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Fischvorleger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Samstag 5. Dezember 2015, 18:01
von rup
Hallo zusammen,
ich habe auch mal etwas für Euch, einen durchbrochenen Fischvorleger mit Heftgriff.
ingesamt ca 27,6cm lang
der Heber und die unbestimmte Punze sind abgebildet

- IMG_20151203_193410.jpg (61.79 KiB) 801 mal betrachtet

- IMG_20151205_175208.jpg (84.82 KiB) 801 mal betrachtet
Fischvorlger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Samstag 5. Dezember 2015, 18:14
von Emmi
Steht das einzelne Punzzeichen im Verhältnis zu den dreien en bloc auf dem Kopf? Heißt es dort JAL?
Grüße
Emmi
Fischvorleger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Samstag 5. Dezember 2015, 18:22
von rup
ja, das sieht so aus, wobei das L recht verschlagen oder abgenutzt ist
Fischvorlger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Samstag 5. Dezember 2015, 18:37
von Pikki Mee
Moin,
der erste Buchstabe ist wohl ein russisches P - ist der zweite ein M? (assayer) ansonsten St. Petersburg: >> Two anchors crossing a scepter << (h.cx), 18 ist vermutlich der Anfang der Jahreszahl .. (nach 1825, bis dahin stand die Jahreszahl unter der Hallmark, im eckigen Feld könnte 1873-1874 sein [Gäste sehen keine Links] )
П·М [Gäste sehen keine Links] Unknown Assayer
eine vergleichbare Punzierung hier, JAL demnach durchaus wahrscheinlich... [Gäste sehen keine Links]
*Pikki*
Fischvorlger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Samstag 5. Dezember 2015, 18:55
von rup
prima vielen Dank
Pikki Mee, das war ja flott
auf dem Griff ist auch noch eine Punze , aufgetaucht, wieder St. Petersburg aber etwas älter
[Gäste sehen keine Links], rund ohne weitere Zahl
Fischvorlger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Samstag 5. Dezember 2015, 19:09
von Pikki Mee
Heij,
da kann man mal sehen, was sich so alles hier in einem guten halben Jahr von 0 an lernen lässt
hmm das mit der zweiten Punze - so weit auseinander sind die ja zeitlich nicht, entweder damals schon so oder später gegenseitig ergänzt
keine Ahnung, wäre Spekulation für mich ...
Makers Mark JAL (in lateinischer Schrift): nicht zu finden... - aber das konnten selbst die nicht
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eine Anmerkung noch aus dem 925-1000 Forum >> They often use the maker JAL, it is Latin and easy to fake.<<
[Gäste sehen keine Links] - aber das bezieht sich wohl auf die beschriebenen Objekte...
hier noch ein Beitrag von da und schön gezeigte Punze und Jahreszahl
[Gäste sehen keine Links] (da gibt es wohl eine Diskrepanz bei h.cx)
*Pikki*
Fischvorlger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Samstag 5. Dezember 2015, 19:25
von rup
Pikki Mee hat geschrieben: They often use the maker JAL, it is Latin and easy to fake.<<
das kann man bei dem Heber sicher ausschließen, von der Erhaltung und Verarbeitung her passt es sehr gut.
Pikki Mee hat geschrieben: hmm das mit der zweiten Punze - so weit auseinander sind die ja zeitlich nicht, entweder damals schon so oder später gegenseitig ergänzt

Ich denke auch, dass die Schaufel damals schon nach einer Generation ausgetauscht wurde. Der Heber hat auf jeden Fall schon einiges erlebt

