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Radies-Schälchen von Rosenthal

Verfasst: Samstag 4. Januar 2025, 17:19
von jaspi
Hallo in die Runde und ein Frohes Neues!

Seit mehreren Jahren begleitet mich beim Frühstück ein Schälchen von Rosenthal, bei dem ich das Produktionsjahr nicht bestimmen kann.
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Die abgebildete Bodenmarke kann ich leider bei [Gäste sehen keine Links] nicht finden, auf der offiziellen Seite vom Hersteller auch nicht. Die Marke enthält weder Beizeichen noch den Produktionsort.

Eine Bekannte von mir sah den Stempel im Buch von R.Röntgen, die Zuordnung für Werk in Selb, 1907-1910 (Abb. 2488).
Ich wollte nach eurer Meinung fragen, denn die abgebildete auf dem Foto oben Marke eher erst nach 1910 erscheint.

***
Das Schälchen habe ich vor Jahrzehnten als Geschenk von meinen Freunden bekommen. Ich lernte ihre Tante kennen - eine Dame, derer Mann ein Teilnehmer der Gruppe vom Graf vom Stauffenberg war und hingerichtet wurde. Aus ihrer Haushalt stammt das Schälchen.

Radies-Schälchen von Rosenthal

Verfasst: Samstag 4. Januar 2025, 22:50
von nux
Hallo :slightly_smiling_face:

das ist ja niedlich, noch nie gesehen so ein Teil - und auch noch mit Petersilie dran :) - die Bodenmarke entspricht der, welche als 1907-1910 angesehen wird, zwar im Wesentlichen, aber der Schwips vorne nach unten: der war da nicht dran. Der fällt auf. Nicht sonderlich gut, aber erkennbar dort die 'reguläre' Marke [Gäste sehen keine Links] - und um die Zeit gab es auch erst das eine Werk; bzw. das in Kronach hieß ja Bauer, Rosenthal & Co.
jaspi hat geschrieben: Samstag 4. Januar 2025, 17:19 denn die abgebildete auf dem Foto oben Marke eher erst nach 1910 erscheint.
was - verstehe ich an dem Satz nicht ? weiß nicht, was Du damit sagen oder fragen möchtest

Das Foto von der Schale ist auch etwas klein, um beurteilen zu können, ob die Radieschen handgemalt sind oder ein Umdruckdekor; die grünen Blätter & der Rand werden es aber sein.
5 x ca. 500KB passen schon in einen Post; ggf. auch etwas mehr.

Mein Verdacht ginge in die Richtung, dass das 'neue' Logo (statt des RC) im Zusammenhang auch mit der Gründung der Kunstabteilung 1908 stehen könnte - möglicherweise hat man es hier sogar noch mit einem Vorläufer aus eben der Handmalerei zu tun. Oder aber hat der Porzellanmaler den Schnörkel mit dem Blattgrün da etwa angefügt? :upside_down_face:

Gruß
nux

Radies-Schälchen von Rosenthal

Verfasst: Sonntag 5. Januar 2025, 20:57
von jaspi
Vielen Dank für Dein Feedback!

"
nux hat geschrieben: Samstag 4. Januar 2025, 22:50 was - verstehe ich an dem Satz nicht ? weiß nicht, was Du damit sagen oder fragen möchtest
Da habe ich mich ein wenig ungünstig ausgedruckt. Ich meinte die Bodenmarke auf meinem vierten Foto von oben, vergrößerte Ansicht.
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Die erwähnte von Dir [Gäste sehen keine Links] gibt - denke ich - einen allgemeinen Eindruck, wie die Marke generell zwischen 1907 und 1933 aussah. Ich habe bei keiner anderen Quelle gesehen, dass nach 1912 bloß "Rosenthal", ohne weitere Spuren abgebildet ist.

Die Kunstabteilung [Gäste sehen keine Links] wurde 1910 gegründet. Die erste Bodenmarke neuer ,also "meiner" Art erscheint 1912 mit der Bezeichnung "Kunst Abteilung".

Wobei beim anderen Bild aus dem Buch zu finden ist, dass bei "R" das vordere Füßchen abgerundet ist.

Wenn ich es richtig verstehe, Dein Satz "die Bodenmarke entspricht der, welche als 1907-1910 angesehen wird, zwar im Wesentlichen, aber der Schwips vorne nach unten: der war da nicht dran. Der fällt auf." beschreibt den abgerundeten "R". Hier sind wir einig.

Dann haben wir die Marken mit dem begleitenden Wappenschild, 1914-1918 und [Gäste sehen keine Links], dann eine Unterbrechung bei Marken dieser Art 1919-1921 und ab 1922 geht es los mit der Unterschrift "Selb-Bavaria" und den ersten Beizeichen. Und diese, ab 1922 ähneln sich "meiner" Marke, wie aus dem Buch - mit dem schwingenden R (Abb.2488):
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Jetzt zur Bemalung. Lustig, ich kenne mich mit Irfanview seit dem Jahr 2000 aus und trotzdem lade verkleinerte Bilder hoch :') Asche auf meinen Haupt!
Jetzt kommt aber ordentliche Abbildung.
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Beim Hauptbild mit Radieschen ist schwer zu erkennen, ob es Malerei oder Umdruck ist - es scheint so perfekt zu sein. Beim Blattgrün sieht man eindeutig hellgrüne Untermalung, dunkelgrüne Blätter mit weißen/hellgrünen Fäden und sogar kleine Spritzer vom Pinsel.

