Anwendung, Vorschläge, Oberflächentechnik für Restaurierung Möbel

hier wird über die Pflege und Restaurierung antiker Möbel gesprochen
Idealist47
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Beitrag von Idealist47 » Dienstag 18. Juli 2017, 18:53

Da hatte ich mich missverständlich ausgedrückt. Es sollte heißen: an schon fertige feuchte Bereiche anschließen.
Ich hatte mir aus Quark mit Boraxaufschluß selbst angerührt.
Einfacher ist ein Kaseinpulver, wie du schon geschaut hast. Deine Bologneserkreide wird reichen.
Ach auch wichtig!
Setzte nur soviel an, wie du am Tag verarbeiten kannst. Alte Farbe,die länger steht war bei mir nicht mehr optimal.
Mischungen: Wenn deine Farbe an der Wand kreidet, weiter verdünnen / wenn sie zu dünnflüssig, mehr gesiebte Kreide dazu.

Viel Erfolg
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3rd gardenman
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Beitrag von 3rd gardenman » Dienstag 18. Juli 2017, 19:05

Danke für den Tipp mit der Menge - dass war beim früheren Maler der die Wände immer gestrichen hat so ein Problem - nach dem Wochenende durfte er wieder neue Farbe anrühren, der noch übrig gebliebene Rest war abgestanden und bindete nicht mehr gut. Da gabs dann Probleme bei der Deckschicht - also nur peu a peu arbeiten. :)

Und ist es sinnvoll die Wandfläche vorher ein wenig mit normalen Wasser anzunässen - oder doch nicht ?
Grüße Harry

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Beitrag von Idealist47 » Dienstag 18. Juli 2017, 19:43

Grundsätzlich steht nichts dergleichen beschrieben. Empfehlendswert ist eine verdünnte Grundierung, also mehr fertig verdünnte Farbe.
Dann nach Trocknung noch ein Auftrag. Die Grundierung verschafft dann eine gleichemäßige Aufnahme, bzgw. Deckschicht.
Aber aus der Ferne weis ich nicht, wie fest oder lose dein vorhandene Farbe an der Wand ist.
bin gespannt wie es gelingt, harry :D
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3rd gardenman
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Beitrag von 3rd gardenman » Mittwoch 19. Juli 2017, 06:36

Oha - aktuell werden die Flächen mit Stahlwolle (die mittlere Ausführung) von dem anhaftenden Staub (ist ja in der Schreinerei) befreit, lose Putzstellen gefestigt und Löcher geschlossen mit Gips.
Ende der Woche dürfte alles soweit fertig sein - dann lege ich mit erst einer dünnen Grundierung los und später kommt die deckende Schicht drüber.
Weil da auch Maschinen stehen die nicht so einfach bewegt werden können - ist das die große Herausforderung für die Arbeiten. Meine zwei Helfer sind ganz eifrig dabei - und schauen hinterher wie frisch aus dem Gipsmehl gezogen aus :?
Heute und morgen wird die Holzdecke neu mit lasierend eingestellter Leinoelfarbe gestrichen, die wird recht hell gemacht. Soll im Winter nicht zu dunkel wirken. Die tragenden Teile mit sichtbarer Verschraubung werden rein weiss gestrichen.
Von dem Vorschlag meines Vater die Decke mit der Spritzpistole komplett deckend weiss zu lackieren habe ich Abstand genommen - die Farbmenge ist immens hoch und durch die Lösemittel eine enorme Belastung für den Lackierer. Der Sprühverlust ist bei Weiss immer recht hoch - vorallem muss ich dann alle Maschinen komplett abdecken und das geht nur schwer.
In der Werkstatt wird mit offenem Feuer geheizt - also sollte eine leicht wischbare Oberfläche für ein adrettes Bild sorgen.
Grüße Harry

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Beitrag von Idealist47 » Mittwoch 19. Juli 2017, 10:40

Moin Harry, na das klingt nach heftigen Fleiß

3rd gardenman hat geschrieben:[post]71025[/post] also sollte eine leicht wischbare Oberfläche für ein adrettes Bild sorgen.

Dann sollte der Ölanteil erhöht werden. Das geht dann in Richtung Kaseintempera. Auch geringe Anteile von Naturharzen oder
Wachse sind möglich. Aber bedenke :!: Deine Brillianz an Weiß wird durch diese Zugaben reduziert. Es kann vergilben.
Leinöl hat sich dafür gut bewehrt, aber ich würde aus meiner Sicht trockende Öle zugeben, die kaum vergilben und wenn dann
noch Harze dazukommen, eventuell Dammarharz.

Gruß Martin
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Beitrag von Idealist47 » Freitag 21. Juli 2017, 23:51

Mal zwischendurch zum obigen Thema Kaseinwandfarbe...

ein Rezept zur Reinigung, sprich Tinten- und Rostflecke im Holz

Dieses funktioniert gut mit Sauerkleesalz gelöst in heißen Wasser
40g Kleesalz auf 1 Liter heißen Wasser. Lösung auftragen und mit Kompresse abnehmen. Oft müssen mehrere Durchgänge folgen.
Anschließend nachwässern um Salzreste zu entfernen. Am besten mit destilierten Wasser ( keine Kalkrückstände )

Gruß
Martin
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Beitrag von Idealist47 » Samstag 22. Juli 2017, 18:01

Heute für euch etwas über Furnierergänzungen mit neuen Furnier und häufig gemachte Fehler...
dazu gehören: zu dunkles Furnier gewählt, nicht durchgefärbt, Lichtbrechnung unbeachtet, wohlmöglich falsche Sorte verwendet,
In Faserrichtung lange Stoßfuge, schlechte Leimverbindung, Messerfurnier mit offener Seite nach oben aufgeleimt...

