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Koch & Bergfeld - Welches Muster?
Verfasst: Donnerstag 8. Januar 2026, 02:01
von Silberfranky
Liebe Freunde der Schwarmintelligenz,
hier habe ich mal wieder ein Besteck, bei dem ich irgendwie nicht weiterkomme:
-
Fischbesteck mit handgraviertem floralem Muster
- 800er Silber
- klar ersichtlich Koch & Bergfeld
- verkauft von H. Reimers, Juwelier in Hildesheim (soweit ich über Literaturerwähnungen rausfinden konnte, mindestens bestehend zwischen 1912 und 1926)
Die Form entspricht optisch eigentlich Neufaden (1915 von Gustav Elsaß für K&B entworfen),
ABER es fehlt der namensgebende Faden??? Das Besteck an sich ist dadurch von minimalistischer Schlichtheit. Von der Form eher an frühes Art Deco erinnernd, die Gravur aber noch mit Jugendstil- Reminiszenzen, hätte ich es intuitiv wahrscheinlich auch irgendwo zwischen 1910 und 1920 eingeordnet, was zu einer Entstehungszeit analog Neufaden und 1915 passen würde.
Ich konnte aber beim besten Willen kein passendes K&B Besteckmuster finden. Hat zufällig eine/r von Euch eine weiterführende Idee dazu, um welches Design es sich handelt? Nachdem es ja offensichtlich in den Verkauf gelangt ist, dürfte es sich wohl kaum um irgendeinen Vorentwurf o.ä. handeln.
Wie immer: Herzlichen Dank für jeden sachdienlichen Hinweis!

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Koch & Bergfeld - Welches Muster?
Verfasst: Donnerstag 8. Januar 2026, 07:09
von marker
Guten Tag, das ist auch kein Fadenmuster, so etwas läuft aus offensichtlichen Gründen unter "Rundstil-Muster". Die gab es schon im 19. Jahrhundert (und vielleicht schon früher ?), hier wurde es mit einer Gravur im Stil der "Bremer Lilie" aktualisiert, also wohl in dieser Form nach 1900 auf den Markt gebracht. Das Muster als solches gab es in unterschiedlicher Schwere, mit und ohne Facette bei den massiven Teilen - ob man nur auf Grund des Bildes die Musternummer herausbekommt ? Ich muss da leider pssen. Gruss marker
Koch & Bergfeld - Welches Muster?
Verfasst: Donnerstag 8. Januar 2026, 11:11
von silberfreund
Es könnte sich um K&B-Modell 900 oder 68700 handeln.
mfg silberfreund
Koch & Bergfeld - Welches Muster?
Verfasst: Samstag 11. April 2026, 00:09
von Silberfranky
Guten Abend liebes Forum,
heute würde ich meinen damaligen Thread gerne noch um einen weiteren Aspekt bzw. eine weitere Frage erweitern:
Inzwischen für das Thema sensibilisiert, habe ich mittlerweile verschiedene Koch & Bergfeld-Bestecke gesehen, die diese (Hand)Gravur im Stil von Bremer Lilie in identischer Form aufweisen. Es handelte sich dabei bis dato immer um Fischbestecke. Im Gegensatz zu dem initialen Set waren die mir jetzt aufgefallenen alle versilbert und hatten auch unterschiedliche Muster.
Im Folgenden einmal Altfaden (gestempelt „Hansa 18“):

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Andere Beispiele (beide mit mit Muster 25900) wären:
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Ursprünglich hatte ich die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass irgendein eifriger Juwelier diese Gravur vorgenommen hat, um ein Besteck irgendwie optisch an Bremer Lilie (25600) anzupassen. Warum hätte K&B das machen sollen - insbesondere nachdem es von 25600 ja schließlich auch
Fischbesteck gab. Da eine solche individuelle Anfertigung bei der jetzt sichtbaren Anzahl dieser zumindest in der Hinsicht identischen Bestecke aber auszuschließen sein dürfte, stellt sich mir nun allerdings die Frage, wie das denn ab Werk wohl ausgesehen hat.
