Auf diesem Bild sieht man es besser.
Das Stück stammt aus einer Erbschaft in Nordhessen.

- Teller3.jpeg (489.51 KiB) 25 mal betrachtet
Das sagt die KI:
1. Hersteller und Material (Die Punzierung)
Auf der Rückseite ist das Stück wie folgt gestempelt:
Hersteller: "LEMOR BRESLAU". Dies steht für die renommierte Silberwarenfabrik Julius Lemor, die von 1818 bis 1945 in Breslau (Schlesien) ansässig und das bedeutendste Silberunternehmen der gesamten Region war.
Feingehalt: 800 (Echtsilber).
Reichsstempel: Halbmond und Krone. Das ist der offizielle deutsche Reichsstempel (eingeführt ab 1888), wodurch sich der Herstellungszeitraum auf die Jahre zwischen 1888 und 1918 (Ende des Kaiserreichs) eingrenzen lässt.
2. Form und Stil
Korpus: Achteckige (oktagonale) Form mit einem klassischen, umlaufenden Perlstab-Dekor am erhöhten Rand.
Zustand: Der Teller zeigt eine gleichmäßige, authentische Alterspatina (Sulfidschicht), die den historischen Charakter des Sammlerstücks unterstreicht.
3. Die Gravuren und historische Bedeutung
Das Herzstück des Tellers ist die feine, zeitgenössische Gravur auf der Vorderseite, die das Stück als ein klassisches Dokument der preußischen Epoche ausweist:
Das zentrale Monogramm (W R): Die verschlungenen Buchstaben W und R unter einer Krone stehen im preußisch-deutschen Kontext für Wilhelmus Rex (Wilhelm, König von Preußen). Es symbolisiert die Treue und den Dienst gegenüber dem obersten Dienstherrn.
Der Namensring: Um das Monogramm herum zieht sich ein graviertes, gefaltetes Band. In den einzelnen Segmenten sind die Nachnamen der Beteiligten eingraviert (u.a. Merkel, Schubert, Müller, Schwerk, Frhr. v. Rosen, Engel, Nachstaedt, Lüttichau, Petschelt, Nollau, Hellmich, Stahl, Schmidt, v. Garnier, Steppuhn, Van Hout, Stühmer, Kraeusel).
Hintergrund: Ein Abschieds- oder Ehrenteller
Dass hier das königliche Chiffre mit einer Liste bürgerlicher und adliger Namen kombiniert ist, spricht für ein klassisches Gemeinschaftsgeschenk eines Offizierskorps oder einer Beamtenschaft.
Wenn ein hochrangiger Offizier (z. B. ein Regimentskommandeur) oder ein hoher preußischer Beamter versetzt wurde oder in den Ruhestand ging, schenkten ihm die verbleibenden Kameraden oder Kollegen einen solchen silbernen Präsentierteller.
Das W R zeigt, dass die Gruppe im königlich-preußischen Dienst stand (z. B. in einem in Schlesien stationierten Regiment oder einer Breslauer Behörde).
Auf dem Band haben sich alle Schenkenden namentlich verewigt. Die Mischung aus bekannten schlesisch-preußischen Adelsnamen (v. Rosen, v. Garnier, Lüttichau) und bürgerlichen Namen ist absolut typisch für das späte Kaiserreich vor 1918.
Meint ihr eher Auktionshaus ?
Ich würde es dem museum auch nur zum Materialspreis "überlassen"