Werkzeugsammlung Restaurierung

hier wird über die Pflege und Restaurierung antiker Möbel gesprochen
Benutzeravatar
3rd gardenman
sehr erfahrenes Mitglied
Beiträge: 3228
Registriert: Dienstag 25. August 2015, 19:01
Reputation: 6267
Wohnort: Ulm

Werkzeugsammlung Restaurierung

Beitrag von 3rd gardenman » Freitag 23. Juni 2017, 16:09

Das ist ja schon sehr gut - ich bin da ähnlich ausgestattet und kann bei Bedarf auf einen Dübelfix und Zinkenfräsgerät von Scheer Typ 630 mit HM 40 zurückgreifen.
Oder halt komplett von Hand die Zapfen anfertigen - geht auch - braucht aber ein wenig Zeit.
Grüße Harry

Idealist47
erfahrenes Mitglied
Beiträge: 325
Registriert: Samstag 20. Mai 2017, 12:43
Reputation: 923
Kontaktdaten:

Werkzeugsammlung Restaurierung

Beitrag von Idealist47 » Sonntag 25. Juni 2017, 22:56

7.
Schneidhilfe für das Abrichten von Furnierfugen speziell in Faserrichtung

Optimal werden Furnierkanten so abgerichtet: die auf Stoß zu verleimenden Furniere werden übereinandergelegt und zwischen
zwei dicken Holzleisten gespannt und mit scharfen Hobel gehobelt. Das ist vorwiegend in Faserrichtung wichtig, denn Skalpelle
verlaufen gerne. Wenn man keine Spannvorrichtung und Hobel zu Verfügung hat, kann ich ein selbstgemachtes Werkzeug euch
nahelegen. Es sind zwei abgerichtete Kanthölzer und dazwischen ein Skalpellmesser. Dieses verschraubte Werkzeug kann man
an einem geraden Anschlag führen oder zwischen zwei festen Führungsleisten entlangfahren.
Mit etwas Übung erreicht man auch ein gutes Ergebnis sauberer gerader Furnierkanten in Faserrichtung.
Quer oder diagonal zur Faser reicht in der Regel ein Furniermesser und ein Führungslineal.
Gäste sehen keine Links

Gäste sehen keine Links

Grüße euch
Martin
Restaurator im Handwerk ``Holzobjekte`` / Flechtwerkgestalter

Benutzeravatar
3rd gardenman
sehr erfahrenes Mitglied
Beiträge: 3228
Registriert: Dienstag 25. August 2015, 19:01
Reputation: 6267
Wohnort: Ulm

Werkzeugsammlung Restaurierung

Beitrag von 3rd gardenman » Montag 26. Juni 2017, 07:32

Gute Idee @lieber Martin - ich bin da eh verwöhnt mit ner eigenen Furniersäge Scheer, Gäste sehen keine Links Und meine hat sogar 4,80 Meter nutzbare Länge...
Kuper Furnierzusammensetzmaschine (Gäste sehen keine Links und ein überaus prall gefülltes Lager mit Furnieren.
Wichtig beim Furnieren ist ein Kantenschneider - mit immer möglichst scharfer Klingen. Siehe hier Gäste sehen keine Links Und dann ist bei großen Flächen sehr wichtig die Kanten mit einem Furnierklebeband zu sichern gegen Einrisse und Brüche.
Gäste sehen keine Links

Muss unbedingt nach dem Furnieren mit einem feuchten (nicht nassen!) Schwamm, gut geeignet sind die Schwämme für die Autoscheibe um Fliegenkörper zu entfernen zeitnah abgelöst werden. Je länger damit zugewartet wird - desto schwerer wird es das Band zu entfernen.
Dabei nur sparsam mit Wasser umgehen :!:

Weiterverarbeitung wie gehabt.
Grüße Harry

Idealist47
erfahrenes Mitglied
Beiträge: 325
Registriert: Samstag 20. Mai 2017, 12:43
Reputation: 923
Kontaktdaten:

Werkzeugsammlung Restaurierung

Beitrag von Idealist47 » Montag 3. Juli 2017, 23:04

Moin in die Runde...

ein ``altes Tapetenmesser zum Abfurnieren``

mein Thema : Der Restaurator bedient sich gerne für furnierte Holzobjekte, alte aufgeleimte Furniere auf ihren Träger abzulösen.
Diese besitzen ihre Patina, durch Lichteinwirkungen, ein- aufpolierte Naturharze mit ihrer Eigenfarbe sowie geringe
Fett und Teerablagerungen. Oft gelingt es ausgewählte Furnierbereiche daraus für Ergänzungen zu nehmen und
mit Geschick, so einzulegen, das es eben zu seiner neuen Umgebung passt.

