Sodele, jetzt ist es endlich ein wenig ruhiger…
Vielen Dank für all die Antworten und die damit verbundene Mühe!
Der Reihe nach: Für ‚schnuppen‘ im Sinne von „ein Licht / eine Kerze schneuzen = den Docht kürzen, damit die Flamme nicht rußt“ gibt das DWB auch Hinweise auf schlesischen, hessischen und thüringischen Sprachgebrauch. Ich kenne den Ausdruck aus dem Munde meiner Großmütter (Kasselänerin die eine, Nordhüserin die andere) - beides zusammengenommen fühle ich mich gleich nicht mehr so als eng umgrenzter Exot
Danke für die Auflösung der Herstellerpunze, den Feinsilberstempel mit Mondsichel und Krone erkenne ich jetzt auch (wenn man‘s weiß, isses einfach).
Die anderen Verwendungen der Schere kommen mir eher unwahrscheinlich vor, für Stoff sind die Klingen bei weitem nicht scharf genug, die abgerundeten Klingenspitzen dürften gegen eine Knopflochschere sprechen, eher für eine Traubenschere, die jedoch auch ausscheiden dürfte, weil die Klingen wie in einer Falz auslaufen, was die Rappen eher quetscht als schneidet.
Zusammen mit meiner festen Erinnerung an die großmütterliche Bezeichnung (s. Titel) halte ich gerade diese Falz und das „Abquetschen“ für die von rub geforderte Festhaltemöglichkeit des abgeschnittenen Dochtendes für geeignet : hält man die Schere waagerecht, so wird dieses in der Falz eingeklemmt.
Ich will mich aber auch nicht darauf versteifen (vielleicht ist die Schere damals zweckentfremdet worden), insofern wäre ein Katalog wirklich hilfreich zur Klärung.
Wie dem auch sei, mir war es hauptsächlich um die Punzierung zu tun, für die Deutung bin ich dankbar!
Schönes Wochenende und
Grüße
Peter

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