Waterloo hat geschrieben: ↑Mittwoch 12. August 2026, 16:41
Lässt sich möglicherweise auch etwas zur ursprünglichen Verwendung dieser ungewöhnlich stark eisenbeschlagenen Truhe sagen?
Hallo,
generell vorweg erstmal, unabhängig von regionalen und sogar engeren zeitlichen Besonderheiten: diese Beschläge als solche sind gar nicht so sonderlich ungewöhnlich. Es handelt sich schließlich recht wahrscheinlich um eine Reisetruhe, auch direkt als Koffertruhe bezeichnet, da sie eben einen Runddeckel hat (läuft der Regen ab und keiner stellt was drauf), muss mächtig was aushalten auf rumpeligen Wagen und Kutschen, auch Kähnen usw. und damit die Bretter nicht auseinander fallen: eiserne Bänder drum. Alle Ecken und Kanten beschlagen gegen Beschädigungen. Und ein kräftiges Schloss gegen lange Finger plus noch die Überfallen für uwei weitere oder auch eine Stange...
Denn Menschen gingen (woanders) 'in Stellung', in die Lehre und auf Arbeit. Händler, Diplomaten, Adelige, Verwalter u.a. mussten eh reisen. Richtig 'stark beschlagen' wurden dagegen Kriegskassen, Sold- und Kirchenkisten.
Sehen kann man das ganz allgemein an (recht häufig noch) vorkommenden Barocktruhen solcher Bauart. Häufig werden die 'nur' in die Ecke der sog. Aussteuer- oder auch Hochzeitstruhen gesteckt, nicht zuletzt wegen Beschriftungen, Wappen u.a. Kennzeichen. Vergessen wird dabei aber, dass auch die Braut oder Brautleute von A nach B kommen mussten; die Habseligkeiten über teils größere Entfernungen und wie vor beschrieben nicht gerade kommod kommen mussten. Das Beschlagwerk an deutschen Truhen - und je höher gestellt der/die EigentümerIn je mehr - oft sehr kunstvolles Schmiedwerk. Nur mal da
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oder dort mit dem Hinweis darauf, dass es daneben auch schlichtere noch gab
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und eben Koffertruhe
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auch in Schweden so
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Und vor den Kleiderschränken blieben auch solche Truhen dann einfach nach Reisen zur Aufbewahrung von Kleidung in Gebrauch. Truhen, welche von vorneherein zum Lagern oder Verstauen gedacht waren, hatten häufiger Flachdeckel, andere Bauformen bzw. Konstruktionsmerkmale. Wobei es klar auch dekorativ gearbeitete Möbeltruhen gab wie
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Hier jetzt die Beschläge mit den schlichten runden Enden, wie Zaunpfosten? wenn man die (sicher) älteren, mittelalterlichen oder spätgotischen flachbedeckelten Stollentruhen dazu nimmt, findet sich was Ähnliches, was ich Blütenköpfe nenne
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Dann: Dänemark... dort typisch sind u.a. mehr die Truhen mit jeweils außen beschlagen und dem Mittelstreifen wie
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tja, weiß nicht - sonstiger Ostseeraum vllt. auch Polen oder weiter hoch; oder ... weiter im Binnenland wäre mir nicht so danach, aber ist nur Bauchgefühl. Kann sein auch was @Schmidtchen schrieb: Niederlande, aber da weiß ich gar nicht wie Truhen da durch die Zeit so waren..
Gruß
nux