktionshauses rückschliessen.
Das Hochtreiben der Gebote ist sehr beliebt, wobei dann ein schriftliches Vorgebot vorgetäuscht wird, wenn jemand sehr Interessiertes im Saal sitzt.
Und dann fragte man sich manchmal auch noch, warum die Preise manchmal so offensichtlich (plump) so gepuscht werden.....
Wenn die eigene „Familie“ der Einlieferer der Sachen ist....., kein Wunder, man verdient doppelt.
Briefgebote habe ich nur selten abgegeben, waren in der Regel auch nicht erfolgreich - ein paar mal dennoch den Zuschlag erhalten - aber im Prinzip finde ich nur die Teilnahme direkt vor Ort als die einzig richtige Vorgehensweise um bei einer Auktion Sachen kaufen zu können.
- Hobbysammler Offline
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Auktionen - schriftliche Gebote
Absolut einverstanden! Habe mein Objekt der Begierde jedoch in einem Haus gesehen, das 250 Kilometer entfernt liegt. Und es war etwas kurzfristig3rd gardenman hat geschrieben: ↑Freitag 3. Juli 2020, 22:40 aber im Prinzip finde ich nur die Teilnahme direkt vor Ort als die einzig richtige Vorgehensweise um bei einer Auktion Sachen kaufen zu können
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