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Erbstück meines Bruders
Verfasst: Montag 3. August 2026, 16:16
von Ella
Hallo zusammen,
ich brauche Hilfe zu diesem Objekt, es ist ein Erbstück meines Bruders.
Ich weiß leider
![20260803_154158[1].webp](./download/file.php?id=171727)
- 20260803_154158[1].webp (105.73 KiB) 233 mal betrachtet
nicht was das ist, nehme an, das Material ist Hirschholz und
der silberfarbene Aufsatz aus Silber ? .
Ich kann die beiden Punzen leider nicht deuten.
Hat jemand eine Idee dazu?
Ich Danke für eure Hilfe!

- Hirschhorn 1.webp (56.79 KiB) 233 mal betrachtet

- Hirschhorn 3.webp (42.06 KiB) 233 mal betrachtet

- Hirschhorn 5.webp (93.64 KiB) 233 mal betrachtet
Ratgeber: Bestimmung von Silberstempeln & Silberpunzen auf antikem Silber
Verfasst: Montag 3. August 2026, 16:34
von Pontikaki
Moin Ella und herzlich willkommen im Forum.
Bitte gib noch die Maße und - falls möglich - auch das Gewicht des Objekts an.
Bitte auch noch mal ein Foto der Unterseite auf glattem weißem Untergrund (Papier) knipsen.
Jetzt ist nur die graue Holzstruktur im Vordergrund scharf - aber der Boden ist unscharf.
Ist dort ein Monogram graviert? Bitte auch noch ein Foto der anderen Seite und des grauen?
Knopfs, der seitlich zu sehen ist.
Bitte möglichst auch noch erzählen, was Du vom Erblasser weißt - z.B. wo lebte Dein Bruder (Region),
Tätigkeit, Hobby (Jäger?), Alter etc.. Bis dann.......
Ratgeber: Bestimmung von Silberstempeln & Silberpunzen auf antikem Silber
Verfasst: Montag 3. August 2026, 17:40
von nux
Ella hat geschrieben: ↑Montag 3. August 2026, 16:16
das Material ist Hirschholz und
der silberfarbene Aufsatz aus Silber ? .
Ich kann die beiden Punzen leider nicht deuten.
Hat jemand eine Idee dazu?
Hallo,
ja - das auf die Art gestempelte Doppelkreuz ist die Stadtmarke von Elbing, das Beschauzeichen eher noch 18. Jh als 19. Jh
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heute Elbląg/PL, im ehemaligen Westpreußen
[Gäste sehen keine Links] - das weiterhin in der Form bestehende Wappen geht letztendlich auch auf den Deutschen Orden zurück.
Feingehalt des Silbers dürfte bei 12 Lot liegen = 750/1000 Teilen, üblich in der Region um die Zeit.
Das andere ist die Meistermarke - bei Czihak ist ein Johann Gabriel Totzki /Totzky, gebürtig in Marienburg, aktiv nach 1782, verzeichnet - da
[Gäste sehen keine Links] - das könnte vllt. passen.
Aber auch: könnte m.M. sein, der Name lautet ursprünglich eigentlich Totzke, denn das hier am Ende, ob das ein i oder y sein könnte? gab es in der Gegend auch
Das Buch von 1908 eben
Eugen von Czihak: Die Edelschmiedekunst früherer Zeiten in Preussen (2. Teil): Westpreussen: enthaltend: Danzig - Thorn - Elbing - Marienburg - kleinere Städte - Nachträge — Leipzig: Verlag von Karl W. Hiersemann,
Zu einer wahrscheinlich Salière gearbeitet wurde hier die Rose eines Geweihs oder Gehörns - also Hirschhorn - da sieht man die Stellen
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Gruß
nux
Ratgeber: Bestimmung von Silberstempeln & Silberpunzen auf antikem Silber
Verfasst: Montag 3. August 2026, 19:09
von Ella
Vielen lieben Dank!
Das hört sich ja spannend an, hätte ich nicht gedacht.
Ratgeber: Bestimmung von Silberstempeln & Silberpunzen auf antikem Silber
Verfasst: Montag 3. August 2026, 19:27
von nux
der Link zu der Meistermarke ist durchgebrochen gewesen, hier nochmal [Gäste sehen keine Links]
Ratgeber: Bestimmung von Silberstempeln & Silberpunzen auf antikem Silber
Verfasst: Montag 3. August 2026, 20:13
von Ella

- Hirschhorn 7.webp (52.63 KiB) 176 mal betrachtet
Auf der Unterseite ist was eingeritzt aber kaum zu lesen,
AB 1880?
Vielen Dank!
Ratgeber: Bestimmung von Silberstempeln & Silberpunzen auf antikem Silber
Verfasst: Montag 3. August 2026, 22:57
von Silberpunze
Das Objekt ist ungewöhnlich und diese Variante des BZ sieht für mich wenig vertrauenswürdig aus. Ich kenne eine Marke von Totski, die zwar ähnlich aussieht, aber nicht identisch ist.
Man muss dazu wissen, dass Silber dieser Region im 20. Jh. gerne gefälscht worden ist.
Daher sollte man sich hier keine zu großen Hoffnungen machen, aber ich kann mich natürlich auch irren.
Ratgeber: Bestimmung von Silberstempeln & Silberpunzen auf antikem Silber
Verfasst: Dienstag 4. August 2026, 11:03
von Pontikaki
nux hat geschrieben: ↑Montag 3. August 2026, 17:40
wurde hier die Rose eines Geweihs oder Gehörns
Das sehe ich wie nux - was mich allerdings irritiert, ist, daß Geweihe in der Mitte einen schwammartigen Kern -
mit vielen kleinen Hohlräumen, der aus Knochenbälkchen (Trabekeln) aufgebaut ist - haben. Das dient dazu, das
Gewicht des Kopfschmucks zu verringern und gleichzeitig die Stabilität zu erhöhen.
Beispiele von Geweihen im Schnitt:

- Gala (13) - Kopie.webp (199.68 KiB) 137 mal betrachtet

- caribou 004.webp (126.28 KiB) 137 mal betrachtet

- caribou2.webp (73.15 KiB) 137 mal betrachtet
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Hier sieht man die Struktur auch nochmal sehr deutlich im Video (0:45 min):
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Denkbar wäre es, daß man die Hohlräume der Geweihrose der Saliere verfüllt hat , um sie
dann glatt zu schleifen. Auch damit sich kein Salz in die feinen Poren setzt.
Welchen Füllstoff mag man wohl im 18. Jahrhundert dafür verwendet haben?
@ Ella, kannst Du bitte noch zeigen, was es mit dem kleinen, seitlichen Knopf auf sich hat.