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Alte Möbel und vieles MEHR...

Verfasst: Mittwoch 1. Juni 2016, 10:45
von conrads50
Hallo Ihr lieben Profis... :)
Nach meiner Vorstellung kommt nun die Stunde der Wahrheit.
Also es geht um meinen sehr alten Konsoltisch ( verm. 17. Jhd. ) . das teil stand bei mir jahrelang im Keller, schwarz gebeizt, massiv Eiche und nicht sehr schön. Habe es hervorgekramt und sofort hat mich nach Jahren die Lust zum restaurieren ergriffen. Abschleifen war sehr müßig, also mal gegoogle und siehe da ... Sandstrahlfirma für alte Möbel gefunden. Gesagt getan, das gute Teil wurde vorige Woche gesandstrahlt .. alte Farbe weg, aber leider auf dem Holz Kraterlandschaft . . Der Mond lässt grüßen ..
Zum Glück sind die Ornamente noch sehr gut erhalten.
Nun meine Frage: wie bekomme ich am effektivsten das Holz wieder glatt, insbesondere die Ornamente und Säulen. . . ohne jahrelanges schleifen .. ich bin schon Ü 50 ...
Zweitens ... liege ich mit meiner Vermutung hinsichtlich der >Entstehungszeit des Möbels richtig ???
Also, ganz gerne höre ich von Euch und bin für jeden Hinweis .. Tipp sehr dankbar...
Bis dahin liebe Grüße Henry
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Alte Möbel und vieles MEHR...

Verfasst: Mittwoch 1. Juni 2016, 10:58
von Pikki Mee
Hallo conrads50,

bitte stell den Beitrag doch im entsprechenden Forum ein, damit die Leutz, die da lesen und aktiv sind, ihn auch sehen :)
http://www.dieschatzkisteimnetz.de/viewforum.php?f=97

Oder vielleicht verschiebt rup ihn freundlicherweise auch dahin ;-)

*Pikki*

Alte Möbel und vieles MEHR...

Verfasst: Mittwoch 1. Juni 2016, 11:02
von Gast
Hallo Henry,

jetzt ist genau das eingetreten was sich der Restaurator in keinem Falle wünscht: Sandstrahlen von Holz ist so dermassen abrasiv, da wird jede Holzstruktur zur Kraterlandschaft. :cry: :cry: :cry:

Die einzige Methode die ich noch sehe ist mittels verfüllenden Lacken (neuzeitliche Lacke wohlbemerkt) versuchen die Krater aufzufüllen. Für den kunsthistorischen Sammler ist Dein Möbel leider so stark beschädigt das es keinen Sammlerwert mehr aufweisen kann. :(

Holz ist in der Tat Eiche, Entstehungszeit kann nach der heftigen Oberflächenbehandlung nicht mehr genau bestimmt werden.

Schade um das schöne Möbelstück :cry:

Alte Möbel und vieles MEHR...

Verfasst: Mittwoch 1. Juni 2016, 13:12
von Willi
ja, da kann ich leider nur zustimmen, das wird nicht mehr, auch nicht mit Fülllack - sandstrahlen (und abbeizen) ist der optische und finanzielle Tod eines solchen Möbelstücks. Die Entstehungszeit würde ich so um 1880 ansetzen und den Sandstrahler an deiner Stelle in Zukunft meiden.
Für die nächsten Projekte würde ich dir folgende Vorgangsweise nahe legen: Foto machen > hier einstellen > Rat einholen > umsetzen > Freude daran haben.

Alte Möbel und vieles MEHR...

Verfasst: Mittwoch 1. Juni 2016, 13:36
von Gast
Ja Willi, Du hast recht mit der Annahme dass das Möbelstück eigentlich "vernichtet" worden ist durch den Sandstrahlvorgang. Mit Füllack liese sich noch eine glatte Oberfläche in satt farbiger Struktur erreichen. Ist allerdings sehr aufwändig und daher für den Verbraucher nicht bezahlbar.

Oder den gegenteiligen Weg gehen: mit Wachsen und Oelen satt einlassen und sich an der rauhen Oberfläche nicht mehr stören. Als persönliches Mahnmal für die nicht fachgerechte Überarbeitung im Haus aufstellen.
Meine mich zu erinnern das in Nordkalifornien solche Oberflächen durchaus nachgefragt waren, das sollte jahrelanges Strandgut vorzeigen.... Also ein Möbel das holzmechnisch gesund geblieben - und dennoch von den Wellen am Strand in Verbindung mit Sand markant verändert worden ist. :roll:

Ich persönlich sehe da nur die Kraterlandschaft und würde daher das Möbel im Wintergarten aufstellen und mit ein paar netten Stücken (Leuchter, Schalen, Kristallsachen usw.) dekorieren. An sich ja formschön und durchaus edel :|

Alte Möbel und vieles MEHR...

