cornetto hat geschrieben: ↑Freitag 17. Juli 2026, 00:25
Olmi arbeitet schon dran...
Herrlich ..
Marcel Duchamp, den einige i.obigen Sinn vielleicht mit Naserümpfen betrachten, hat mal sinngemäß geschrieben, dass durch den kreativen Akt eine Art Verwandlung lebloser Materie in ein Kunstwerk stattfinde (Transmutation oder Transsubstantiation nennt er das) und es die Aufgabe der Betrachter sei, das Ganze dann ästhetisch abzuwägen.
(Hier im Zusammenhang gegen Ende v. Seite 2:
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Das finde ich schon spannend, dass Leute vor hundert plus/minus Jahren über ähnliche Gesichtspunkte nachgedacht haben, inklusive der Bloßstellung des Kulturbetriebs... Und dass die Betrachter eine ziemlich starke Rolle haben, wie oben auch geschrieben wurde. Die menschliche Tendenz (Fähigkeit?) zur Sinn-Gebung sitzt vermutlich ziemlich tief... Wäre es dann zweitrangig, ob von Schimpanse, KI oder von sonstwem geschaffen? (Oder ungeschaffen, wie ein bewaldeter Hügel, der aussieht wie eine Schildkröte...

???
Einerseits.
Aber wenn man dann etwas wissen möchte, was halt vor dieser Verwandlung ist oder irgendwie darüber hinausgeht, reicht es eben nicht. Da braucht es dann schon Kontext, Quellen, Daten... Jahrzehntelang haben frühe Gelehrte zum Beispiel gedacht, holländische Genre-Bilder des 17. Jahrhunderts seien einfach tolle Bilder von damals, wie es eben war. Bis im 20. Jahrhundert mit Ikonographie usw. herausgefunden wurde, wieviel Symbolik und doppelte Böden da eigentlich drin stecken (und von Zeitgenossen auch verstanden wurden).
Na ja und drittens, ich denke nicht, dass Qualität völlig subjektiv ist und die Frage daher vernachlässigt werden kann. Im Gegenteil, man kann vieles schon konkret benennen. Das verlangt eben dann Übung. Und es gibt denke ich unteschiedliche Qualitäts-Maßstäbe und es kommt darauf an, welchen ich anlege. Arbeiten meiner Kinder z.B. haben bei mir sowieso den allerhöchsten Wert und ich würde sie nie und nimmer entsorgen. Und zwar vielleicht nicht nur das persönliche Gefallen, weil ich sie liebe, sondern weil da Verstehen aufkeimt und das irgendwie, na ja, Grazie hat. Aber natürlich ist das eine ganz anderer Kategorie als in Medien-Maschinerien gepresste Wunderkinder, Dauer-Enfant terribles à la Meese oder Kaufhaus- versus ähh Segantini-Berge.
Es kommt halt darauf an, zu unterscheiden, bisschen zu erfrorschen und konkret zu benennen. Und das ist es doch auch eigentlich, was (hier) Spaß macht, also das warum? und nicht bloßes Daumen hoch/runter oder egal, weil eh geschmacksabhängig.. Meine Meinung

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