Pater_Paranoja hat geschrieben: ↑Sonntag 26. April 2026, 19:30
ass ab 1911 ein blauer KPM-Stempel verwendet wurde.
Hallo zusammen,
der bestehende Beitrag ist als Einstieg schon ganz gut gewählt, da dort Links zu zwei sehr brauchbaren Quellen sind. Den ersten gleich auch hier mit rein
[Gäste sehen keine Links] - (aus dem Hause selbst, aber etwas älter und damals noch ausführlicher als heute auf der HP) - da klärt sich auf, was es mit anderen als roten Reichsapfel-Dekormarken ab resp. nach 1911 auf sich hat. Zum einen bleiben sie das Kennzeichen, dass etwas in der Manufaktur gestaltet oder bemalt wurde; zum anderen wird dann damit in verschiedene Arten /Techniken unterschieden. Hier bleibt er rot, weil zwar keine Blumen, aber auch nichts von blau, grün oder schwarz zutrifft.
Dann die Datierung - richtig ist, das dieses Tatzenkreuz im weißen Mantel (was auf den Deutschorden zurückgeht) als Symbol dem Eisernen Kreuz verwandt ist, selbst aber ja keines ist, da aufgedruckt. Aber es trägt eben die kriegerisch-patriotische Bedeutung seit 1813 im Gepäck
[Gäste sehen keine Links] - und wurde von einigen Porzellanherstellern 1914-1918 verwendet. Es geht aber auch noch etwas genauer: da ist ein eingepresstes Q - und das ist der Jahresbuchstabe für 1916
[Gäste sehen keine Links]
Es ginge sogar noch genauer, wenn das jemand ansieht, der das weiß & richtig kann, weil die zusätzlichen Punkte sind auch irgendwie noch Monate u./o. Wochen oder Tage oder so. Anzunehmen ist für den hübschen Papageienvogel die Dekornummer 105, die Malernummer üblicherweise hinter dem Schrägstrich.
'Einschätzung' - nehme an in monetären Einheiten - solltest Du Dir aber normalerweise von Fachmenschen im richtigen Leben geben lassen; Auktionshäuser bieten so etwas z.B. kostenlos an. Da gehörte die Tasse m.M. auch eher hin, egal ob kleine Mokkatasse, als ausgerechnet auf keinanzeigen. Kann man machen, aber ...
Nehme also an, eine Mokkatasse - Maße angeben wäre Pflichtübung, keiner weiß wie groß Deine Pranken sind. Von der Form her zylindrisch, was man sehen kann, könnte es ein C-Henkel sein. Schnell mal los - und ja, da ist noch eine in gelb mit anderem Piepmatz im Medaillon
[Gäste sehen keine Links] - mit Limit und Zuschlag
Da noch eine in hellgrün, ohne wirkliche Info
[Gäste sehen keine Links] - es gibt also mehr und in verschiedenen Farben; evtl. ein Service?
Aber auch - wenn man sich folgendes Inserat auf ebey ansieht
[Gäste sehen keine Links] - wird schnell klar, da kann auch mehr noch sein - schau Dir genau die Abbildung an zu den drei Tassen is rosa , mittelblau und hellblau, die dabei ist. Aber anders als die angebotene - das da
[Gäste sehen keine Links] - und speicher Dir das weg. Denn da steht, dass es Tassen der Form-Nr. 433 sind und diese zu einem Mokkaservice gehören, Entwerfer Max Schröder, Modellbucheintrag war 1910. Für die Dekorentwürfe der Papageien / Vögel in 1913 wird ein Lorenz Lang angenommen, aber sicher ist das nicht ganz. Und Maße sind angegeben mit Höhe 4,5 cm und Durchmesser 4,6 cm - kannst Du abgleichen.
D.h. das ist also noch etwas komplexer. Generell : das Thema Markt- und Handelspreise ist bei der Manufaktur eigentlich viel zu figgelinsch & diffizil, als dass dazu irgendwer von den Laien und Hobbyforisten hier zu einer handbemalten antiken und vermutlich sammelwürdigen KPM Berlin-Tasse aus der Zeit was sagen könnte oder besser: sollte. In dem Fall, wo es noch einen Hintergrund zu geben scheint erst recht: Experten zusätzlich fragen, da mir das eine Auktionsergebnis auch zu niedrig erscheint und nur eines auch nicht repräsentativ ist
Gruß
nux