Es gilt erst zu beachten das dunkle Hölzer durch UV-Licht allmählich heller wird und helle Hölzer nachdunkeln. Dabei haben alte
Überzüge zusätzliche Beeinflussung der antiken Farbwirkung.
Ausgangspunkt ist die hellste Farbe des Umgebungsfurniers. Wenn man aus mehreren Winkeln die Holzoberfläche beobachtet, kann
man die Lichtbrechung erkennen. Dieses Verhalten sollte im Ersatzfurnier identisch sein. Es sollte die Richtung markiert werden.
Stoßfugen ( quer zur Maserung ) sollten kurz gehalten sein, besser geschwungen oder Zickzackvariante schneiden. Scharfes Messer ist
Bedingung. Furniere die gut sich einfügen aber zu dunkel sind, werden vorher gebleicht. Grundsätzlich sollten Furniere, die gefärbt werden müssen, durchgefärbt sein. Nicht immer passen diese plan zur Umgebung und müssen geebnet werden, dabei könnte sonst die nur aufgetragende Farbe entfernt werden und es fleckig aussehen lassen. Probefurniere sollten dazu gehören um nach dem Durchfärben oder
Bleichen etc. die entschiedene Versiegelung aufzutragen um sich der Perfektion annähern.
Auch zu viel Leim sollte vermieden werden, um ein Leimdurchschlag zu verhindern.
Messerfurniere biegt man in zwei Richtungen. Dabei kann man eine Seite stärker biegen. Das ist die offene Seite und auf dieser wird
Leim angegeben.
Fertig zubereitete Furnier wird auf die Holzfläche aufgelegt und so ausgerichtet, das es sich gut ins Gesamtbild einfügt. Ich nehme
hierfür dünne Nadeln, mittlerweile Akkupunkturnadeln! Furnierklebeband hält oft nicht, weil alte Versiegelungen noch vorhanden sind.
Die kleinen Löcher fallen später nicht mehr auf. Mit Skallpellmesser Konturen etwas im spitzen Winkel geneigt in mehreren Schnitten
das alte Furnier durchtrennen. Leicht schräger Schnitt begünstigt später eine dichte Fuge. Auch ist ein fertig zugerichtetes Furnierteil
nur sehr trocken einzusetzen.

gerne können wir diskutieren,

Gruß
Martin
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Beitrag von 3rd gardenman » Samstag 22. Juli 2017, 18:13

Hallo,

für Messerfurniere ist die Nadelmethode bei kleinen Stücken sinnvoll. Bei größeren Flächen oder komplette Neufurnierung, vorallem bei Sägefurnier ist eine anständige Pressung elementar wichtig zur Erzielung einer kürschnerfreien Oberfläche. Eine plane Platte ist ebenso nötig um den Furnier sauber aufgeleimt zu bekommen.

Ich bin mit einer Joos Furnierpresse ausgestattet Gäste sehen keine Links und kann bei Bedarf auch auf Spindelpressen für ganz kleine, besonders geformte Stücke zurück greifen. Wichtig ist immer die Qualität der Pressplatten und eine gleichmässige Pressung.
Nach dem Abbinden der Leime ist eine zeitnahe Entnahme wichtig, immer nur waagrecht lagern und auskühlen lassen. Senkrechte Lagerung unmittelbar nach der Pressung kann zu Beulen und Verzug führen - die rohe Furnierfläche ist da recht empfindlich.

Und bei Neuanfertigung ist immer der Gegenzug zu beachten - also eine Tischplatte immer von beiden Seiten mit dem ungefähr gleich dicken Furnier furnieren. Sonst kann die Oberfläche sich stark verziehen -

Furnierklebeband ist nur zum fixieren vom Furnier gedacht, kleinere Risse lassen sich so "verschliessen" bis zur realen Furnierung.
Grüße Harry

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Beitrag von Idealist47 » Samstag 22. Juli 2017, 18:49

Danke für deine Ausführung,

ja alte Furnierböcke habe ich auch hier, aber in der Restaurierung selten im Einsatz. Mein Thema bezieht sich eher auf Leute, die
sich in der Möbelrestaurierung versuchen möchten.
Alles richtig gesagt von dir, aber doch eher für professionelle Neuanfertigungen.

Mir fällt gerade zur Vakuumpresse ein: Es sollten Schreiner Rundteckel für Truhen so furniert haben, in dem sie Tierhäute aufgespannt haben und in Zusammenarbeit mit Backstuben diese Deckel in die Wärme gebracht haben. Das macht den Leim bindefähig und die Häute trockneten auf Spannung.
Dieses stand in alten Schriften.
:D

Schon Fortschritte deiner Kaseinarbeit zu erkennen?
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Beitrag von 3rd gardenman » Samstag 22. Juli 2017, 19:28

Die Grundierung ist aufgebracht und am Dienstag wird die Deckschicht aufgetragen. Morgen und Montag bin ich in Ulm, Schwörmontag und das Fischerstechen will ich mir nicht entgehen lassen. 8)
Danach gehts in der Werkstatt weiter - muss mal schauen ob ich nachher ein paar Photos machen kann - jetzt steht die Sanierung meiner Optik an.... jeder Quast hinterläßt beim Anweder Tropfspuren :(
Grüße Harry

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