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Meißen Teller Knaufschwerter -unbegreiflich- ...

Verfasst: Mittwoch 27. August 2025, 19:36
von nostalgiker
Teller 20,5 cm Durchmesser (nicht 23,5) -- 2,6 tief,
aus unserem Haushalt.

Ich denke Knauf-Zeit (~1860 - 1924).
Serie: Neu-Brandenstein - Blumenbouquet mit Insekten.

(für einen Suppenteller zu klein.

ACHTUNG, nicht erschrecken bei den Bildern Seite 2.

was soll man denn dazu sagen ?
Liebe Grüße Stefan
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Meißen Teller Knaufschwerter -unbegreiflich- ...

Verfasst: Mittwoch 27. August 2025, 19:38
von nostalgiker
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Ok, man könnte es "mit Metallfassung" nennen 🙊🙉🙈

Meißen Teller Knaufschwerter -unbegreiflich- ...

Verfasst: Mittwoch 27. August 2025, 19:39
von nostalgiker
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Meißen Teller Knaufschwerter -unbegreiflich- ...

Verfasst: Mittwoch 27. August 2025, 20:57
von AnnetteK
Ich würde dazu sagen: Meißen, Blumenbouquet mit Insekten, gestempelt und getackert.

Meißen Teller Knaufschwerter -unbegreiflich- ...

Verfasst: Mittwoch 27. August 2025, 21:32
von nux
nostalgiker hat geschrieben: Mittwoch 27. August 2025, 19:36 was soll man denn dazu sagen ?
Hallo 🙂

zu den Klammern? das ist nicht gar so ungewöhnlich, wenn man es schonmal gesehen hat oder darum weiß. Eine Reparaturmethode des vorwiegend 18. und 19. Jh. für nicht nur heute 'wertvollen' oder kostbaren alten Porzellans.
Alles, was viel Energie benötigte war früher generell doch sauteurer Stoff. Konnte sich eh schon nicht jeder leisten? Der unvorstellbare Billig-Luxus für alle Modernweltler, den und die es heute gibt, beruht hauptsächlich auf der Ausbeutung fossiler Energieträger. Dass das Kauf und Konsum auf Nachnahme war und dazu mehr als Schulden, nämlich unabsehbare Schäden & Folgen verursacht hat, tja ...

Jeder Brennvorgang von keramischen Erzeugnissen z.B. - angefangen von einfachen Töpfereien über Steingut bis Porzellan - brauchte einen halben Wald (oder auch Torf, manchmal schon Braunkohle), um es mal so auszudrücken. Genau so wie der Betrieb eines Glashafens...
und der musste erstmal da sein oder wieder wachsen, umgemacht und mit Pferden abtransportiert werden; das Holz auf Fuhrwerken zu den Manufakturen gebracht. Die Pferde auch erstmal gezüchtet, das Futter dafür gewonnen, die Tiere & Menschen über harte Winter gebracht werden. Mit Eisenbahn war auch nicht groß was vor 1840 und erst Kohle, später Öl ließen dann durch Energieüberschuss die 'industrielle Revolution' zu.
Zinn war da etwas weniger hitzeintensiv. Am nachhaltigsten und preiswertesten war es eben, Teller und Besteck gleich aus Holz zu schnitzen. Aber das war wohl irgendwann nicht mehr fein genug...
Dazu die Rohstoffgewinnung, der Abbau oder Bergbau und auch wieder der Transport - das dahinter verursachte relativ gesehen enorme Kosten. Die Betreiber gewannen oft, die Arbeitenden blieben meist arm, auch wenn sie ihr Auskommen hatten. Bezahlen taten das Kunden über die Produkte, die Produktionsmengen waren durch eben die Möglichkeiten dahinter auch schonmal begrenzt.

Und so versuchte man zu erhalten und zu reparieren, was eben ging. Gerade auch Fayence u.a. Keramik, die noch bruchempfindlicher war als nun Hartporzellan - ein krasseres Bsp. dort aus Sarreguemines [Gäste sehen keine Links] - ein amerikanischer Krug [Gäste sehen keine Links]
Klebstoffe, die so etwas gebrauchstauglich können, kamen erst später auf. Und die (heute in so vieler Munde) japanische Methode Kintsugi mit goldgefülltem Harz hat sich durch die Abgeschlossenheit jenes Landes nicht groß verbreitet.