Im Laufe der Zeit entsteht ein Sammelsorium alter furnierte Brettflächen.
Altfurniere können u.a. durch Wärme gelöst werden. Ich lege dazu ein Backpapier auf das Furnier und anschließend
ein Tuch. Nun ein Bügeleisen mit einer Temperatureinstellung für Seide. An einer Kante beginnen und ein flaches Eisen
zwischen Furnier und Träger schieben. Sicher kann man Spachtel verwenden, aber mein Werkzeug dazu ist wunderbar
zu händeln. Es ist sehr lang und biegsam ähnlich eines Federstahls.
Original ist dieses Werkzeug ein Tapetenmesser, mit dem die Tapetenabschnitte abgeschlagen wurden. Ich weiß dieses
durch meinen Vater der Maler und Tapezierer war. Schere war verpönt.

Mit etwas Übung hat man größere Furnierblätter für neue Ergänzungen parat. Dieses erspart oft die Schleif, Färbe-und
Retouschierarbeiten.

Gäste sehen keine Links


Gruß
Martin
Restaurator im Handwerk ``Holzobjekte`` / Flechtwerkgestalter

Benutzeravatar
3rd gardenman
sehr erfahrenes Mitglied
Beiträge: 3228
Registriert: Dienstag 25. August 2015, 19:01
Reputation: 6267
Wohnort: Ulm

Werkzeugsammlung Restaurierung

Beitrag von 3rd gardenman » Montag 3. Juli 2017, 23:45

Moin,

das ist ein sehr gutes Instrument so ein Tapetenmesser - wenn es wenig kniffliger wird - verwende ich gerne ein nicht mehr spitzes (aber dennoch scharfes) Messer zum Lachs filetieren - das ist ausreichend flexibel und kann somit ideal auch unter wellige Furnierauflagen darunter gebracht werden.

War ein Fundstück vom Flohmarkt - wegen der fehlenden Spitzer hat der Verkäufer seinerzeit 3 oder 4 DM verlangt... netterweise von WMF und aus der Grand Gourmet Serie :P
Grüße Harry

Idealist47
erfahrenes Mitglied
Beiträge: 325
Registriert: Samstag 20. Mai 2017, 12:43
Reputation: 923
Kontaktdaten:

Werkzeugsammlung Restaurierung

Beitrag von Idealist47 » Dienstag 4. Juli 2017, 00:04

Ja ich denke auch, zum guten Zweckentfremdet.

Ein Bild dazu harry wäre prima.

wieder eine gute Idee :D
Restaurator im Handwerk ``Holzobjekte`` / Flechtwerkgestalter

Benutzeravatar
3rd gardenman
sehr erfahrenes Mitglied
Beiträge: 3228
Registriert: Dienstag 25. August 2015, 19:01
Reputation: 6267
Wohnort: Ulm

Werkzeugsammlung Restaurierung

Beitrag von 3rd gardenman » Dienstag 4. Juli 2017, 00:34

Photo folgt nur bei Tageslicht - ich geistere jetzt nicht mehr in der Werkstatt rum...!
Grüße Harry

Pikki Mee
sehr erfahrenes Mitglied
Beiträge: 7512
Registriert: Samstag 9. Mai 2015, 02:15
Reputation: 15315

Werkzeugsammlung Restaurierung

Beitrag von Pikki Mee » Dienstag 4. Juli 2017, 22:27

Idealist47 hat geschrieben:[post]70587[/post] aber mein Werkzeug dazu ist wunderbar zu händeln. Es ist sehr lang und biegsam ähnlich eines Federstahls.
ich verwende(te) Tortenspachtel (ja, die für Kuchen; auch gebraucht für wenig Geld auf dem Floh zu finden) der verschiedensten Größen, Breiten usw. (auch für andere Abhebearbeiten); besonders gut geht einer mit abgewinkeltem Griff... Vorteil, wenn man darauf achtet, welche ganz aus Edelstahl zu nehmen, dass die den meisten, auch harten, Reinigungsprozeduren widerstehen...

*Pikki*

Idealist47
erfahrenes Mitglied
Beiträge: 325
Registriert: Samstag 20. Mai 2017, 12:43
Reputation: 923
Kontaktdaten:

Werkzeugsammlung Restaurierung

Beitrag von Idealist47 » Mittwoch 5. Juli 2017, 10:04

Macht viel Freude eure Ideen zu lesen, so entsteht ein interessanter Thread.

:) :)
Restaurator im Handwerk ``Holzobjekte`` / Flechtwerkgestalter

Antworten

Zurück zu „Tips zur Pflege und Restauration“