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Beitrag von Idealist47 » Samstag 12. Januar 2019, 13:01

gerümpel hat geschrieben:
Samstag 12. Januar 2019, 01:49
Leinöl ist auch ein hervorragender Rostschutz..
Moin
ist eher nicht so gut geeignet, Säuren im Öl lösen mit Eisen eine Reaktion aus.
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reas
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Beitrag von reas » Samstag 12. Januar 2019, 15:24

Ich hätte Bienenwachs gelöst in Balsamterpentinöl, oder ist dieser nicht Säurefrei?

Unter dem Riegel, das ist dieses bewegliche Teil mittig, ist Holz unterlegt? Muss das so sein oder sollte ich es wegmachen?
Und im Eisenblech sind an zwei Stellen kleine Teile eingebaut die rötlich wie das Kupfer erscheinen, wozu das?
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20190112_150515.jpg

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Beitrag von Idealist47 » Samstag 12. Januar 2019, 16:04

reas hat geschrieben:
Samstag 12. Januar 2019, 15:24
oder ist dieser nicht Säurefrei?
besser, aber doch sehr weich die Schicht. Mein empfohlenes Wachs ist härter.
Es dürfte später angebrachte Hohlnieten aus Kupfer sein. Möglich, das die originalen Vollnieten nicht mehr Halt fanden und ersetzt wurden.

Ich könnte dir das Schloss in Halt und Funktion incl. Hohlschlüssel wieder herrichten. Ich denke du wirst dieses Schränkchen nutzen wollen.
Diese Arbeiten gehörten auch immer zu meinem ehemaligen Beruf dazu. ;)
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Beitrag von gerümpel » Samstag 12. Januar 2019, 18:50

Hier mal was zur Verwendung von Leinöl als Rostschutz: Gäste sehen keine Links
(In der Oldtimerrestaurierung ist das ein beliebtes Mittel der Wahl, weil, es hervoragend penetriert. Der Sauerstoffabschluss ist entscheidend )

Die Kupfernieten halte ich auch für sekundär, so wie ich überhaupt nach und nach der Meinung bin, das Schloss ist älter als der Kasten. Der könnte auch in der 2. Hälfte des 18. Jh. entstanden sein.

Das Hölzchen wurde vermutlich da reingezwängt, um den Schnappriegel offen zu halten, weil der Schlüssel weg war. Die Feder kann durchaus noch unter Spannung stehen, deshalb letztens mein Tip mit dem Schlüssel... ;)
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Beitrag von reas » Samstag 12. Januar 2019, 20:32

Idealist47 hat geschrieben:
Samstag 12. Januar 2019, 16:04
Mein empfohlenes Wachs ist härter.
Verstehe, vielen Dank für die Erklärung...
Werde es mitbestellen.
gerümpel hat geschrieben:
Samstag 12. Januar 2019, 18:50
nach und nach der Meinung bin, das Schloss ist älter als der Kasten.
Wieso denn das? Finde die zwei passen wunderbar zusammen :heart_eyes:
Übrigens ist die Umrandung mittels Holzstiften mit dem Kasten verbunden, nicht verleimt, siehe Photos und die zwei Einlegeböden sind von oben mit Eisenägeln fixiert falls es für genauere Datierung hilfreich wäre
20190112_194408.jpg
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Beitrag von Idealist47 » Samstag 12. Januar 2019, 22:26

gerümpel hat geschrieben:
Samstag 12. Januar 2019, 18:50
Verwendung von Leinöl als Rostschutz
Dein Artikel ist ja sehr interessant, trifft aber nicht genau das Thema, welches das alleinige Leinöl ist.

In diesem link ist polymerisiertes Leinöl mit Sikkativ gemeint. Unter Luftabschluss wird dieses Öl erhitzt und verbindungsfähig (polymär) gemacht.
Dort beschrieben... in Verbindung mit Harzlacke, Tungöl, Graphit, Pigment. Sikkativ ist hierbei Menninge. Ich verwende kein Mennige, da es sehr
giftig ist.
Meine Erfahrung Rostschutz mit verkochten Leinöl für den Außenbereich ohne Verbund anderer Materialien: bringt nur Schutz bei regelmäßigen
Neuauftrag keine oder stark geminderte Oxidation. Ich erinnere mich an einem Beitrag von @nux... es wurde ein rotlackiertes Fahrzeug geölt
und die Farbe intensiviert (angefeuert). Regelmäßig nachölen sollte genügen.
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Beitrag von gerümpel » Samstag 12. Januar 2019, 22:47

reas hat geschrieben:
Samstag 12. Januar 2019, 20:32
Wieso denn das? Finde die zwei passen wunderbar zusammen
Das finde ich auch, wunderbar sogar! :-) Aber gibt es nicht alte Nagellöcher? Auch wirkt die Grundplatte irgendwie zerknittert, als wenn das Schloss zweitverwendet wurde. Die Kupfernieten deuten auch auf eine Reparatur des Schlosses hin.
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Beitrag von reas » Sonntag 13. Januar 2019, 11:35

gerümpel hat geschrieben:
Samstag 12. Januar 2019, 22:47
Aber gibt es nicht alte Nagellöcher?
Hat mir jetzt keine Ruhe gelassen also habe ich die zwei noch vorhandenen Nägel entfernt und die Platte angehoben, die seitlichen bekomme ich nicht raus, da ist das Eisen ziemlich zerfressen und habe Angst es kaputt zu machen. Im Holz befinden sich nur die Löcher an gleicher Stelle wie die in der Platte, es sieht nicht aus das es mal ein anderes Schloss gab...
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Beitrag von gerümpel » Sonntag 13. Januar 2019, 13:28

Da hast du mich missverstanden, nicht das Schränkchen hatte ein älteres Schloss, sondern das Schloss ein älteres Schränkchen! :')
Da ist doch irgendwie dran gewerkelt worden, bevor es an dein Schränkchen kam, d.h. man hat (schon im 18. Jh.) ein altes Schloss wiederverwendet.
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Beitrag von reas » Sonntag 13. Januar 2019, 15:47

gerümpel hat geschrieben:
Sonntag 13. Januar 2019, 13:28
Da hast du mich missverstanden
Ja, dachte du bist der Meinung dass das jetzige Schloss nachträglich eingebaut wurde, deshalb suchte ich nach anderen Nägellöchern...wusste nicht dass auch bei neuen Möbeln alte Schlösser eingebaut wurden...weil das kostbare Teile waren?

Wie auch immer, habe das mittige Bild noch von der weißen Ölfarbe befreit und geölt und das bleibt auch so, richtig shabby
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