- Konnte man eine derartige Gravur einfach als zusätzliche Individualisierung zu jedem gegebenen Besteck ordern (analog zu Monogrammen) und dann hat sich ein/e K&B-Mitarbeiter/in hingesetzt und die graviert?
- Warum findet sich das offensichtlich primär (?) auf Fischbestecken (weil da die gravierbare Fläche gegeben war? Die wäre aber bei anderen Gabeln gleichermaßen da gewesen?)?
- Mir ist bewusst, das auch versilberte Ware damals einen gewissen Preis hatte. Diese doch halbwegs aufwändige Handarbeit hätte ich aber dennoch eher bei Massivsilber erwartet. War die Arbeitskraft damals im Verhältnis zum Produkt so günstig oder die Käufer auch bei versilbertem Besteck so zahlungswillig, dass sie den Aufpreis in Kauf genommen haben?
Langer Rede, kurzer Sinn: Sollte irgendjemand Einblicke zu diesen Handgravuren ab Werk (gerne auch am Beispiel anderer Hersteller) haben, freue ich mich wie immer über sachdienliche Hinweise - bspw. anhand irgendwelcher alter Kataloge, Musterbücher o.ä., die mir leider nicht vorliegen...
Herzlichen Dank im Voraus!
Koch & Bergfeld - Welches Muster?
Verfasst: Montag 13. April 2026, 14:00
von silberfreund
An der Gravur würde ich mich nicht aufhängen. Man konnte alles mögliche gravieren oder gravieren lassen. Eine Gravur begründet selten ein eigenes Besteckmuster. Wichtig ist die Grundform.
Wie richtig bemerkt fehlt dem hier gezeigten Modell der Faden. Im K&B Katalog Silber aus Bremen ist bei Model 63400 von 1915 extra vermerkt "mit Faden", während bei Model 68000 von 1938 steht "ohne Faden. Dieses auch in meinem Besitz befindliche Muster stimmt mit dem hier gezeigten Modell überein.
Den Juwelier hat es dann wohl doch noch länger gegeben.
mfg silberfreund
Koch & Bergfeld - Welches Muster?
Verfasst: Dienstag 14. April 2026, 00:08
von Silberfranky
silberfreund hat geschrieben: ↑Montag 13. April 2026, 14:00
An der Gravur würde ich mich nicht aufhängen. Man konnte alles mögliche gravieren oder gravieren lassen. Eine Gravur begründet selten ein eigenes Besteckmuster. Wichtig ist die Grundform.
Wie richtig bemerkt fehlt dem hier gezeigten Modell der Faden. Im K&B Katalog Silber aus Bremen ist bei Model 63400 von 1915 extra vermerkt "mit Faden", während bei Model 68000 von 1938 steht "ohne Faden. Dieses auch in meinem Besitz befindliche Muster stimmt mit dem hier gezeigten Modell überein.
Moin silberfreund,
Danke für den Hinweis! Vielleicht habe ich mich nicht präzise ausgedrückt, aber die initiale Frage, welches Modell das denn eigentlich von der Grundform sein könnte, hatte ich auch gar nicht (noch einmal) stellen bzw. mit der vorliegenden Gravur in Verbindung bringen wollen. Dass die Gravur sich stilistisch an Bremer Lilie anlehnt, war nur zu Recht in einem der früheren Beiträge erwähnt worden.
Meine jetzige, im Licht des so vergleichsweise häufigen Auftauchens der identischen Gravur auf Besteck unterschiedlichster Muster - die aber alle von K&B sind - auftauchende Frage bezog sich vielmehr auf den Wunsch nach grundlegendem Erkenntnisgewinn, ob und in welcher Form derartige von Hand angebrachte Gravuren generell ab Werk verfügbar waren und wie sie gehandhabt wurden. Zumindest würde ich jetzt erst einmal davon ausgehen, dass sie bereits im Werk angebracht wurden, weil es mir sehr unwahrscheinlich erscheint, auf einen Schlag viermal identische Gravuren von irgendeinem lokalen Juwelier auf dem Markt finden zu können (und da habe nicht einmal lange gesucht).
Diese These wäre aber gerade zu verifizieren oder zu falsifizieren und mit weiterführendem Wissen zu ergänzen…