Fischvorleger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Samstag 5. Dezember 2015, 19:30
von Pikki Mee
Nachschlag... alle sagen JAL kennen wir nicht, einige spekulieren über Johann Adam Lemor oder einen anderen Lemor, der von Breslau kam...
und die Schweden behaupten, sie wissen es - Jakov Ljapunov
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aber auch: Yakov Lyapunov ist wohl etwas später (1899 bis 1903) bekannt als Probiermeister, mit dem kyrillischen ЯЛ - was aber eigentlich lautmäßig (Я = JA, Л=L) auch übereinstimmt...
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*Pikki*
Fischvorleger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Samstag 5. Dezember 2015, 19:47
von rup
vielen Dank, ich werde morgen auch nochmal etwas suchen, heute komme ich nicht mehr dazu ...
Fischvorleger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Sonntag 6. Dezember 2015, 03:58
von rw
[quote="Pikki Mee"]Moin,
der erste Buchstabe ist wohl ein russisches P - ist der zweite ein M? <<<<
Moin zusammen
Ich sehe es auch als ein russisches P doch sieht mir der zweite Buchstabe mehr nach ein "K" oder "X" aus??
Und der Stempel ganz links, kann es sein das er gar nicht auf den Kopf steht? Ich frage nur weil der
Buchstabe rechst, so wie er da steht, übersetzt ein "G" sein soll. It. Russian Silver
Grüsse
rw
Fischvorleger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Sonntag 6. Dezember 2015, 08:40
von rup
rw hat geschrieben: Und der Stempel ganz links, kann es sein das er gar nicht auf den Kopf steht? Ich frage nur weil der
Buchstabe rechst, so wie er da steht, übersetzt ein "G" sein soll. It. Russian Silver
ist aber gut möglich, dass er auf dem Kopf steht. Er ist ja auch nicht in einer Reihe mit den anderen und auch leicht schräg
Fischvorleger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Sonntag 6. Dezember 2015, 10:46
von Pikki Mee
Moin,
rw hat geschrieben: Und der Stempel ganz links, kann es sein das er gar nicht auf den Kopf steht? Ich frage nur weil der
Buchstabe rechst, so wie er da steht, übersetzt ein "G" sein soll. It. Russian Silver
@rw: ja, aber wenn es nicht auf dem Kopf steht, müsste der mittlere Buchstabe als
V anzusehen sein - und das gibt es im kyrillischen Alphabet doch nicht
rw hat geschrieben: Ich sehe es auch als ein russisches P doch sieht mir der zweite Buchstabe mehr nach ein "K" oder "X" aus??
das könnte mit
П·K auch gut gehen, bzw. passt zur Jahreszahl, aber ist leider wohl auch unbekannt >> assayer PK unidentified <<
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*Pikki*
Fischvorleger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Montag 7. Dezember 2015, 07:29
von Frank
@Ralph, bekommst Du die Punze vielleicht noch etwas schärfer abgelichtet?
Fischvorleger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Montag 7. Dezember 2015, 08:27
von rup
Frank hat geschrieben: @Ralph, bekommst Du die Punze vielleicht noch etwas schärfer abgelichtet?
Hallo Frank, die Punze ist nicht unscharf, sie sieht so aus. Was unscharf wirkt ist "live" auch unscharf, das Silber ist dort abgegriffen ...

Fischvorleger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Montag 7. Dezember 2015, 10:29
von Frank
Pikki Mee hat geschrieben:Moin,
rw hat geschrieben: Und der Stempel ganz links, kann es sein das er gar nicht auf den Kopf steht? Ich frage nur weil der
Buchstabe rechst, so wie er da steht, übersetzt ein "G" sein soll. It. Russian Silver
@rw: ja, aber wenn es nicht auf dem Kopf steht, müsste der mittlere Buchstabe als
V anzusehen sein - und das gibt es im kyrillischen Alphabet doch nicht
V gabs anscheind zu der Zeit schon noch:
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Ich kann bei dem ganzen unscharfen Bild leider keinen einzigen Buchstaben eindeutig erkennen, daher rate ich mal lieber nicht mit.
Müsste man mal im Original mit Mikroskop ansehen.

Fischvorleger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Montag 7. Dezember 2015, 11:00
von Frank
Von der Form und Gestaltung der Stadtmarke ausgehend würde ich übrigens auch um 1870 +/- 10 Jahre schätzen.

