Seite 2 von 4
Antiker Buffetschrank?
Verfasst: Dienstag 26. April 2016, 12:40
von Gast
Pikki Mee hat geschrieben:Moin,
3rd gardenman hat geschrieben: ob die Schnitzereien womöglich von einer bekannten Person angefertigt worden sind
hmmm... was hat der Händler gesehen, was wir bisher nicht? bei Bergstraße klingelt bei mir sowas wie vielleicht Darmstädter Künstlerkolonie? Vorläufer? Nähe?
[Gäste sehen keine Links]
*Pikki*
Und genau den Bezug zu Darmstadt vermute ich beim Händler mit dem Gebot. Der weiss vielleicht deutlich mehr wie wir alle - und daher ist eine sorgfältige Abklärung der Herkunft und Entstehungsstätte ratsam.
Ich kenne genug Händler die ständig auf der Suche nach Möbeln sind - die meisten von denen wollen am liebsten gar nix bezahlen - oder sich sogar Geld geben lassen für die Mitnahme

So frei nach dem Motto: Kunde hat dann ja die Fahrt zum Entsorgungshof eingespart - DAS Geld kann er mir ja auch geben.
Die Nähe zu Darmstadt
Antiker Buffetschrank?
Verfasst: Dienstag 26. April 2016, 12:49
von Pikki Mee
... was es mit dem Zettel 1890 auf sich hat? denn andererseits könnte Willi aber auch in die richtige Richtung denken, hab mal ein Beispiel rausgesucht... Buffetschrank aus Eiche mit Aufsatz, um 1920, mit Jugendstil-Ornamenten
[Gäste sehen keine Links]
Hier noch zum Vergleich ein Angebots-Preis für ein furniertes
[Gäste sehen keine Links]
und ein weiterer Händlerpreis für "Büffet Massiv Eiche Jugendstil um 1900"
[Gäste sehen keine Links]
Ein Angebot aus der eBucht
[Gäste sehen keine Links]
Verkäufe da natürlich wie immer bei Möbeln SEHR unterschiedlich
...irgendwie glaube ich, könnte das sowohl mehr als 150 und vielleicht sogar auch mehr als 500 sein
*Pikki*
Antiker Buffetschrank?
Verfasst: Dienstag 26. April 2016, 14:25
von Willi
hmmm ... um das mal abzuklären wäre ein Foto vom 1890er-Etikett sehr hilfreich!
Antiker Buffetschrank?
Verfasst: Mittwoch 27. April 2016, 20:52
von Sandra
An die Künstlerkolonie der Marienhöhe hab ich gar nicht gedacht

. Stimmt, da könnte es evtl eine Verbindung geben...
Kann mir die Stadt Darmstadt da Auskunft erteilen?
Ich wüsste nicht wie ich das recherchieren sollte.
P.S. *hab leider noch keine weitern Bilder erhalten*
An Willi - Meine Schwester meinte es sei an der Rückseite des Schrankes angebracht und sie hätte es gesehen,
als jener damals mit starken Männern in ihre Küche buxiert wurde.
Allein wird sie ihn im eingeräumten Zustand nicht verschieben können
Vielen Dank für die neuen Erkenntnisse!
Antiker Buffetschrank?
Verfasst: Mittwoch 27. April 2016, 21:00
von Pikki Mee
...

Mathildenhöhe, wenn
[Gäste sehen keine Links] bzw.
[Gäste sehen keine Links] ganz unten ist das Institut
*Pikki*
Antiker Buffetschrank?
Verfasst: Donnerstag 28. April 2016, 00:01
von Preziosensammler1
Meiner Meinung nach hat es mit der Darmstädter Künstlerkolonie gar nichts zu tun. Ich sehe keine Ähnlichkeit zu Werken von irgendeinem der mir bekannten Künstler. Ich kann mich natürlich irren. Ich bin mir (leider) nicht einmal sicher, ob es wirklich ein altes Stück ist. Die Scharniere finde ich mehr als seltsam. Die sind bei alten Stücken eigentlich entweder verdeckt oder anders gestaltet, oft künstlerisch verziert bzw, es sind regelrechte Beschläge. Diese sehen "neu" aus. Dass die Schnitzereien doppelt vorhanden sind (identisch?), deuet auch nicht auf ein Einzelstück hin. Irgendwie passen die geschnitzten Gesichter auch nicht zu dem ansonsten schlichten Stück. Ich will damit das Möbelstück nicht schlecht machen, aber ich vermute nicht, dass es ein "Geheimnis" gibt, das der Händler kennt und wir nicht sehen. Er gefällt ihm vielleicht ganz schlicht, was man ja teilen kann oder auch nicht. Ich sehe eher eine Mischung von Stilen und Versatzstücken, keinen Personalstil eines bestimmten Künstlers.
Antiker Buffetschrank?
Verfasst: Donnerstag 28. April 2016, 00:41
von Preziosensammler1
Selbst wenn das Argument mit den Scharnieren nicht ganz stichhaltig sein sollte (es gibt natürlich auch solche einfachen Scharniere in der Zeit), so spricht der Stil insgesamt gegen Darmstadt. Der dortige Jugendstil ist viel stilisierter, abstrakter, "radikaler" und moderner als dieses Möbelstück. Das wirkt gegenüber Schöpfungen von Patriz Huber, Joseph Maria Olbrich, Peter Behrens, Albinmüller, Hans Christiansen etc. geradezu bäuerlich. Und ich finde die Form des Buffets ist eher historistisch/ gründerzeitlich. Und auch wenn es viele solche Möbel gibt, die zusätzlich noch ein paar Jugendstil-Elemente aufweisen, so doch nicht bei Darmstädter Jugendstil. Da sind Form und Ornament eine Einheit und nicht "zusammengewürfelt".
Antiker Buffetschrank?
Verfasst: Donnerstag 28. April 2016, 06:39
von Preziosensammler1
Ich will nur noch ergänzen, dass ich das Buffet nicht schlecht reden will, sondern nur meine Überzeugung deutlich machen wollte, dass es nichts mit Darmstadt zu tun hat. Ich bin aber kein Experte, habe nur einige Bücher über Jugenstil in Darmstadt, und dort findet sich nichts Ähnliches. Die Tatsache, dass es die Gesichter doppelt gibt, kann natürlich auch den Grund haben, dass es etwa ein passendes Sideboard gab, das bis auf diese Ornamente verschwunden ist. Es muss also nicht zwangsläufig bedeuten, dass es ein neueres Stück ist. Das war nur rein gefühlsmäßig geschrieben, aber dazu habe ich keinen Beweis. Die Theorie, dass es erst aus den 1920 er Jahren stammt, halte ich auch für die plausibelste im Moment. Ich bin auch auf weitere Bilder gespannt. Es ist auf jeden Fall ein Stück, das einen gewissen Wert hat und das man aus meiner Sicht recht gut verkaufen kann. Es ist weniger wuchtig als so manches Stück aus der Gründerzeit, für das viele schlichtweg keinen Platz hätten, und durch die Gesichter unterscheidet es sich von jedem x-beliebigen Buffet. Daher vielleicht auch das gute Angebot des Händlers.