Lies mal den Artikel vom Mindener Museum dazu "Wie die Erfindung des Porzellans stammt auch die hier angewendete Reparaturtechnik aus China " [Gäste sehen keine Links]
Da nur einmal die Woche Maus im TV ist, und ansonsten außer auf arte eh nicht so sonderlich viel Brauchbares, schätze ich seit Jahren für freie Minuten yt gucken. Und weiß, dass es kaum was 'Technisches', Handwerkliches, Künstlerisches oder Kulturelles u.v.a.m. gibt, zu dem nichts per Video zu finden ist oder wäre, gerade auch aus dem Riesenreich. Und da Bilder mehr als Worte sagen, sind Videos echt eingängiger, anschaulicher als nur nachlesen. Kann man zusätzlich, aber...
Ok, also erst Sprache umstellen und dann ein einfacher Aufruf auf Englisch bringt locker mal das [Gäste sehen keine Links] - und an dritter Stelle dann schon der chinesische Fachbegriff dabei 'Juci' 鋦瓷技藝
Kopiert man sich das in die Zwischenablage und sucht damit neu, kommt: mehr [Gäste sehen keine Links]
Füttert man damit dann auch noch goo und nimmt dabei die Bildersuche, vergisst man das nie mehr [Gäste sehen keine Links]

Und so gibt es antike, derartig reparierte Stücke diverser Herkunft auch im Aktionshandel 'staple repair' bei chinesischem Porzellan oder auch englischem Steingut oder auch mal Glas [Gäste sehen keine Links]
oder ebey [Gäste sehen keine Links]

übrigens - das Wissen davon kann man sich auch anderweitig zu Nutze machen, bei Holz u.a. Leichtwerkstoffen z.B.. Nimmt man eine solche Klammer (selbst eine aus dem großen Tacker), biegt deren Beinchen leicht nach außen und hämmert sie dann vorsichtig händisch ein, ziehen sich zwei Kanten gegeneinander eng/dicht zusammen.

Oder wolltest Du sonst was und wenn ja was wissen? Form und Dekor war ja erkannt, die Schwerter zeitlich eingeordnet. Keine Dekornummer oder Malerkennung drauf kann auf Porzellan- oder Hausmalerei hindeuten, aber Schleifstriche durch die Schwerter sehe ich so auch keine. Das kann in früheren Zeiten aber auch gelegentlich Abweichungen haben. Prägemarke erschließt sich mir nicht; vllt. eine Dreher-/Formerkennung.

Mit ca. dem Durchmesser vergleiche mit dem Desserteller dort [Gäste sehen keine Links]

Gruß
nux

Meißen Teller Knaufschwerter -unbegreiflich- ...

Verfasst: Mittwoch 27. August 2025, 22:42
von nostalgiker
nux hat geschrieben: Mittwoch 27. August 2025, 21:32 zu den Klammern? das ist nicht gar so ungewöhnlich, wenn man es schonmal gesehen hat oder darum weiß. Eine Reparaturmethode des vorwiegend 18. und 19. Jh. für nicht nur heute 'wertvollen' oder kostbaren alten Porzellans.
ja nux, rein aus einem Gefühl heraus wehrte ich mich, auch gegen gewisse Wiederreden Anderer, schnappte ich mir das Teil um es hier zu zeigen.

was du im Folgenden schreibst ist -die Entwicklung im allgemeinen bis hin zur beginnenden Industralisierung und danach, auch klar.
Wiedermal lese ich zwischen deine Zeilen auch deine eigenste Einstellung zu Umgang mit..und... - erneut sehr sympathisch. 👍
Die dann folgenden Beispiele (in den Links) sind für mein Anliegen echt hilfreich, ich dachte zwischendurch, das sollte ein eigenes Sammelgebiet sein.
Der Tipp mit Yt war mir tatsächlich eine Anregung für die Zukunft, so einfach wie klar. Aber irgendwie denkt man im Alltag nicht wirklich daran.
Ob ich sonstwas wissen wolle ? Die Lotto-Ergebniss-Zahlen vom nächsten WE ? Nein Danke, ich tippe dort nicht.😉
Nein keine Schleifstriche, und ja der letzte Link passt, Prägedekor stimmt, Malerei leichtere Abweichungen, Maße um 5mm different. Vlt anderes Produktionsjahr, welches wohl kaum genau zu benennen ist.
Danke für deine Hilfe, und für Alles.
Gruß Stefan