Verfasst: Donnerstag 2. Juni 2016, 11:32
von Gast
Heute mit der Tageszeitung ist im Prospekt von Inhofer, einer allseits bekannten Möbelfirma am Inhofer Dreieck an der A7.... ein Möbelstück gezeigt worden mit "Schwemmholzoptik" :shock:
Das wurde wohl durch Sandstrahlen vom fertigen Möbelstück erzielt - so zumindest die Auskunft am Telefon. Und das Möbelstück ist nicht mal aus Eiche: matte Lackflächen mit Holzeinsätzen, Sideboard soll um 1250 Euro kosten. Ist allerdings keinesfalls vergleichbar mit Deinem formschönen und gut gestalteten Möbel.

Werde kreativ und nenne die Oberfläche "Schwemmholzoptik", lasse das Möbel mit etwas Oel ein und erfreue Dich daran. :|

Alte Möbel und vieles MEHR...

Verfasst: Donnerstag 2. Juni 2016, 12:00
von conrads50
Danke für eure Beiträge. . Aber aufgeben gibt nicht. Werde das Möbel bis zum winervt einlagern. . Und dann schliefen. . Womit kann ich bis dahin die Poren verschließen. . Habe zweihorm schleifgrund. . Oder besser wachs . . Danke henry

Alte Möbel und vieles MEHR...

Verfasst: Donnerstag 2. Juni 2016, 18:41
von Pikki Mee
Hi,

ich fürchte, Du hast das nicht ganz verstanden: da ist Nix mehr mit Schleifen oder Poren schließen oder Füllen... wenn Du weiterschleifst, hast Du überhaupt keine Schnitzerei mehr :roll:

Den Zustand, den Du hast, ist der, den Harry beschrieben hat: Treibholz-Effekt. Klar, das wird auch absichtlich gemacht für diesen speziellen Look 8)
Hervorgerufen wird das dadurch, das Holz Jahresringe hat : im Winter ist kaum Wachstum und nur einige Schichten aus kleinen Zellen, die harten, werden gebildet. Im Sommer breite Schichten aus großen, weicheren Zellen. Strahlen trägt die weichen Schichten starker ab, als die Harten. Das - sind Deine Krater.

Grundproblem war ein anderes: Du hast gesagt, der Tisch war gebeizt. Im Gegensatz zu auf dem Holz liegenden, kaum eingedrungenen Lackschichten, die man mit Abbeizern entfernen kann (alkalisch oder lösemittelhaltig, je nach Holzart), penetrieren Farbbeizen das Holz ein bis mehrere Millimeter. Auf glatten Flachen kann man das bei Massivholz unter Inkaufnahme von Substanzverlust runterschleifen oder auch teilweise nachbleichen... bei Schnitzereien ohne Verlust derselben daher gar nicht möglich. Wenn Du dem Strahler gesagt hast: hell bitte, hat der das natürlich gemacht, aber... das Verfahren überhaupt in Erwägung gezogen zu haben, war schlicht daneben.

Schäden an gebeizten Möbeln kann man eigentlich nur durch Auffüllen und Nachbeizen im möglichst gleichen Farbton ausbessern...

Wenn Du jetzt wachst, oder ölst, konservierst Du damit den derzeitigen Zustand... denn diese 'fettigen' Substanzen würden in die offenen Poren eindringen, es sich es darin gemütlich machen... und bleiben. Kriegst Du nicht wieder raus, es sei denn mit Heißdampf + Lösemitteln, was aber die ohnehin schon marode Optik nicht weiter verbessern würde...

Gleichzeitig schaffst Du damit eine 'abweisende' Oberfläche, auf die Du später kaum noch irgendwas aufbringen könntest, das daran haften bleibt...

Klar, Du kannst auch alles dick mit Porenfüller einpinseln und überlackieren - aber die Kraterlandschaft wird dadurch kaum verschwinden, selbst bei mehrfacher Anwendung... alles was vermutlich passieren wird, ist, dass das Schnitzwerk weich und verschwommen anmutet und Du ein Stück im Shabby Chic produzierst.

Mein Eindruck von dem Stück ist auch eher spätes 19. Jh. so in der Art [Gäste sehen keine Links] oder [Gäste sehen keine Links] in unrestauriertem Zustand also nicht der totale Vermögensverlust... bei wirklich 17. Jh. wäre das ganze weitaus beklagenswerter...

Ich persönlich würde den Tisch auch wie Harry genau so lassen... Treibholz-Optik ist ja sowas von in... :D
[Gäste sehen keine Links] und Bilder [Gäste sehen keine Links]

wachsen ja... am einfach wäre vielleicht mit Sprühwachs... und wenn Du ihn doch wieder etwas dunkler möchtest... auch Wachse und Öle gibt es in verschiedenen Holzfarben. [Gäste sehen keine Links]

Möbel restaurieren kann ein schönes Hobby sein, aber ich rate doch ebenfalls dringend dazu, Dir mal ein klein wenig an Grundlagenwissen anzuschauen [Gäste sehen keine Links] oder wie Willy so richtig meinte: fragen - entweder hier oder sonstwen, der sich auskennt. ;-)

*Pikki*



Alle Angaben nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr