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Bild Jagdflugzeug 2. WK

Verfasst: Freitag 6. Februar 2026, 19:10
von Putzolan
Liebe Leute,
ein Onkel war im 2.WK Jagdflieger. Sehr erfolgreich, zweimal schrecklich zusammengeschossen.
Für Niemals-Soldat-gewesene schwer verständlich:
Mehrere Jahrzehnte später war er für die Bundeswehr zu Besuch in den USA (Luftwaffen-Trainingsstützpunkte) und da hat man sich bei Veteranentreffen gegenseitig Respekt gezollt und mehr.
Die Amerikaner haben ihm einen Kontakt vermittelt zu einem Militaria-Maler.
So ein Maler verfügt über sehr naturalistische Bildvorlagen (hier: Jagdflugzeuge im Verband, nicht im Kampf), die er mit den Angaben des Kunden personalisieren kann: die Flugzeugnummer und den vom Piloten gewählten Spitznamen auf dem Rumpf. So entstand ein sehr persönliches Erinnerungsstück.
Das Bild habe ich vor langer Zeit geerbt. Mein Onkel hatte sich immer gewünscht, ich würde auch zu ihm aufblicken, das habe ich insbesondere als Kind nie hinbekommen - im Gegenteil hatte ich Angst vor diesem herrschsüchtigen Mann. Dennoch habe ich es nicht hinbekommen, das Bild einfach zu zerstören.
Wenn mir jemand schreiben mag, was man Sinnvolles mit dem Bild machen könnte, ware ich bereit, es abzugeben - ich kann und will es nicht vererben. Was "sinnvoll" ist? Das kann ich mir derzeit noch nicht vorstellen.
Tschüß
aus Bremen

Bild Jagdflugzeug 2. WK

Verfasst: Freitag 6. Februar 2026, 19:24
von AnnetteK
Puh, schwierig.
Ich hatte das Sammelalbum "deutsche Kolonien" geerbt und wusste auch nicht wohin damit. Verkaufsangebot hätte sicher gruselige Kaufinteressenten angelockt.
Jetzt liegt es sicher im Bremer Überseemuseum.
Keine Ahnung welches Archiv oder Museum Kriegszeugs gebrauchen kann,
jedenfalls wäre das ein Ort an dem damit vernünftig umgegangen wird.
Da würde ich mal in Kontakt treten.

Bild Jagdflugzeug 2. WK

Verfasst: Freitag 6. Februar 2026, 19:46
von Putzolan
genau solch gruselige Kontakte hatten wir bei anderen Sachen auch schon, da war die Betrugsabsicht auch sofort erkennbar.
Auf die Idee Überseemuseum bin ich nicht gekommen - mal versuchen.
Ich habe auch eine Mappe mit Kohle-Zeichnungen (Faksimiles) geerbt, wirklich beeindruckende Grafiken mit recht realistischen Darstellungen des Frontgeschehens - auch die werde ich mitnehmen. Für das Grafik-Kabinett der Kunsthalle ist das wohl nichts.
Danke, tschüß!

Bild Jagdflugzeug 2. WK

Verfasst: Freitag 6. Februar 2026, 20:27
von nostalgiker
Hallo,

kurze Bitte , sag mal wer der Maler des Gemäldes ist,
(vlt. ist da was möglich was niemandes Gefühle verletzt)
BG Stefan

PS.: ich denke dass noch einige andere Ideen hier kommen könnten.

Bild Jagdflugzeug 2. WK

Verfasst: Freitag 6. Februar 2026, 22:26
von Schmidtchen
Das Gemälde ist ja personalisiert und auch lange nach dem Krieg entstanden.
Somit eigentlich nichts für Sammler oder Museen.
So etwas bleibt eigentlich in der Familie oder wird entsorgt.

Die Kohlezeichnungen sind da sicherlich wesentlich interessanter.
Natürlich abhängig von der Qualität und der Motive.

Militaria Sammler sind übrigens nicht unbedingt gruselig.
Das hat ja nichts mit Ideologien zu tun.
Ist halt auch eine Sammelleidenschaft.
Ich kann damit nichts anfangen und habe auch schon an Militaria Sammler verkauft.

Bild Jagdflugzeug 2. WK

Verfasst: Freitag 6. Februar 2026, 23:06
von AnnetteK
Das Überseemuseum hat Übersee als Thema, Krieg eher nicht. Aber die können vielleicht weitere Tipps geben.

Bild Jagdflugzeug 2. WK

Verfasst: Samstag 7. Februar 2026, 07:54
von nostalgiker
Putzolan hat geschrieben: Freitag 6. Februar 2026, 19:46 Ich habe auch eine Mappe mit Kohle-Zeichnungen (Faksimiles
@Schmidtchen wenn's originale wären, ja klar,
Grüße

Bild Jagdflugzeug 2. WK

Verfasst: Samstag 7. Februar 2026, 20:17
von Putzolan
mit Dank an die Leute, die geantwortet haben:

a) "wer der Maler des Gemäldes ist": das ist sicherlich herauszubekommen, ich sehe nach. Der Maler dürfte reichlich viele Bilder von amerikanischen Jagdfliegern ... gemacht haben, ich habe nie im Netz nach ihm gesucht.

b) "Militaria Sammler sind übrigens nicht unbedingt gruselig ...": das würde ich auch nie behaupten. Ich habe einen Menschen kennen gelernt, der Militaria sammelt um mit dem Material über das aufzuklären, was wirklich passiert ist - und das ist gegenüber Leugnern manchmal schon mutig, vor allem bei der jungen Generation im Ergebnis sehr erfreulich erfolgreich. Das Bild ist kein Kunstwerk, aber in Verbindung mit der ja bekannten wahren Geschichte ein Zeitdokument. Würde es so in eine entsprechende Sammlung eingebracht würde ich auch Informationen zum Piloten weitergeben. Das Bild ist aber zu schön, der Traum vom Fliegen über einer Sonnen-überstrahlten Landschaft, der glückliche Pilot in Begleitung seiner Geliebten, und sei es hier nur ihr Namenszug am Bug. So passt es nicht in die Sammlung meines Bekannten.

Mir Glücklichem ist nicht verständlich, wie es das Militär hinbekommt, einen Menschen hunderte Male in immer neue tödliche Duelle entsenden zu können, in ihm dafür mit Psychologie und Chemie eine Sucht zu erzeugen. Wie die Kirche es schafft, die Waffen zu segnen und dem Piloten zu helfen, nicht an den verstorbenen Gegner zu denken. Wie der Pilot es schafft, nur noch im Zweikampf den Erfolg zu suchen - das ausgegebene politische Ziel und die tatsächliche Lage an den Fronten waren völlig nebensächlich geworden. Und er lässt sich blutend in Verbänden voll mit Heroin wieder in die Kanzel heben.

c) die Mappe mit den Grafiken: wenn ich die Bilder ansehe, sehe ich nur den Protest gegenüber dem dokumentierten Leiden. Der Verlag hat die Mappe mit anderer Absicht herausgebracht. Und hat Kunst mit Wertschöpfung verkaufen wollen: teures Papier, aufwändiger Druck, limitierte Auflage.

Gute Nacht!