Und extra, der Strauß ;) :
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Radies-Schälchen von Rosenthal

Verfasst: Sonntag 5. Januar 2025, 21:24
von nux
jaspi hat geschrieben: Sonntag 5. Januar 2025, 20:57 Wobei beim anderen Bild aus dem Buch zu finden ist, dass bei "R" das vordere Füßchen abgerundet ist.
so, jetzt aber mal ganz schnell das zuerst - die Abb. aus dem Buch müssen hier umgehend wieder raus - das verstößt gegen das Copyright. Oder ist es uralt genug? wenn ja welches? Du kannst Literatur die Titel, Ausgabe und Seiten nennen oder sowas notfalls extern hochladen, aber nicht hier einstellen. Aber auch: das sind Zeichnungen, gedruckte Beispiele - und Quellen unterscheiden sich zudem weiterhin - es gibt nicht immer nur eine gültige Version, denn durch Forschung und neuere Erkenntnisse kann es auch zu Änderungen bei Daten / Datierungen oder Detail der Marken kommen. Selbst die Rosenthal-Homepage ist u.U. nicht fehlerfrei.

Ein Bsp., die Gründung der Kunstabteilung - aus Original-Zeitschrift 1908 da zitiert [Gäste sehen keine Links]

Ich weiß nur, dass Rosenthal-Schriftzüge, bei dem das Bein am R nach vorne wie ein hochhackiger Schuh aussieht, der irgendwo gegen treten möchte, die ältesten sind bzw. eben sein sollen. Bei allen anderen in Folge gibt es eine gewisse Variationsbreite und sollte man im Einzelfall genauer ansehen.

Radies-Schälchen von Rosenthal

Verfasst: Sonntag 5. Januar 2025, 21:48
von jaspi
Danke, nux! Ich habe alles korrigiert.

Radies-Schälchen von Rosenthal

Verfasst: Montag 17. August 2026, 14:29
von jaspi
nux hat geschrieben: Sonntag 5. Januar 2025, 21:24 Ich weiß nur, dass Rosenthal-Schriftzüge, bei dem das Bein am R nach vorne wie ein hochhackiger Schuh aussieht, der irgendwo gegen treten möchte, die ältesten sind bzw. eben sein sollen. Bei allen anderen in Folge gibt es eine gewisse Variationsbreite und sollte man im Einzelfall genauer ansehen.
Hallo liebe @nux,
ich kehre nochmal zu diesem Thema zurück.
Jetzt habe ich sogar einen Nachweis zu Deinem oberen Satz - mein neuster Erwerb.

Da ist der, der Eierwärmer neben der Radieschen-Schale.
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Obligatorische Einzelheiten hinzu :
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Radies-Schälchen von Rosenthal

Verfasst: Montag 17. August 2026, 14:53
von jaspi
Die oben abgebildete Bodenmarke gilt für die Periode 1891-1906. So weit, so gut.
Wenn wir aber die Randbemalung von dem Schälchen und dem Eierwärmer vergleichen,
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stellt sich heraus, dass die satte, dunkelgrüne Farbe aus dem gleichen Fässchen stammt.

Alles spricht dafür, dass die beiden Gegenstände "von gleicher Hand" bemalt wurden und so weit die oben besprochenen Bodenmarken 'Schriftzug mitm Haken' und 'R.C. mit Schwertern' nicht weit auseinander liegen können.

Folglich, erschien die erste Bodenmarke mit dem Schriftzug etwa 1907-1910.
Es bleibt jetzt nur ein Rätsel offen: wer hinter wem - laut dem Entwerfer - hinterher läuft: Hennen hinterm Gockel oder anders rum :lol:
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Radies-Schälchen von Rosenthal

Verfasst: Dienstag 18. August 2026, 18:41
von Sartre99
Hallo,
also das jetzt eine sehr mutige Herleitung. Die beiden Grün aus einer Hand? Kann natürlich sein, aber naja..... Die Marke von den Hühnern wurde nach meinen Dokumenten nur bis 1904 verwendet. Die ohne das "&" Zeichen bis 1906.
Und bei der Marke oben würde ich übrigens sagen 1907.
Lieben Gruß

Radies-Schälchen von Rosenthal

Verfasst: Mittwoch 19. August 2026, 21:17
von jaspi
Sartre99 hat geschrieben: Dienstag 18. August 2026, 18:41 Die Marke von den Hühnern wurde nach meinen Dokumenten nur bis 1904 verwendet. Die ohne das "&" Zeichen bis 1906.
Und bei der Marke oben würde ich übrigens sagen 1907.
Danke für die Präzisierung, @Sartre99 !
Die online vorhandenen Quellen geben leider nicht vollständige Angaben; von BMs mit und ohne "&" habe ich früher nie gehört.
Jetzt ist die Reihenfolge der Marken vom Frühstückset mehr oder weniger bündig.