Fischvorleger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Montag 7. Dezember 2015, 12:57
von Pikki Mee
Moin moin,
Frank hat geschrieben: V gabs anscheind zu der Zeit schon noch
ja, gut, überzeugt, aber ich seh' den letzten Buchstaben nicht als kyrillisches G - zu rund. Und was wäre wenn, dann der erste überhaupt?
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... weiß nicht, glaube eher an ein öfter belegtes Meisterzeichen, welches zeitlich passt, und dass übrigens häufig auf dem Kopf steht, wenn man sich Stücke damit anschaut, als an ein noch größeres
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Beispiele
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hier ein 'ordentliches' zum Vergleich (Bild 3)
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*Pikki*
Fischvorleger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Montag 7. Dezember 2015, 13:27
von rup
Fischvorleger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Montag 7. Dezember 2015, 16:04
von rw
Super..... thanks Ralph
Grüsse
rw
Fischvorleger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Montag 7. Dezember 2015, 23:16
von Pikki Mee
NAbend,
nicht direkt zur Fragestellung, aber ein netter Verwandter fiel mir grad auf
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*Pikki*
Fischvorleger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Dienstag 8. Dezember 2015, 08:50
von rup
Pikki Mee hat geschrieben: nicht direkt zur Fragestellung, aber ein netter Verwandter fiel mir grad auf
[Gäste sehen keine Links] ... ka-do-ryb-
schade, dass es keine Aufnahme der Punzen gibt
Fischvorleger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Dienstag 8. Dezember 2015, 09:26
von Frank
Punzen sind um Text beschrieben, 13 (Lot) und der Einhornschädel von Schwäbisch Gmünd um 1860.
Anderer Hersteller, anderes Land. Die Form scheint zu der Zeit "in" gewesen zu sein.

Fischvorleger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Dienstag 8. Dezember 2015, 20:37
von Frank
Moin Ralph, erste Rückmeldung aus dem 925er, ein Kollege aus Helsinki sagt folgendes dazu:
Hersteller wahrscheinlich Julius Edvard August Lohfert (JAL) 1868-1881 in St Petersburg (später umgezogen nach Tallinn Estonia 1872-1896).
Der Prüfer war wohl Pavel Mihailov (ПМ) 1866-69 in St Petersburg.
Er ist übrigens genauso verwundert über die unkenntlich gemachte Jahreszahl wie ich.
Falls noch andere Meinungen kommen schreib ichs hier dazu.
Fischvorleger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Dienstag 8. Dezember 2015, 20:55
von rup
besten Dank nochmal
Frank hat geschrieben:
Er ist übrigens genauso verwundert über die unkenntlich gemachte Jahreszahl wie ich.
wundert mich ebenso ... das wird aber wohl nicht zu lösen sein

Fischvorleger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Mittwoch 9. Dezember 2015, 08:13
von Frank
rup hat geschrieben:
wundert mich ebenso ... das wird aber wohl nicht zu lösen sein

Ich denke eher nicht.
Die Namen oben sind übrigens nicht in Stein gemeisselt, ich finde selber garnichts dazu und hab nochmal höflich nachgefragt aus welcher Quelle die stammen. Mal abwarten.
Das einzig sichere scheint St. Petersburg um 1870 zu sein, den Rest wird aber auch kaum einer wiederlegen oder beweisen können, wie so oft bei den Punzierungen ist vieles Vermutung, irgendwer hat es mal in ein Buch geschrieben oder ins Netz gesetzt und ab dem Zeitpunkt ist das halt so.

Fischvorleger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Mittwoch 9. Dezember 2015, 09:44
von Frank
Also, zusammenfassend, ich denke die Antwort aus dem 925er ist höchstwahrscheinlich korrekt.
Hier nochmal eine Marke zu Pavel Mihailov, auch aus dem 925er, vielleicht findet ja jemand noch woanders ein Belegstück:
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Die Informationen zu Julius Eduard August Lohfert sollen aus dem Buch "Hõbedamärgid Eestis (Estonian silvermarks)/Die Silbermarken Estlands" von Alur Reinans (2005) stammen, das ist aber natürlich, wie auch "Narvas och Nyens guldsmeder" (1946) und "St. Petersburgs juvelerare, guld- och silversmeder 1714-1870"(1951) von Leonard Bäcksbacka (1951) oder die Nachfolger von Postnikova-Loseva auf dem (freien) Markt so gut wie nicht oder nur zu utopischen Preisen zu bekommen, weshalb ich an dieser Stelle abbreche und sage: "habe fertig!"
Wenn mal einem eins von den Büchern in die Hände fällt kann er es mir gerne schenken, ich nehm auch gern eine digitale Kopie.
Das gilt übrigens für alle Bücher über Silberpunzen oder Schmiedestempel, immer gerne anbieten, mehr als nein sagen kann ich nicht.

Fischvorleger Herkunft zu bestimmen
Verfasst: Mittwoch 9. Dezember 2015, 10:20
von rup
Frank hat geschrieben: weshalb ich an dieser Stelle abbreche und sage: "habe fertig!"

ihr habt auf jeden Fall viel mehr Informationen zusammen getragen als ich gedacht habe. Das einzige was ich vorher wusste war Russland 18xx
